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Geschichte

"Besonders wichtig war aber, dass wir hier im Haus auf das 'andere Österreich' treffen konnten, auf jene Menschen, die alle ihre Erfahrungen mit dem Faschismus gemacht hatten und dabei auf der Seite der Opfer gestanden waren. Mit ihnen wurde für uns eine Perspektive auf die österreichische Geschichte unseres Jahrhunderts möglich, die weder Elternhaus noch Schule uns geboten hatten." (Helmut Konrad, Rektor der Karl-Franzens-Universität Graz, anlässlich der DÖW-Jahresversammlung 1997)

 

Das DÖW wurde 1963 von ehemaligen Widerstandskämpfern und Widerstandkämpferinnen und Verfolgten sowie von einigen engagierten Wissenschaftlern gegründet. Es entsprang - ebenso wie die von ihm ausgehende Widerstandsforschung - nicht der vom offiziellen Österreich vertretenen "Opfertheorie" (Österreich als erstes Opfer von Hitlers Aggressionspolitik), sondern dem Bemühen um Selbstdarstellung der WiderstandskämpferInnen und Verfolgten und deren Selbstbehauptung gegen Ignoranz und Verdrängung. Der offiziellen Gründung des Archivs waren seit dem Jahre 1961 Vorarbeiten vorausgegangen. Am 11. Februar 1963 fand im Palais Palffy eine Proponentensitzung statt, bei der der Gründungsantrag eingebracht wurde. In der Grundsatzerklärung, die für die weitere Tätigkeit maßgebend war, hieß es: "Das Archiv soll vor allem durch dokumentarische Beweise der zeitgeschichtlichen Erziehung der Jugend dienen. Sie soll mit den schrecklichen Folgen des Verlustes der Unabhängigkeit und Freiheit Österreichs sowie mit dem heldenhaften Kampf der Widerstandskämpfer bekannt gemacht werden. Das Archiv soll als bleibende Dokumentation verwahrt werden." Offiziell wurde das DÖW am 25. Juni 1963 gegründet.

 

Trotz dieser Fokussierung der Gründungserklärung auf den österreichischen Widerstand umfasste die inhaltliche Tätigkeit des DÖW von Beginn an auch die Geschichte der Verfolgung, vor allem der Jüdinnen und Juden, aber auch anderer Gruppen. Das DÖW war auch als Institution stets von weltanschaulicher und religiöser Pluralität geprägt, die Vorstand, Kuratorium und die Zusammensetzung des MitarbeiterInnenstabes ebenso wie deren Tätigkeit bis heute auszeichnet. Seit 1963 gehören dem Vorstand des DÖW Repräsentanten der drei Opferverbände (ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten, Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus, KZ-Verband) ebenso an wie jene der Israelitischen Kultusgemeinde, der katholischen Kirche und der Wissenschaft.

 

Einen Markstein in der Entwicklung des DÖW bildete 1983 die Gründung der Stiftung DÖW, die gemeinsam von der Republik Österreich, der Stadt Wien und dem Verein DÖW getragen wird und der Arbeit des DÖW ein finanzielles Fundament schuf.

 

Basis der Arbeiten des DÖW ist die Vernetzung der Arbeitsbereiche Archiv/Bibliothek - Forschung, durch die wir unsere Bestände als Grundlage eigener Forschungsvorhaben ebenso nützen können, wie unsere Projekte zum ständigen Anwachsen der verschiedenen Sammlungen beitragen.

 

"Das DÖW hat sich in den vier Jahrzehnten seines Bestehens mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen Projekten zu einer im In- und Ausland anerkannten Instanz sowie zu einer Art von geschichtlichem Gewissen unseres Landes entwickelt."
(Bürgermeister Michael Häupl anlässlich der Festveranstaltung 40 Jahre DÖW, 5. Mai 2003)

 

 

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Brigitte Bailer
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1963 bis zur Stiftungsgründung
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