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Die Aula

Die Aula

 

8010 Graz, Merangasse 13
1951 - 1952: Der freiheitliche Akademiker - Mitteilungsblatt des Akademikerverbandes Österreichs, ab 1952: Die Aula. Das freiheitliche Magazin;
Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Aula-Verlag Ges. m. b. H.; Schriftleitung: Herwig Nachtmann (bis 1999), Prim. Dr. Otto Scrinzi (bis 2004), Martin Pfeiffer; Medieninhaber: Freiheitliche Akademikerverbände Steiermark, Wien - Niederösterreich - Burgenland, Oberösterreich, Kärnten, Salzburg

 

 

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Charakteristik

 

Der Aula-Verlag und vor allem die von ihm herausgegebene Zeitschrift Aula sind in den letzten Jahren in den Mittelpunkt des rechtsextremen Spektrums Österreichs gerückt und haben sowohl in politisch-organisatorischer Hinsicht als auch und noch stärker in politisch-weltanschaulichen Belangen eine zentrale Funktion erlangt, insbesondere als Brücke von der FPÖ zu allen außerparlamentarischen Strömungen des Rechtsextremismus und Deutschnationalismus. Im Wesentlichen repräsentiert die Aula das deutschnationale bis rechtsextreme Milieu in Österreich. Offiziell ist der Aula-Verlag im Gemeinschaftsbesitz der Arbeitsgemeinschaft der Freiheitlichen Akademikerverbände Österreichs und steht in engem organisatorischen Zusammenhang mit den deutschnationalen Burschenschaften Österreichs. Akademikerverbände wie Burschenschaften stellen ein wichtiges intellektuelles Nachwuchsreservoir nicht nur der FPÖ, sondern einer ganzen Reihe rechtsextremer und selbst neonazistischer Gruppierungen dar.

 

Deckte die Aula anfangs ein breites Spektrum vom Neonazismus bis zu einem sich demokratisch verstehenden Deutschnationalismus und zu rechtskonservativen Positionen ab, so wurde dieses später etwas eingeengt. Nachdem Herwig Nachtmann im August 1995 wegen eines Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz verurteilt worden war (siehe: Prozess nach NS-Verbotsgesetz), kehrten zahlreiche Autoren, allen voran Andreas Mölzer und Jürgen Hatzenbichler, der Aula den Rücken. Schon nach dem Mordanschlag auf burgenländische Roma im Februar 1995 ging FPÖ-Obmann Haider, der noch 1991 zum 40-jährigen Bestehen gratulierte, auf Distanz zur Aula, die als mögliche Stichwortgeberin der Bajuwarischen Befreiungsarmee polizeiliches wie mediales Interesse auf sich gezogen hatte. Zudem rückte nun der damalige steirische FPÖ-Landesrat Michael Schmid von weiteren Subventionszahlungen an die Aula ab. Derart isoliert, begann die Aula weitgehend auf rechtskonservative Positionen zu verzichten. Daneben führten Versuche, die rechtsextreme Urheberschaft des (Brief-)Bombenterrors zu leugnen, mehr und mehr zu abstrusen Verschwörungstheorien.

 

Unter dem maßgeblichen Einfluss des deutschen Rechtsextremisten Jürgen Schwab beschränkte sich die Aula in Themen- und Autorenauswahl mehr und mehr auf die engere rechtsextreme Szene (mit Schwerpunkt BRD). Neben deutlichen Sympathiebekundungen für rechtsextreme Parteien steht die Aula diesen heute auch unmittelbar offen. So wurde 1998 dem Bundesvorsitzenden derNationaldemokratischen Partei Deutschlands (NDP), Udo Voigt, Raum zur Darstellung seines "Deutschen Sozialismus" geboten.

 

Die zunehmende Radikalisierung hält einige FPÖ-Funktionäre aber nicht davor ab, weiterhin in der Aula zu publizieren: Werner Neubauer, John Gudenus, Gerhard Kurzmann, Wolfgang Jung, Helmut Kowarik, Martin Hobek, Lutz Weinzinger, Maximilian Hofmann, Hans-Jörg Jenewein, Karl Wimleitner, Gerald Ebinger, Susanne Winter, Monika Mühlwerth, Johann Gudenus, Günther Steinkellner, Werner Königshofer, Anneliese Kitzmüller und Walter Rosenkranz.

 

Wie die FPÖ allen Distanzierungen zum Trotz zur Aula steht, geht auch aus einer parlamentarischen Anfrage der freiheitlichen Abgeordneten Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann und Kollegen hervor. Darin werden die Freiheitlichen Akademikerverbände und deren "Mitgliederzeitschrift 'Aula'" unter "FP-Vorfeldorganisationen" angeführt. (Anfrage, XX GP-NR, 5310/J, 1998-12-02)

 

Zur Charakteristik der Aula siehe ausführlich Gärtner, Reinhold: Die Aula, in: Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.): Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus, Wien 1994, S. 278-296; ders.: Die ordentlichen Rechten. Die Aula, die Freiheitlichen und der Rechtsextremismus, Wien 1996

 

 

Die Nennung von AutorInnen in rechtsextremen Publikationen bedeutet nicht, dass alle Genannten als RechtsextremistInnen qualifiziert werden. Gleiches gilt für die in dieser Rubrik angeführten Gruppen: Nicht jede Organisation oder Partei mit Kontakten zum organisierten Rechtsextremismus ist selbst als rechtsextrem einzustufen.

Rechtsextremismus wird in keiner Weise mit Nationalsozialismus, Neonazismus oder Neofaschismus gleichgesetzt.

 

 

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