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Archiv

Polizei- und Justizakten zu Widerstand und Verfolgung 1934 - 1938 und 1938 - 1945, Strafverfahren gegen NS-Täter 1945 - 1955, Nachlässe und andere persönliche Dokumente

 

Der Arbeitsbereich Archiv umfasst die Erweiterung der Sammlung von Dokumenten (großteils Kopien, mittlerweile in zahlreichen Fällen bereits in digitalisierter Form) sowie eine tiefere Erschließung der Bestände, um den Zugang für BesucherInnen, aber auch für DÖW-interne Zwecke (z. B. Anfragebeantwortung) zu vereinfachen. Die Durchsicht des Aktenbestandes (oft ausgelöst durch personenbezogene Anfragen an das DÖW) ermöglicht die Komplettierung biographischer Angaben, die Aufklärung von Schreibvarianten und die Ergänzung der Anmerkungen zu den Namenseinträgen in der Datenbank.

 

Spezialsammlungen

 

 

 

Blick in den Archivspeicher (Foto: DÖW)

 

Rund ein Viertel der im DÖW verwahrten Dokumente sind Originale aus der Zeit vor 1945 bzw. der unmittelbaren Nachkriegszeit; die meisten dieser Originale sind Unikate, die aus konservatorischen Gründen nur in Form von Kopien eingesehen werden können. Diese dem DÖW – als Schenkung oder Dauerleihgabe – überlassenen Originaldokumente stammen meist aus privaten Nachlässen.

 

2014 übergab Franz Richard Reiter dem DÖW jene Teile des Nachlasses des Bühnenbildners, Malers und Graphikers Heinrich Sussmann, die nicht Bestandteil der Anni und Heinrich Sussmann Stiftung im Wiener Jüdischen Museum sind. Der Nachlass wurde in monatelanger Arbeit gesichtet, detailliert erschlossen und ist nunmehr im Archivsystem des DÖW für BesucherInnen abrufbar. Er besteht aus 198 Kuverts sowie 15 Schachteln Museumsgegenständen, die u. a. Skizzen und Entwürfe für diverse Ausstellungen beinhalten, darunter eine Originalskizze zu dem von Sussmann gestalteten Plakat für die antifaschistische Ausstellung Niemals Vergessen (Künstlerhaus Wien, September bis November 1946) sowie die farbigen Originalentwürfe zu den Glasfenstern der 1978 eröffneten österreichischen Ausstellung im Block 17 der KZ-Gedenkstätte Auschwitz.

 

Einen weiteren umfangreichen Originalbestand übergab Ernst Josef Lauscher, Sohn des ehemaligen Dachauhäftlings und späteren KPÖ-Funktionärs Josef Lauscher und der Ravensbrück-Überlebenden Berta Lauscher (geborene Grubhofer), dem DÖW. Der Bestand umfasst Postkarten aus dem Jahr 1934 und Briefe Lauschers und Grubhofers aus den KZ Dachau und Ravensbrück. Das Konvolut wird 2015 archivtechnisch bearbeitet, gescannt und, wo nötig, transkribiert werden.

 

Als drittes Beispiel von Originalbeständen, die 2014 ans DÖW gelangten, sei die Kassibersammlung Elfriede Hartmann erwähnt, die von der mit Hartmanns Schwester Gerda befreundeten Schauspielerin Johanna Mertinz dem DÖW bereits in den 1990er-Jahren als Leihgabe überlassen worden war. Nachdem Johanna Mertinz den Bestand neu geordnet, die Kassiber komplett transkribiert und – gemeinsam mit Winfried R. Garscha – 2013 im Mandelbaum-Verlag publiziert hatte, übergab sie nunmehr den Gesamtbestand (Kassiber, Briefe, Fotos und Dokumente) dem DÖW als Schenkung.

 

Durch die Spezialisierung auf Verfolgung, Widerstand, Exil und Umgang mit dem Nationalsozialismus nach 1945 kann das DÖW in der Regel eine wesentlich tiefere Erschließung von Dokumentenkopien gewährleisten, als dies bei den in den staatlichen Archiven verwahrten Originaldokumenten möglich ist. Seit 26 Jahren erfolgt diese Erschließung nunmehr elektronisch. Eine Suche in den Beständen ist als Volltextabfrage oder gezielt nach Namen möglich. Dank der Mithilfe ehrenamtlicher MitarbeiterInnen konnte auch der Altbestand fast zur Gänze elektronisch abfragbar gemacht werden; für weitergehende Aktenbeschreibungen steht ein Zettelkatalog zur Verfügung.

 

Im Intranet des DÖW und auch für BesucherInnen abfragbar sind seit Sommer 2014 eine Datenbank der KZ-Verbandsakten sowie eine Datenbank zum Projekt Kündigungsgrund Nichtarier (Kündigung von Juden und Jüdinnen aus Wiener Gemeindebauten), jeweils mit Ansicht der oft vielfältigen dazugehörigen Dokumente.

 

 

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr, Freitag geschlossen

 

Kontakt:
Dr. Winfried R. Garscha, e-mail | T +43 1 22 89 469 - 315
Dr. Ursula Schwarz, e-mail | T +43 1 22 89 469 - 326

 

 

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Winfried R. Garscha
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