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Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

„Rechte Gewalt dokumentieren und archivieren“

Tagung, 12. & 13. Oktober 2026

Wer dokumentiert eigentlich rechte Gewalt in Deutschland? Lange Zeit waren es fast ausschließlich nichtstaatliche Akteure: Medienschaffende und Gewerkschaftsmitglieder, antifaschistische Archive sowie Gedenk- und RechercheiInitiativen. Sie sammelten, was sonst verloren gegangen wäre. Die staatliche Überlieferung relevanter Akten aus Polizei- und Justizbehörden ist für die Dokumentation und Erforschung rechter Gewalt vielfach unzureichend. Erst nach der Aufdeckung des NSU entstehen staatliche Einrichtungen, die sich gezielt mit der dokumentarischen Aufarbeitung befassen.

Damit stellt sich eine Reihe drängender Fragen: Wer dokumentiert was, für wen und mit welchem Selbstverständnis? Wie werden die Perspektiven der Betroffenen angemessen berücksichtigt? Warum scheitern Zugänge zu relevanten Akten und wo klaffen Lücken in der Dokumentation? Was können staatliche und nichtstaatliche Akteur*innen voneinander lernen, wo können sie kooperieren? Und: Wie werden Ergebnisse in die Öffentlichkeit vermittelt und an die spezifischen Zielgruppen herangetragen?

Diese Fragen stellen sich das deutsche Bundesarchiv und die Dokumentationsstelle Rechtsextremismus am Landesarchiv Baden-Württemberg bei der Tagung „Rechte Gewalt dokumentieren und archivieren: Erinnerung. Aufklärung. Sensibilisierung.“ am 12. und 13. Oktober 2026 in Berlin. Neben Brigitte Bailer, langjährige Leiterin des DÖW, sind weitere Personen aus Archiven, Initiativen, Wissenschaft und Behörden eingeladen, die täglich an der Dokumentation rechter Gewalt arbeiten. Die Tagung startet mit Grußworten und einführenden Vorträgen, am zweiten Tag folgen vier Panels mit kurzen Inputs und viel Raum für offene Diskussion sowie eine gemeinsame Abschlussrunde. Das Ziel der Tagung: eine lösungsorientierte Debatte anstoßen
und die Akteur*innen miteinander vernetzen.

 

Tagung „Rechte Gewalt dokumentieren und archivieren“


Programm
Montag, 12. Oktober 2026


16.00 Uhr: Get-together


16.30 Uhr: Begrüßung durch Veranstalter


16.45 Uhr: Begrüßung durch Ulrike Schnellbach und Caroline Walter (Moderation)


17.00 Grußworte: N.N.


17.30 Uhr: Impulsvortrag Judith Porath (Opferperspektive e.V.): Die Auseinandersetzung mit rechter Gewalt heute – Zwischen Beratungspraxis und Erinnerungsarbeit


18.15 Uhr: Keynote Gideon Botsch (Emil Julius Gumbel Forschungsstelle / Moses Mendelssohn Zentrum): Die Taten lesen. Zum Stellenwert von Primärquellen rechtsextremer Gewalt


19.00 Uhr: Gelegenheit zum Gespräch / Get-together

 


Dienstag, 13. Oktober 2026


9.00 Uhr: Kaffee


9.30 Uhr: Anmoderation


9.45 Uhr: Panel 1: In die Bresche für den Staat? Die Rolle der Zivilgesellschaft

  • Jörg Buschmann (Offener Prozess / Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex in Chemnitz)
  • Newroz Duman (Initiative 19. Februar Hanau)
  • N.N. (apabiz)


11.00 Uhr: Pause


11.30 Uhr: Panel 2: Große Versprechen – und nun? Die Rolle des Staates

  • Brigitte Bailer (ehem. Wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Wien)
  • Sibel Özdemir (Bundeszentrale für politische Bildung/Projektgruppe „Aufbau NSUDokumentationszentrum“)
  • Martin Stingl (Landesarchiv Baden-Württemberg, Dokumentationsstelle Rechtsextremismus)


12.45 Uhr: Mittagessen


13.45 Uhr: Panel 3: Zwischen Schreddern und Schutzfristen: Überlieferungsbildung und Zugang zu staatlichen Akten

  • Constantin Goschler (Ruhr-Universität Bochum)
  • Kai Richarz (Bundesarchiv)
  • N.N.


15.00 Uhr: Pause


15.30 Uhr: Panel 4: Aufklärung statt Verdrängung: Sichtbarkeit und Wirkung von Recherche- und Dokumentationsprojekten

  • Heike Kleffner (Journalistin, Langzeitrechercheprojekt Todesopfer rechter Gewalt, Die Zeit)
  • Timo Reinfrank (Amadeu Antonio Stiftung)
  • Cynthia Zimmermann (Initiative 12. August)


16.45 Uhr: Pause


17.00 Uhr: Podiumsdiskussion „Ich kann nicht abschließen“ – Was bleibt vom Aufklärungsversprechen?

  • Clemens Binninger (ehemaliger MdB für die Fraktion CDU/CSU)
  • Corinna Keunecke (Landesarchiv Baden-Württemberg, Dokumentationsstelle Rechtsextremismus)
  • Christoph Kopke (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)
  • Petra Pau (Bundestagsvizepräsidentin a.D.)


18.00 Uhr: Ausklang / Ende

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Anmeldung bis zum 18. September 2026 unter dokumentationsstelle@la-bw.de sind nötig. Bitte teilen Sie bei der Anmeldung mit, ob Sie an beiden Tagen teilnehmen oder nur an einem.

Der Veranstalter macht von seinem Hausrecht Gebrauch. Personen, die durch antisemitische, nationalistische, rassistische oder menschenverachtende Äußerungen auffallen, werden von der Veranstaltung ausgeschlossen.


Die Tagung wird organisiert vom Bundesarchiv (BArch) und der Dokumentationsstelle Rechtsextremismus (DokRex) am Landesarchiv Baden-Württemberg (LABW). Kooperationspartner ist die Emil Julius Gumbel Forschungsstelle des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam (MMZ).

 

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