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Nisko Online-Edition: Das Schicksal der ersten von Wien ins besetzte Polen deportierten Juden

Projektleitung: Mag. Dr. Claudia Kuretsidis-Haider

 

Mitarbeiter:

Mag. Dr. Dieter Hecht

Dr. Winfried R. Garscha

Mag. Wolfgang Schellenbacher

Dr. Gerhard Ungar

 

Fördergeber:
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz - Eingang Sozialministerium
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
Zukunftsfonds der Republik Österreich

 

Laufzeit: 1 Jahr (Start: Jänner 2020)

 

 

Mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen im September 1939 waren die Möglichkeiten zur Auswanderung von Jüdinnen und Juden stark eingeschränkt. Die nationalsozialistische Führung forcierte deshalb die Planungen zur Schaffung eines "Judenreservats" im Gebiet östlich von Nisko am Fluss San an der Grenze des "Generalgouvernements". Dieser Plan gelangte zwar nicht zur Durchführung, dennoch ließ der Chef des RSHA Reinhard Heydrich, dem von Reichsführer SS Heinrich Himmler die Organisation der Zwangsumsiedlung übertragen worden war, von Adolf Eichmann Deportationszüge zusammenstellen. In zwei Transporten wurden Ende Oktober 1939 mehr als 1500 Personen von Wien nach Nisko deportiert. In der Gegend um Nisko kam jedoch nur ein kleiner Teil der Deportierten, etwa 200 Männer, unter. Die Mehrheit wurde über die deutsch-sowjetische Demarkationslinie vertrieben. Die meisten von ihnen bemühten sich bei den sowjetischen Behörden um Rückkehrmöglichkeiten nach Wien, weshalb sie der sowjetische Geheimdienst NKWD als politisch "unzuverlässig" einstufte und in Zwangsarbeitslager überstellte. 198 Männer, die in Nisko verblieben, kamen nach dem Ende der Aktion nach Wien zurück. Viele von ihnen wurden später in den nationalsozialistischen Vernichtungsstätten ermordet.

 

Nisko Online-Edition 

Ziel des Projekts ist die Erstellung einer Online-Dokumentenedition, die wichtige Arbeiten wie von Johnny Moser mit neu erschlossenen Quellen ergänzt und das Schicksal der deportierten Männer aus Wien sichtbar macht.

 

Die Nisko Online-Edition wird in Zusammenarbeit mit der von der Europäischen Union finanzierten Forschungsinfrastruktur European Holocaust Research Infrastructure (EHRI) erstellt und macht neben den annotierten Texten auch die gescannten Dokumente sichtbar. Zusätzlich werden Dokumente der Edition in XML/TEI (Text Encoding Initiative), einem de facto Standard für textbasierte Editionen, kodiert und mithilfe der von EHRI erweiterten Web-Plattform Omeka veröffentlicht. Bei der Annotation der Dokumente wird neben der Erstellung von weiterführenden Texten auch eine Verlinkung und Georeferenzierung vorgenommen. Dabei werden Entitäten (Orte, Personen, Organisationen und Schlagwörter) mit dem EHRI-Portal verlinkt und die Orte in den Dokumenten mit Hilfe des Portals geonames.org verortet. Die Online-Edition zu Nisko erlaubt somit neben einer Volltextsuche auch das Filtern nach Namen, Organisationen, Orten und Schlagworten. Um einen genaueren Einblick in die Deportation nach Nisko und die anschließende Vertreibung im Grenzgebiet zu erhalten, werden interaktive Kartenpräsentationen basierend auf den TEI-Daten erstellt.

 

 

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