Von 26. bis 27. Jänner findet in Jerusalem die zweite „International Conference on Combating Antisemitism – Generation of Truth“ statt. Organisiert wird diese vom israelischen Minister für Diaspora-Angelegenheiten, Amichai Chikli. Wie bereits im Vorjahr umfasst die Gästeliste prominente Vertreter*innen rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien. Die ideologische Ausrichtung der Konferenz führte bereits im Vorjahr zu zahlreichen Absagen, unter anderem durch den deutschen Antisemitismusbeauftragten Felix Klein[1] sowie den Direktor der Anti-Defamation League, Jonathan Greenblatt.[2]
Ungeachtet der Kritik an der Veranstaltung nimmt der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz an der diesjährigen Konferenz teil und tritt im Rahmen eines Gesprächs mit Dr. Ronen Shoval auf.
Die Konferenz bietet auch dieses Jahr Mitgliedern rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien eine Bühne, ungeachtet der teils antisemitischen Ausrichtung oder der jeweiligen Parteigeschichte. Als Referenten treten unter anderem auf:
• Santiago Abascal, Vorsitzender der spanischen Partei VOX
• Jimmie Åkesson, Parteichef der Schwedendemokraten
• Dominik Tarczyński, Europaparlamentarier der polnischen PiS
• Sam van Rooy, Abgeordneter zum belgischen Parlament (Vlaams Belang)
• Marek Krajčí, slowakischer Abgeordneter und ehemaliger Gesundheitsminister (OĽaNO)
• Fabrice Leggeri, ehemaliger Direktor der europäischen Grenzschutzagentur Frontex und nunmehr Abgeordneter des Rassemblement National (RN) im Europaparlament
Aus Südamerika sind Flávio und Eduardo Bolsonaro, die Söhne des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, als Redner angekündigt.
Die Konferenz verzeichnet darüber hinaus eine rege Beteiligung aus den Vereinigten Staaten. Hervorzuheben ist hierbei Leo Terrell, Vorsitzender der im US-Justizministerium angesiedelten Taskforce gegen Antisemitismus. Terrells Nominierung für dieses Amt war umstritten, da er zuvor selbst durch das Teilen eines antisemitischen Posts des ehemaligen Anführers der neonazistischen Gruppierung „Identity Evropa“ aufgefallen war.[3] Ebenfalls als Sprecher gelistet ist der bekannte Publizist und Filmemacher Dinesh D'Souza, welcher maßgeblich zur Verbreitung von Verschwörungserzählungen über den Holocaust-Überlebenden George Soros beigetragen hat. In seinem Buch bezeichnete D‘Souza Soros als “Hitler’s collection boy” und behauptete wahrheitswidrig, dieser habe aktiv für das NS-Regime gearbeitet (“literally worked for Hitler.”)[4]
[1] https://www.israelnetz.com/felix-klein-sagt-teilnahme-an-antisemitismus-konferenz-in-jerusalem-ab
[2] https://www.timesofisrael.com/despite-far-right-lineup-government-hopes-antisemitism-confab-will-avoid-blowup
[3] https://www.theguardian.com/us-news/2025/mar/17/leo-terrell-trump-neo-nazi-tweet, https://forward.com/fast-forward/704866/leo-terrell-patrick-casey-antisemitism
[4] https://www.thenation.com/article/archive/soros-slander-reveals-anti-semitism-at-the-heart-of-the-far-right/, https://antisemitism.org.uk/wp-content/uploads/2021/04/Final-George-Soros-Briefing.pdf





English
Termine
Neues






