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Internationales Neonazitreffen mit österreichischer Beteiligung

Neues von ganz rechts - September 2009

Da am 9. September das Verwaltungsgericht Gera das ursprüngliche Verbot des diesjährigen "Fests der Völker" am 12. September in Pößneck (Thüringen) aufgehoben hat, droht das neonazistische internationale Großevent auch heuer wieder über die Bühne zu gehen. Das nunmehr schon zum vierten Mal stattfindende Treffen steht unter dem Motto "Unser Feind ist der Kapitalismus - Unsere Lösung Nationaler Sozialismus!". Aufgerufen wird eine "Jugend, die auch in der größten Wirtschaftkrise gegen den Hauptfeind der freien Völker [Neonazicode für "Jude"] zusammensteht".

Nach Gottfried Küssel und Roman Grassl alias Karsten Thomas (2007) und einer verlesenen Grußbotschaft (2008, siehe: Grüße aus der "Ostmark" ») ist heuer wieder Besuch aus Österreich angesagt: Der Niederösterreicher Andreas Mayerhofer, verantwortlich für das unregelmäßig erscheinende Neonazi-Fanzine Sieg oder Tod, ist unter den angekündigten Rednern zu finden und die als "Zeitung des FPÖ-Europa-Abgeordneten Andreas Mölzer" vorgestellte Wochenzeitung Zur Zeit soll laut Ankündigung auf f-d-v.de mit einem Infostand vertreten sein.

Wie aus zahlreichen Berichten in Sieg oder Tod hervorgeht, steht Mayerhofer in einem engen Naheverhältnis zum neonazistischen Bund freier Jugend (BFJ) und dessen Mutterorganisation Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP), bei welcher er bereits als Autor und Referent in Erscheinung getreten ist (Sieg oder Tod 7, S. 43 f.). Darüber hinaus gilt Mayerhofer als einer der österreichischen Verbindungsleute zur Südtiroler Neonaziszene. Er berichtet regelmäßig vom "Südtiroler Freiheitskampf" und hat zu dessen Unterstützung auch ein Solidaritätskonto eingerichtet. Im April 2008 geriet Mayerhofer ins Visier italienischer und österreichischer Fahnder, die laut eigenem Bekunden in Internetforen (z. B. Thiazi) auch eine Hausdurchsuchung bei ihm durchführten. In Sieg oder Tod finden sich neben pseudohistorischen Abhandlungen zahlreiche Berichte über die Aktivitäten der wieder zunehmend international vernetzten Neonaziszene (Konzerte, Vorträge usw.). Im Vorspann zu einem Interview mit dem seit längerem in Deutschland lebenden Kärntner Andreas Thierry, verantwortlich für die neonazistische Zeitschrift Volk in Bewegung, heißt es, dass dieser 2002/2003 eine "journalistische Ausbildung" bei Zur Zeit genossen und dort auch - unter Pseudonym(en) - publiziert hätte (Sieg oder Tod 7, S. 20). Dennoch ist die nunmehrige Teilnahme der FPÖ-nahen Wochenzeitung eher unwahrscheinlich. Angesichts des offen neonazistischen Charakters des Treffens am 12. September ist wohl davon auszugehen, dass Mölzer von der angekündigten Teilnahme nichts gewusst hat.

 

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