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Chronologie des NS-Terrors 1933 - 1938 in Zahlen

Opfer des Terrors der NS-Bewegung in Österreich 1933 - 1938

Auf Grund der in der Datenbank erfassten Opfer lässt sich folgender zeitlicher Ablauf des NS- Terrors rekonstruieren:

 

Vor dem 1. Juni 1933 beschränkten sich die nationalsozialistischen Gewalttaten vor allem auf den politischen Straßenkampf. Wenngleich auch hier eine beachtliche Anzahl an Opfern zu beklagen ist, geht in vielen Fällen der Aggressor nicht eindeutig hervor. Terrorakte ereigneten sich zwar, allerdings in vergleichsweise geringerer Zahl als im Beobachtungszeitraum des Projekts. In der geplanten Publikation sollen auch die gewalttätigen Zusammenstöße in den vorangegangenen Monaten berücksichtigt werden.

 

Anfang Juni 1933 erreichte die Terrortätigkeit der Nationalsozialisten eine neue Qualität. In nur 19 Tagen wurden 48 Personen verletzt und 4 getötet. Die Bundesregierung beschloss daher am 19. Juni 1933 in einer Sondersitzung das Verbot der NSDAP und aller ihr zugehöriger Institutionen. Die Tage unmittelbar nach dem Verbot verliefen vergleichsweise ruhig und forderten für den Rest des Monats nur 2 Verletzte. Wenngleich die Zahl der Anschläge in den Folgemonaten wieder größer wurde, so blieb die Opferzahl mit 52 Verletzten und 5 Toten bis Ende 1933 nur knapp über jener der ersten 19 Tage des Juni 1933.

 

Anfang 1934 ist eine Terroroffensive der Nationalsozialisten feststellbar, die in erster Linie gegen Einrichtungen des Staates oder von Gebietskörperschaften und erst in zweiter Linie gegen Personen gerichtet war.

 

Die Zahl der Verletzten von 1. Jänner bis einschließlich 24. Juli 1934 beläuft sich auf 171, die der Toten im gleichen Zeitraum auf 17.

 

Nach dem Juliputsch sinkt die Zahl der Verletzten rapide ab und erreicht für den Rest des Jahres 1934 17, während die Zahl der Todesopfer mit 12 hoch bleibt.

 

Im Gefolge des gescheiterten Juliputschs wurden Tausende Nationalsozialisten verhaftet, mehr als 40.000 flüchteten nach Deutschland und Jugoslawien. Obwohl damit die paramilitärischen Strukturen der NSDAP offensichtlich geschwächt waren, was sich in einem deutlichen Rückgang der Anschläge äußerte, hielt die illegale NSDAP auch in den folgenden drei Jahren an terroristischen Aktionen als Mittel ihrer Politik fest. Die Zahlen lauten:
1935: 29 Verletzte und 3 Tote,
1936: 33 Verletzte und 4 Tote,
1937: 46 Verletzte und 5 Tote.

 

Sobald die Partei - Ende 1937 / Anfang 1938 - wieder massiven Zulauf erhielt, schnellte die Zahl der Terroropfer wieder nach oben und forderte in den 71 Tagen von 1. Jänner bis einschließlich 10. März 1938 64 Verletzte.

 

 

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