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Holocaustrelativierung auf Öko-Festival?

Neues von ganz rechts - Juli 2013

Auf der Homepage des Agrarbiologen Clemens C. Arvay sind einige Berichte über eine Veranstaltung namens "Heart Culture 2013" veröffentlicht worden. Dieses Öko-Festival hat vom 9. bis 13. Juli 2013 in Großsteinbach/Steiermark stattgefunden. In den Artikeln wird darauf hingewiesen, dass ein dort anwesender Sendungsmacher des österreichischen Internet-Diskussions- bzw. Radiosenders Okitalk, Raffael Rechberger, das Festival moderiert hat und in einem Gespräch gegenüber dem Autor Clemens C. Arvay Äußerungen getätigt hätte, in denen der Holocaust relativiert bzw. infrage gestellt worden sein soll. Arvay schreibt dazu Folgendes: "Er [Rechberger] habe Zweifel daran, dass in den Konzentrationslagern der Nazis Massenmord an der jüdischen Bevölkerung verübt worden sei. Die Gebäude seien architektonisch gar nicht dazu geeignet gewesen, Massenvergasungen durchzuführen. Auch die Technik sei dazu nicht in der Lage gewesen und das verwendete Gas weise - so die abstruse Theorie des Moderators - physikochemische Eigenschaften auf, die der Geschichtsschreibung widersprächen. Auf dieser Basis mutmaßte Moderator Raffael, dass entweder deutlich weniger oder gar keine jüdischen Menschen in den KZs getötet worden, sondern dass sie ins Ausland abgewandert seien. Die wahren Hintergründe vermutete er in einer jüdischen Weltverschwörung. Es sei vermutlich darum gegangen, einen zionistischen Staat zu errichten." (http://cgarvay.wordpress.com/2013/07/16/heartculture2013-distanzierung/, 24. 7. 2013)

 

Den Veranstaltern des Festivals wirft Arvay vor, auf entsprechende Hinweise nicht reagiert bzw. keine klare Stellungnahme zu diesem Vorfall abgegeben zu haben. In einer am 18. 7. 2013 auf Okitalk ausgestrahlten Sendung bestätigte Rechberger, mit Arvay auch über das Thema Holocaust diskutiert zu haben. Er habe dabei "infrage gestellt", warum es ein Thema gibt, bei welchem Personen, die "sehr neutral an diese Thematik herangehen" und die "alternativen Sichtweisen anschauen" möchten, von vornherein "in die rechte Schublade gesteckt" und "gleich mal verurteilt" würden. Damit werde die "ganze Thematik […] unterdrückt" und es sei nicht einzusehen, warum es "verboten ist", über den Holocaust wie bei jedem anderen Thema "wissenschaftlich vorzugehen". In seinem Rechtfertigungsversuch übergeht Rechberger, dass die gesetzlichen Verbote sich gegen die Leugnung, gröbliche Verharmlosung, Rechtfertigung und Gutheißung und nicht gegen die wissenschaftliche Erforschung des Holocaust richten. Zwar räumt er ein, dass es einen Holocaust gegeben habe und dort "grobe Sachen passiert" seien, jedoch sieht er immer noch einen historischen "Aufklärungsbedarf" gegeben, da vielleicht - nicht näher benannte - "andere Sachen" geschehen sein könnten. (http://www.okitalk.com/archiv.php, 24. 7. 2013)

 

Auf der Homepage der Kleinen Zeitung Steiermark ist am 23. 7. 2013 ebenfalls ein Bericht über die Vorkommnisse beim Festival "Heart Culture 2013" und über die von Rechberger auf Okitalk zum Thema Holocaust getätigten Aussagen veröffentlicht worden. In einem dazu mit der Kleinen Zeitung geführten Gespräch meint Rechberger, dass sich "die Frage [stellt], ob es in einer Demokratie sein kann, dass man gewisse Dinge nicht sagen darf". In dem Artikel wird auch darauf hingewiesen, dass der steirische Esoterikbeauftragte Dr. Roman Schweidlenka davon ausgeht, dass "Arvays Berichte stimmen". (http://www.kleinezeitung.at/steiermark/hartbergfuerstenfeld/3362658/harmoniefest-schweren-dissonanzen.story, 24. 7. 2013)

 

Im Zuge der Aufarbeitung dieser Geschehnisse haben sich der der Vorstand des HerzkulturNaturVereins (HEKUNA) bzw. die Gründer und Organisatoren des diesjährigen Festivals
in einer am 25. Juli 2013 veröffentlichten Stellungnahme "klar und deutlich von jeglicher menschenverachtenden nationalsozialistischen Philosophie" und auch "ganz klar und offiziell
von 'OKI-Talk' […] und auch von Raphael Reichberger [d. i. Raffael Rechberger]" distanziert. "Auf Grund gewisser Uninformiertheit und naiven Vertrauens", heißt es in der Erklärung, "sickerten unbeabsichtigt Personen in das Festival, die Vertreter einer germanischen, nationalsozialistischen Philosophie sind und die auch den Holocaust bezweifeln bzw. leugnen." Die Veranstalter möchten anlässlich dieser Ereignisse "nächstes Jahr Raum für Aufklärungsarbeit und Informationen hinsichtlich der Thematik Rassismus, Antisemitismus und Faschismus schaffen" und bedanken sich bei Clemens C. Arvay, der sie auf "diese Thematik aufmerksam gemacht hat". (http://www.herzkultur.org/?p=139, 25. 7. 2013)

 

 

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