Buchpräsentation, 3. Februar 2026
Die Wiener Gemeindebauten waren in der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts eines der bahnbrechenden Projekte der sozialdemokratischen Wohnungs- und Sozialpolitik. Der Sammelband schlägt eine Brücke vom Austrofaschismus bis zum Ende der NS-Herrschaft. Nach Überblicksdarstellungen zur Geschichte des Gemeindebaus in Wien, zu personellen Brüchen und Kontinuitäten zwischen den beiden Diktaturen und zu Fragen des Mieterschutzes widmen sich mehrere Beiträge anhand von ausgewählten Gemeindebauten dem Schicksal der dort lebenden Menschen, die als Juden*Jüdinnen verfolgt und gekündigt bzw. aufgrund ihres widerständigen Verhaltens Opfer polizeilichen und juristischen Unrechts wurden. Biografien von verfolgten Männern, Frauen und Kindern schließen den Band ab, gleichsam als „Gedenkbuch“ für die Opfer von Gewalt und Terror in den Gemeindebauten.
Das DÖW erhielt im September 2022 von Wiener Wohnen den Auftrag, die Geschichte des Gemeindebaus und des Wohnungsamtes in der NS-Zeit zu erforschen und Menschenschicksalen nachzugehen. Nun erscheint das von Claudia Kuretsidis-Haider (stv. Wissenschaftliche Leiterin des DÖW) herausgegebene Werk und wird am 3. Februar 2026 im Wien Museum präsentiert. [Details & Anmeldung]
Aus dem Inhalt
- Peter Autengruber/Ursula Schwarz: Zur Geschichte des Wiener Gemeindebaus
- Rudolf Müller: Die Mietengesetzgebung vor und in der NS-Zeit
- Michael Achenbach: Der Goethehof im Februar 1934
- Claudia Kuretsidis-Haider: Menschenschicksale im Gemeindebau. Der Karl-Marx-Hof im Spannungsfeld zweier Diktaturen
- Manfred Mugrauer: Die Johann-Mithlinger-Siedlung (Rasenstadt) – ein Zentrum des antifaschistischen Widerstands in Wien-Favoriten
- Wolfgang Schellenbacher: „Mir ist, als würde mir heute noch ein Stück aus meiner Seele gerissen werden.“ Die namentliche Erfassung der aus den Wiener Gemeindewohnungen delogierten Jüdinnen und Juden
- Jutta Fuchshuber: „Und nun kam Hitler“. Die Enteignung von Geschäftslokalen jüdischer Pächter*innen am Beispiel Wiener Gemeindebauten
- Brigitte Ungar-Klein: „… und ab da war ich aber eine Unperson“. Jüdische U-Boote in Wiener Gemeindebauten 1938–1945
- Winfried R. Garscha: Der Sandleitenhof und seine Rolle in der Endphase der NS-Herrschaft
- Biografien von verfolgten Gemeindebaubewohner*innen
- Peter Autengruber/Ursula Schwarz: Zur Geschichte des Wiener Wohnungsamtes
Buchpräsentation
am 3. Februar 2026, 18.30 Uhr
im Wien Museum (Karlsplatz 8, 1040 Wien)
mit Claudia Kuretsidis-Haider und Autor*innen; Lesung: Maria Hofstätter; Begrüßung: Vizebürgermeisterin und Stadträtin Kathrin Gaál, Wiener-Wohnen-Direktorin Karin Ramser
Freier Eintritt, zur Anmeldung auf der Seite des Wien Museum





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