
Schwenk Johann
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Foto: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Vorname
Johann
Nachname
Schwenk
Geburtstag
23.12.1890
Wohnort
Wien
Der Werkzeugschlosser Johann Schwenk wurde am 21. 5. 1940 wegen "Vergehens nach dem Heimtückegesetz" zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Er befand sich vom 16. 9. 1939 bis 18. 3. 1941 in Haft.
Aus der Anklageschrift des Oberstaatsanwalts beim Landgericht Wien als Sondergericht, 19. 2. 1940:
"Ich beantrage, unter Anordnung der Haftfortdauer vor dem Landgericht Wien als Sondergericht Hauptverhandlung anzuordnen auf Grund der Anklage:
Johann Schwenk habe Anfang September 1939 in Wien gehässige und hetzerische und von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des Staates und der NSDAP, über ihre Anordnungen und die von ihnen geschaffenen Einrichtungen gemacht [...] indem er sich zu seinen Arbeitskameraden äußerte:
'Die deutsche Presse bringt immer die Unwahrheit, während die ausländischen Zeitungen den richtigen Sachverhalt darstellen. Ich bin kein Deutscher, sondern ein Österreicher.' [...]
Die in den ersten Kriegstagen gefallene Äußerung des Beschuldigten lässt eine staatsfeindliche und niederträchtige Gesinnung erkennen. Tatsächlich war der Beschuldigte seit 1914 Mitglied der sozialdemokratischen Partei und zeitweise Sprengelleiter, seit 1934 als Mitglied der VF Betriebsrat und Vertrauensmann. Nach den Erhebungen hat er seine politische Anschauung in keiner Weise geändert, mag auch von einer besonderen staatsfeindlichen Tätigkeit nichts bekannt sein."
Aus der Anklageschrift des Oberstaatsanwalts beim Landgericht Wien als Sondergericht, 19. 2. 1940:
"Ich beantrage, unter Anordnung der Haftfortdauer vor dem Landgericht Wien als Sondergericht Hauptverhandlung anzuordnen auf Grund der Anklage:
Johann Schwenk habe Anfang September 1939 in Wien gehässige und hetzerische und von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des Staates und der NSDAP, über ihre Anordnungen und die von ihnen geschaffenen Einrichtungen gemacht [...] indem er sich zu seinen Arbeitskameraden äußerte:
'Die deutsche Presse bringt immer die Unwahrheit, während die ausländischen Zeitungen den richtigen Sachverhalt darstellen. Ich bin kein Deutscher, sondern ein Österreicher.' [...]
Die in den ersten Kriegstagen gefallene Äußerung des Beschuldigten lässt eine staatsfeindliche und niederträchtige Gesinnung erkennen. Tatsächlich war der Beschuldigte seit 1914 Mitglied der sozialdemokratischen Partei und zeitweise Sprengelleiter, seit 1934 als Mitglied der VF Betriebsrat und Vertrauensmann. Nach den Erhebungen hat er seine politische Anschauung in keiner Weise geändert, mag auch von einer besonderen staatsfeindlichen Tätigkeit nichts bekannt sein."
Überlebt
Quelle: Gestapo-Opfer (Individuelle Widerständigkeit)
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