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border(hi)stories

Erinnern – Gedenken – der Grenze entlang

Dieses Projekt wird im Programm Interreg V-A AT-HU der Europäischen Union gefördert.

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"border (hi)stories" befasst sich mit Geschichte und Gegenwart des Kultur- und Wirtschaftsraumes im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet, der durch eine Vielfalt an Identitäten geprägt ist. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat die Region mit vielerlei Traumata belastet. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit dieser wenig aufgearbeiteten Geschichte soll einen Beitrag zur Ausbildung einer modernen Identität eines historischen Grenz- und Kulturraumes und zur wertschätzenden Anerkennung der kulturellen Vielfalt leisten. Das Projekt soll somit zu einem friedlichen Zusammenleben und der prosperierenden Entwicklung der Region beitragen.

 

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die regionale und nationale Identität Westungarns und Ostösterreichs oft in gegenseitiger Abgrenzung und Abwehr entwickelt. Die Erinnerung an diese Konflikte und oft traumatischen Ereignisse manifestiert sich in symbolischen Gedächtnisorten. Mehrfach wurde genau hier im 20. Jahrhundert auch Weltgeschichte geschrieben, wie etwa an der Brücke von Andau während des Ungarnaufstandes 1956 und beim Fall des Eisernen Vorhangs 1989.

 

Übergeordnetes Projektziel ist es, das Wissen über die historischen Fakten in der Grenzregion zu verbessern und die Zusammenarbeit von Organisationen, die dieses Wissen vermitteln, zu etablieren, zu intensivieren und langfristig abzusichern.

 

 

Erwartete Ergebnisse

 

  • Als Ergebnis entsteht erstens ein digitales Inventar der Gedächtnisorte, auf dem Dokumente, Fachliteratur und Bildmaterial öffentlich zugänglich und abrufbar gemacht werden.

  • Zweitens wird eine interaktive Landkarte der rund 60 Gedächtnisorte auf beiden Seiten der Grenze erstellt, mit Basisinformationen in Deutsch, Ungarisch und Englisch sowie weiterführenden Links zum digitalen Inventar.

  • Drittens entsteht eine gemeinsame Wanderausstellung, die an verschiedenen Orten der Region gezeigt wird, kombiniert mit Diskussionsveranstaltungen der beteiligten historischen ExpertInnen.

 

In Ungarn entstehen eine Ausstellung (Stadt Mosonmagyaróvár) beziehungsweise ein lokales Ausstellungs- und Vermittlungskonzept (Stadt Koszeg). Zentrale Disseminierungselemente sind Workshops in Schulen in den beteiligten Regionen, deren Ergebnisse auch in das digitale Inventar einfließen.

 

Eine Überwindung der konfrontativen Erinnerungskultur ist nur in grenzüberschreitender Kooperation von HistorikerInnen, PädagogInnen und VolksbildnerInnen möglich, die als strategische PartnerInnen beteiligt sind. Die Möglichkeiten digitaler Medien erleichtern die Etablierung einer neuen grenzüberschreitenden, regionalen Erinnerungskultur.

 

 

Thematische Schwerpunkte

 

Thematisch fokussiert das Projekt auf die Geschichte der gemeinsamen österreichisch-ungarischen Grenze.

 

Während des Ersten Weltkriegs entstanden im Bereich des heutigen Burgenlandes und der westungarischen Komitate Vas und Gyor-Moson-Sopron eine Reihe von riesigen Lagern für Kriegsgefangene und Zivilgefangene, in denen Tausende Menschen umkamen. Durch die Grenzziehung nach 1945 ist das Andenken an diese Lager in beiden Ländern fast völlig in Vergessenheit geraten.

 

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wollte die NS-Führung die nahende Rote Armee mit dem Bau eines Verteidigungsgrabens, des sog. "Südostwalls", aufhalten. Beim Bau wurden Tausende jüdische ZwangsarbeiterInnen zu Tode geschunden, wovon heute Massengräber und Gedenkstätten zeugen.

 

In den Nachkriegsjahrzehnten wurde der "Eiserne Vorhang" zu einem fast undurchdringlichen Todestreifen mit Schussanlagen und Minen. 1956 konnten Hunderttausende Ungarn in den Westen flüchten, aber danach blieb diese hermetische Grenze bis 1989 mehr oder minder aufrecht.

 

Massengräber und Gedenkstätten sind heute in Ungarn wie in Österreich sowohl unter HistorikerInnen als auch in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Kaum bekannte und nicht kommunizierte historische Dokumente und Fakten, vor allem aber auch die fehlende Kooperation zwischen ExpertInnen und PädagogInnen aus den beiden benachbarten Regionen haben dazu geführt, dass bis heute verzerrte, fragmentierte und unvollständige Darstellungen dieser Gedenkorte und der mit ihnen verbundenen tragischen Schicksale existieren.

 

Einen weiteren Schwerpunkt des Projektes bilden die Verfolgungen der sprachlichen und religiösen Minderheiten der Region im 20. Jahrhundert, auf beiden Seiten der Grenze oft mit umgekehrten Vorzeichen. Derart soll das Projekt ein verbessertes Verständnis dafür schaffen, wie und warum Menschen auf den beiden Seiten der Grenze zu FeindInnen und tödlichen GegnerInnen wurden – und wie diese Gegensätze dauerhaft überwunden werden können.

 

 

Projekt-PartnerInnen

 

Franjo Steiner vom IZ Wien leitet das Projekt (MitarbeiterInnen: Daniela Mussnig, Valentina Romano, Christian Steiner), im DÖW arbeiten Gerhard Baumgartner, Wolfgang Schellenbacher, Christine Schindler, Claudia Kuretsidis-Haider und Manfred Mugrauer an diesem Vorhaben mit. Für das Land Burgenland sind u. a. Michael Achenbach, Jasmin Karnutsch und Dieter Szorger beteiligt.

 

Lead-Partner
IZ - Verein zur Förderung von Vielfalt, Dialog und Bildung, Wien – Projektleiter Franjo Steiner

 

ProjektpartnerInnen
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW)
Land Burgenland, Abteilung 7 - Bildung, Kultur und Gesellschaft, Referat Wissenschaft, Eisenstadt
Vas Megyei Önkormányzati Hivatal, Szombathely
Nyugat-Pannon Terület- és Gazdaságfejlesztési Szolgáltató Közhasznú Nonprofit Kft, Szombathely
Györ-Moson-Sopron Megyei Önkormányzat, Györ

 

Strategische ProjektpartnerInnen
Bildungsdirektion für Wien
Bildungsdirektion für Burgenland
Soproni Tankerületi Központ
Gyori Tankerületi Központ
Sárvári Tankerületi Központ
Szombathelyi Tankerületi Központ
Verein Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S.
Burgenländische Volkshochschulen
Burgenländische Forschungsgesellschaft

 

 

Finanzierung

 

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Kofinanziert von der

Europäischen Union

 

 

 

Das Projekt wird zu 85 % aus dem EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und
zu 15 % aus nationalen Mitteln kofinanziert.

 

Neben der Europäischen Kommission unterstützen die folgenden nationalen Institutionen das Projekt:

 

  • Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus

  • Zukunftsfonds der Republik Österreich

  • IZ - Verein zur Förderung von Vielfalt, Dialog und Bildung

  • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW)

  • Land Burgenland

  • Külgazdasági és Külügyminisztérium (Ministerium für Auswärtiges und Außenwirtschaft)

 

 

Laufzeit

 

1. Jänner 2020 bis 30. Juni 2022

 

 

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Unterstützt von: