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Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

„Die Abschottung der Welt“

Buchpräsentation, 11. Mai 2026

„Deutschland muss ihnen ein Land ohne Zukunft sein“: Nach dieser Devise wurden Jüd*innen in Deutschland bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs entrechtet, enteignet und gedemütigt, um sie außer Landes zu treiben. Doch wohin? Susanne Heim hat erstmals systematisch untersucht, welche perfiden Barrieren die freien Länder der Welt gegen die Flüchtlinge errichteten. Ihr anschaulich erzähltes Buch „Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen. 1933 – 1945“ führt eindringlich vor Augen, warum nur so wenigen Jüd*innen die Flucht gelang – bis der NS-Staat die Emigration verbot und den Massenmord organisierte.

 

In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Jüd*innen verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab. Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen – ohne Ergebnis. Die Nazis höhnten, niemand wolle die Jüd*innen haben. Weil Flüchtlingen eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen. Susanne Heims Buch beschreibt die internationale Flüchtlingspolitik und ihr dramatisches Scheitern.  

 

Susanne Heim, Historikerin und Politikwissenschafterin, war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 bis 1945“, Gastprofessorin in Wien und hat an einschlägigen Institutionen und Archiven in Jerusalem, Washington, Cincinnati und New York geforscht. 

 

Buchpräsentation „Die Abschottung der Welt“

am 11. Mai

um 18.30 Uhr

im Jüdischen Museum Wien (Dorotheergasse 11, 1010 Wien)

mit Susanne Heim, Gabriele Anderl

 

Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten.

 

Die Präsentation von Susanne Heims „Die Abschottung der Welt“ findet in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien und der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung statt.

 

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