
Schwab Rudolf
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Foto: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Vorname
Rudolf
Nachname
Schwab
Geburtstag
25.07.1906
Wohnort
Wien
Der Zimmermann Rudolf Schwab ging 1926 nach Frankreich und meldete sich dort zum unbewaffneten militärischen Arbeitsdienst (service de prestation). Er wurde im Dezember 1940 von der Sicherheitspolizei Metz in das KZ Dachau überstellt und von dort am 10. 6. 1941 entlassen. Am 19. 8. 1941 wurde Rudolf Schwab wegen "Prestation" von der Gestapo Wien erkennungsdienstlich erfasst.
Sein Bruder Friedrich Schwab (geb. 13. 6. 1902) wurde nach der Besetzung Frankreichs festgenommen und in das KZ Dachau eingeliefert.
Aus einem Schreiben von Rudolf Schwab sen. an den Wiener Reichsstatthalter, 5. 5. 1941:
"Endesgefertigter Rudolf Schwab bittet dringendst um Auskunft über seine beiden Söhne: [...]
Beide sind als französische Kriegsgefangene in Dachau, und zwar nach folgenden Erlebnissen:
Infolge der vor 15 Jahren herrschenden Arbeitslosigkeit wurde meinen beiden obgenannten Söhnen vom Arbeitsamt Wien eine Arbeit in Frankreich zugewiesen mit einer Dienstverpflichtung auf 3 Jahre. Da sich die Verhältnisse hier nach Ablauf dieser Zeit nicht gebessert hatten, blieben beide Söhne in Frankreich. [...]
Ob meine Söhne inzwischen die französische Staatsbürgerschaft annahmen oder nicht, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, jedenfalls wurden sie als Deutsche oder Volksdeutsche bei Ausbruch des Krieges in Frankreich interniert, von einem Lager ins andere verschleppt und hatten viele Entbehrungen zu erleiden.
Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich meldeten sich beide Söhne als deutsche Rückwanderer und kamen im November nach Metz.
Aus unverständlichen Gründen kehrten sie aber nicht als freie Bürger nach Deutschland zurück, sondern wurden als Gefangene ins Lager nach Dachau gebracht, wo sie sich seit ca. 5 Monaten befinden, ohne dort Gelegenheit zu haben, sich zu rechtfertigen. [...]
Ich bitte sie dringend, mir mitteilen zu wollen, welche Schritte ich unternehmen kann, um etwas Genaues über meine Söhne zu hören, ob ihre Inhaftierung vorübergehend ist oder auf einem Missverständnis beruht. Ich möchte meinen Söhnen, die sich in großer Aufregung und Verzweiflung befinden, so bald als möglich eine beruhigende Antwort geben können."
Sein Bruder Friedrich Schwab (geb. 13. 6. 1902) wurde nach der Besetzung Frankreichs festgenommen und in das KZ Dachau eingeliefert.
Aus einem Schreiben von Rudolf Schwab sen. an den Wiener Reichsstatthalter, 5. 5. 1941:
"Endesgefertigter Rudolf Schwab bittet dringendst um Auskunft über seine beiden Söhne: [...]
Beide sind als französische Kriegsgefangene in Dachau, und zwar nach folgenden Erlebnissen:
Infolge der vor 15 Jahren herrschenden Arbeitslosigkeit wurde meinen beiden obgenannten Söhnen vom Arbeitsamt Wien eine Arbeit in Frankreich zugewiesen mit einer Dienstverpflichtung auf 3 Jahre. Da sich die Verhältnisse hier nach Ablauf dieser Zeit nicht gebessert hatten, blieben beide Söhne in Frankreich. [...]
Ob meine Söhne inzwischen die französische Staatsbürgerschaft annahmen oder nicht, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, jedenfalls wurden sie als Deutsche oder Volksdeutsche bei Ausbruch des Krieges in Frankreich interniert, von einem Lager ins andere verschleppt und hatten viele Entbehrungen zu erleiden.
Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich meldeten sich beide Söhne als deutsche Rückwanderer und kamen im November nach Metz.
Aus unverständlichen Gründen kehrten sie aber nicht als freie Bürger nach Deutschland zurück, sondern wurden als Gefangene ins Lager nach Dachau gebracht, wo sie sich seit ca. 5 Monaten befinden, ohne dort Gelegenheit zu haben, sich zu rechtfertigen. [...]
Ich bitte sie dringend, mir mitteilen zu wollen, welche Schritte ich unternehmen kann, um etwas Genaues über meine Söhne zu hören, ob ihre Inhaftierung vorübergehend ist oder auf einem Missverständnis beruht. Ich möchte meinen Söhnen, die sich in großer Aufregung und Verzweiflung befinden, so bald als möglich eine beruhigende Antwort geben können."
Überlebt
Quelle: Gestapo-Opfer (Individuelle Widerständigkeit)
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