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Namensturm: UNIQA gedenkt der Holocaustopfer

68 Jüdinnen und Juden, die vor ihrer Deportation in der direkten Nachbarschaft des heutigen UNIQA Towers wohnten, wurden im Holocaust ermordet. Symbolisch für alle Holocaustopfer werden ihre Namen heuer zum dritten Mal  am 9. und 10. November 2020 zum Gedenken an den 82. Jahrestag des Novemberpogroms auf der Fassade des UNIQA Towers zu lesen sein.

 

Namensturm_02©UNIQA_Gregor Bitschnau 

 

Der UNIQA-Tower (Untere Donaustraße 21) als "Namensturm"
© UNIQA Gregor Bitschnau

 

 

Mit Einbruch der Dunkelheit werden in einer zwölfminütigen Endlosschleife 68 Namen von Opfern des Holocausts auf der LED-Fassade des 21-stöckigen UNIQA Towers am Donaukanal erscheinen, der in dieser Zeit zum "Namensturm" wird. Die Namen erstrecken sich dabei über jeweils vier Stockwerke des Towers und sind weithin sichtbar. Es sind die Namen jener jüdischen Anrainerinnen und Anrainer, die bis zu ihrer Deportation in der direkten Nachbarschaft zur heutigen UNIQA Zentrale in der Ferdinandstraße 12 bis 18 sowie der Unteren Donaustraße 23 bis 25 gewohnt haben. Tausende Personen, die täglich den Tower passieren, sehen mit dem Namensturm ein sichtbares, starkes Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Holocaust.

 

Das Schicksal der jüdischen UNIQA-AnrainerInnen spiegelt das Schicksal eines Großteils der österreichischen Holocaustopfer wider: die meisten von ihnen wurden von Wien entweder in das Ghetto Theresienstadt (30 Personen) oder nach Maly Trostinec (15 Personen) deportiert. Fünf Personen, denen die Flucht aus Österreich gelang, wurden später aus Belgien und der Slowakei nach Auschwitz deportiert.

 

Die Leopoldstadt war vor dem "Anschluss" 1938 der Bezirk Wiens mit dem höchsten jüdischen Bevölkerungsanteil. Zusätzlich konzentrierten die Nationalsozialisten ab 1939 die jüdische Bevölkerung durch massenhafte Zwangsumsiedlungen innerhalb Wiens entlang des Donaukanals, weshalb einzelne Adressen wie die Ferdinandstraße 18 oftmals vielen Jüdinnen und Juden als letzter Wohnort dienten.

 

Wissenschaftliche Basis des "Namensturms" ist die Opfer-Datenbank des DÖW. Die mobile Website www.memento.wien führt in einem virtuellen Rundgang zu den letzten Wohnadressen der NS-Opfer. Mit dem "Namensturm" werden die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters für zeitgemäße Formen des Gedenkens nutzbar gemacht.

 

 

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