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Schweighofer, Karl

Österreichische Stalin-Opfer (bis 1945)

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Name russisch: Швейкофер (Швейгофер) Карл Петрович

Geboren: 12.01.1907, Kindberg (Steiermark)

Beruf: Kraftfahrer

Letzter Wohnort in Österreich: Bruck an der Mur (Steiermark)

Ankunft in Russland/Sowjetunion: 03.06.1934

Wohnorte in der Sowjetunion: Gor'kij

Verhaftet: 05.11.1937, Gor'kij

Anklage: Spionage

Urteil: 27.12.1937, Sonderberatung (OSO), Ausweisung; 11.11.1938, Trojka, 10 Jahre Lagerhaft; 26.10.1940, Sonderberatung (OSO), Ausweisung

Rehabilitiert: 16.01.1989, Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR

Emigrationsmotiv: Schutzbund-Emigration

Schicksal: an Nazi-Deutschland ausgeliefert

 

Karl Schweighofer wurde 1907 in Kindberg (oder Mitterdorf im Mürztal) im Bezirk Mürzzuschlag geboren. Er war als Chauffeur beschäftigt und Mitglied der SDAP ab 1926. Im Februar 1934 nahm er als Schutzbündler an den Kämpfen in Mitterdorf im Mürztal teil. Anschließend verhaftet, verbrachte er mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Nachdem er bedingt freigekommen war, flüchtete Schweighofer in die ČSR, gelangte dann im Juni 1934 mit dem zweiten Schutzbundtransport in die Sowjetunion, wo er einen Arbeitsplatz als Kraftfahrer im V.M. Molotov-Autowerk in Gor'kij erhielt. Um 1935 wurde er vom österreichischen Staat ausgebürgert. Mitte 1936 wurde er von einem aus Moskau nach Gor'kij angereisten KPÖ-Funktionär als "stiller Junge, der sich nur fürs Geld verdienen interessiert", charakterisiert. Bei den Kaderüberprüfungen im April 1937 bestätigte Kaderleiter Uccusic (Urban) dieses Urteil und beschloss, Schweighofer die Heimreise zu ermöglichen.

 

Am 5. November 1937 wurde Schweighofer verhaftet und der Spionage beschuldigt. Am 27. Dezember 1937 wurde seine Ausweisung beschlossen, zu der es jedoch aus unbekannten Gründen vorerst nicht kam. In der Folge wurde Schweighofer am 11. November 1938 zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Am 26. Oktober 1940 wurde dieses Urteil revidiert und Schweighofers Ausweisung wegen Spionage beschlossen. Am 1. November 1940 wurde er bei Brest-Litovsk ins Deutsche Reich abgeschoben.

 

 

Quelle: Parteiarchiv der KPÖ

 

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