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Schwarz Wilhelm


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Wilhelm Schwarz
Foto: Wiener Stadt- und Landesarchiv

Vorname
Wilhelm
Nachname
Schwarz
Geburtstag
01.08.1885
Geburtsort
Wien
Wohnort
Wien 1, Nibelungengasse 7/16

Sterbedatum
15.03.1945
Sterbeort
Wien

Der Ingenieur Wilhelm Schwarz wurde am 5. 7. 1944 von der Gestapo Wien erkennungsdienstlich erfasst. Zunächst wegen "Wehrkraftzersetzung" angeklagt, wurde er am 4. 1. 1945 vom Oberlandesgericht Wien wegen "Vergehens nach dem Heimtückegesetz" zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Wilhelm Schwarz kam am 15. 3. 1945 in der Haft im Landesgericht Wien um.

Aus dem Urteil des Oberlandesgerichts Wien, 4. 1. 1945:
"Dem Angeklagten lag zur Last, dass er am 23. 3. 1944 anlässlich eines von ihm durchzuführenden Luftschutzdienstes an seiner Betriebsstätte staatsfeindliche Äußerungen gemacht habe. Die Menschen in Deutschland seien nicht frei, frei sei man, wenn der Freizügigkeit und dem Willen des Einzelnen kein Widerstand entgegengesetzt werde. Es sei zwar Krieg, aber im letzten Krieg sei dies ganz anders gewesen. Selbst in der Systemzeit habe man ohne Schwierigkeiten ins Ausland reisen können. Im Dritten Reich seien aber alle Auslandsreisen sofort gesperrt worden. [...]
Das Gericht hat aus all dem geschlossen, dass der Angeklagte wohl keinen Instinkt für politische Realitäten hat, dass er in den veralteten liberalistischen bürgerlichen Auffassungen seiner Jugendzeit (er ist fast 60 Jahre alt) befangen ist und der Zeit einer Freizügigkeit, die ihm bei seinem unsteten Lebenswandel erstrebenswert erschien, innerlich nachtrauert. [...]
Es [das Gericht] konnte daher dem Angeklagten auch nicht in entferntester Schuldform das Verbrechen der Wehrkraftzersetzung oder der Feindbegünstigung, wie es die Anklage angenommen hat, zur Last legen."

Nicht überlebt

Quellen: Gestapo-Opfer (Individuelle Widerständigkeit), Politisch Verfolgte

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