
Kotalo (Kotala) Josefine
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Foto: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Vorname
Josefine
Nachname
Kotalo (Kotala)
Geburtstag
10.03.1899
Wohnort
Wien
Josefine Kotalo (Kotala) schrieb "einen Brief kommunistischen Inhalts an einen Wehrmachtsangehörigen an der Ostfront". Sie wurde am 9. 3. 1942 wegen "Wehrkraftzersetzung" festgenommen und am 27. 5. 1942 wegen "Vergehens nach dem Heimtückegesetz" zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Josefine Kotalo wurde am 14. 9. 1943 aus der Haft entlassen.
Aus dem Urteil des Sondergerichts beim Landgericht Wien, 27. 5. 1942:
"Die Angeklagte stand mit dem Sohne ihres Stiefbruders, der als Soldat an der Ostfront steht, in Briefwechsel. [...] Am 30. Juli 1941 schrieb sie an ihn folgenden Brief:
Lieber Hansl!
Dein Brieferl heute vom 30. Juli mit bestem Dank erhalten. Sehe daraus, dass du noch ganz abenteuerlustig bist. Wenn ihr den Russen Tag und Nacht auf den Fersen seid, wieso kommt ihr dann nicht weiter??? [...]
Die Wochenschau ist genauso einseitig wie du schreibst, nur hört man, dass schon überall viele gefallen sind.
Lieber Hansl, deine Nazi-Propaganda musst du schon woanders anbringen, die deinesgleichen gesinnt sind, aber nicht bei uns. Wir haben die Phrasen schon längst durchschaut, dafür geht es uns so gut.
Wir wissen in Wirklichkeit von der Wahrheit viel mehr als ihr draußen, das sind Märchen, die man euch erzählt.
Vielleicht denkt ihr in ein paar Monaten schon anders.
Schließe mit besten Grüßen, Onkel und Tante P. [Pepi]"
Aus dem Urteil des Sondergerichts beim Landgericht Wien, 27. 5. 1942:
"Die Angeklagte stand mit dem Sohne ihres Stiefbruders, der als Soldat an der Ostfront steht, in Briefwechsel. [...] Am 30. Juli 1941 schrieb sie an ihn folgenden Brief:
Lieber Hansl!
Dein Brieferl heute vom 30. Juli mit bestem Dank erhalten. Sehe daraus, dass du noch ganz abenteuerlustig bist. Wenn ihr den Russen Tag und Nacht auf den Fersen seid, wieso kommt ihr dann nicht weiter??? [...]
Die Wochenschau ist genauso einseitig wie du schreibst, nur hört man, dass schon überall viele gefallen sind.
Lieber Hansl, deine Nazi-Propaganda musst du schon woanders anbringen, die deinesgleichen gesinnt sind, aber nicht bei uns. Wir haben die Phrasen schon längst durchschaut, dafür geht es uns so gut.
Wir wissen in Wirklichkeit von der Wahrheit viel mehr als ihr draußen, das sind Märchen, die man euch erzählt.
Vielleicht denkt ihr in ein paar Monaten schon anders.
Schließe mit besten Grüßen, Onkel und Tante P. [Pepi]"
Überlebt
Quelle: Gestapo-Opfer (Individuelle Widerständigkeit)
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