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Digital Memory

Taking the DÖW Archive to the Streets

Projektbetreuung: Mag. Wolfgang Schellenbacher (e-mail)

 

Geplante Erweiterung auf alle Wiener Gemeindebezirke

 

Mit dem Pilotprojekt für den 1. Wiener Gemeindebezirk wurde die technische sowie konzeptuelle Basis für MEMENTO WIEN gelegt. Die nächste Projektphase soll nun die Erarbeitung und Integration der Personen- und Gebäudedaten der weiteren Wiener Gemeindebezirke umfassen. Gerade in Bezug auf das Gedenkjahr 2018 ist es von besonderer Bedeutung, für ganz Wien einen Rahmen zu schaffen, der auch auf Basis seiner technischen Aktualität ein "Nicht Vergessen" für die nächste Generation bietet. Im Herbst 2017 werden die Arbeiten beginnen, zum 80. Jahrestag des Novemberpogroms 2018 sollen die Daten der jüdischen Opfer und zum Jahrestag des "Anschlusses" im März 2019 die Daten der politischen Opfer integriert sein.

 

Derzeit haben der Nationalfonds für die Republik Österreich und verschiedene Wiener Bezirke ihre Unterstützung zugesagt.

 

Das Pilotprojekt wurde vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und dem Zukunftsfonds der Republik Österreich finanziert und von Dezember 2015 bis August 2016 am DÖW durchgeführt.

 

Projektziel war es, Daten zur Ausgrenzung, Vertreibung und Verfolgung während der NS-Zeit in Wien mobil zugänglich zu machen. Erstellt wurde eine Website für Smartphones und Tablets: Memento Wien bietet vorerst Informationen zur Geschichte des ersten Wiener Gemeindebezirks 1938–1945 mit Schwerpunkt auf dem Schicksal der NS-Opfer, die dort ihren Wohnsitz hatten. Die Applikation soll schrittweise auf alle Bezirke Wiens ausgedehnt werden.

 

Memento Wien ermöglicht es, im öffentlichen Raum durch Verwendung von Georeferenzierung und GPS-Standortbestimmung mehr über die Opfer des nationalsozialistischen Regimes und die Orte der Verfolgung in Wien-Innere Stadt zu erfahren. So können Informationen aus den DÖW-Opferdatenbanken, einzelne Dokumente und Fotos aus dem DÖW sowie aus anderen Archiven eingesehen werden, die durch kurze Texte kontextualisiert wurden.

 

Vor dem "Anschluss" lebten ca. 206.000 Personen in Österreich, die ab 1938 aufgrund der nationalsozialistischen "Nürnberger Gesetze" als Jüdinnen und Juden galten. Von ihnen fielen mindestens 66.500 Menschen dem Holocaust zum Opfer. Die Frage nach den Individuen hinter diesen Zahlen ist nicht nur von wissenschaftlichem Interesse. Die Erfassung und Abbildung der Opfer von rassistischer Verfolgung durch das NS-Regime vermag den meist anonymen Opfern ein Gesicht zu geben und somit ein personalisiertes Gedenken zuzulassen. In der Interaktion mit der Umgebung sollen die Datenbanken und die damit verbundenen Quellenbestände dabei zu lebendigen Archiven werden, die neue Informationen zu Einzelschicksalen zugänglich machen.

Digital Memory - Karte 1010 Wien 

Die historische Bildungsarbeit, die ein integraler Bestandteil des Aufgabenfeldes des DÖW ist, ist heute ohne digitale Verarbeitungstechniken und Neue Medien nicht mehr denkbar. Die mobile Applikation ist daher vor allem für Schulgruppen, Lernende und Lehrende gedacht. Zusätzlich richtet sie sich an Nachkommen von Opfern, zeitgeschichtlich Interessierte, TouristInnen und WissenschafterInnen.

 

 

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Downloads

Wolfgang Schellenbacher

Mitteilungen 228 / Oktober 2016
(2,5 MB)
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