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Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Lena Spanring: Beihilfe zur Desertion

Schicksale der Helfer:innen im Spiegel der NS-Justiz und die Rezeption dieser im Nachkriegs-Österreich.

Eine kritische Quellenanalyse

Desertion aus der Wehrmacht war ein schwerwiegendes Vergehen im
nationalsozialistischen Regime, das besonders vor dem Hintergrund der
Dolchstoßlegende nach dem Ersten Weltkrieg streng geahndet wurde. Durch die rigorose
Verfolgung sollte die Aufrechterhaltung der „Manneszucht“ gewährleistet und damit der
Zerfall militärischer Kraft verhindert werden. Doch Gründe zu fliehen gab es viele. Sie
reichten von traumatischen Erfahrungen an der Front bis hin zu aktivem politischen
Widerstand, indem sich die Soldaten den Gegnern anschlossen.


Viele Deserteure suchten Zuflucht in der Heimat, doch ihr Überleben hing von
Helfer:innen ab, die ihnen Unterkunft, Nahrung und Anonymität ermöglichten. Auch sie
wurden verfolgt, verurteilt und inhaftiert – meist wegen Begünstigung eines Deserteurs
oder Wehrkraftzersetzung. Nach dem Krieg erhielten sie keine Anerkennung für ihre Taten.
Im Gegenteil: Sie wurden nicht bedacht, wenn es etwa um Opferfürsorge ging. Und sie
bedachten sich vielfach selbst nicht. Während Deserteure durch Lobbyarbeit, etwa von
Richard Wadani, seit den späten 1990ern zunehmend in den Gedenkdiskurs einbezogen
wurden, bleiben die Helfer:innen bis heute weitestgehend unbeachtet. Diese Arbeit
beleuchtet ihr Schicksal anhand der Analyse dreier exemplarischer Gerichtsakten, die die
Umstände ihrer Hilfe und ihre Lebenswege fragmentarisch dokumentieren.

 

 

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