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Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Zur Bedeutung von ZARA

Die Arbeit des Vereins ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) ist nicht nur für Rassismusbetroffene von hohem Wert, denen schnell, unbürokratisch und kompetent Hilfestellungen geboten werden, sondern auch für die wissenschaftliche Forschung. Das DÖW nimmt in seiner Monitoringarbeit den organisierten Rechtsextremismus und die rechtsextreme Publizistik in den Fokus. Rassistische Handlungen unorganisierter Einzelpersonen, die mit rassistischer Agitation von Parteien und außerparlamentarischen Gruppierungen in Wechselwirkung stehen, finden dagegen Eingang in die Dokumentationsarbeit von ZARA. Die Berichte liefern somit – auch durch die Schilderung konkreter Fallbeispiele – Einblick in die Realität des Alltagsrassismus online und offline, der sich jenseits organisierter Zusammenhänge vollzieht, und stellen dabei die Perspektiven und Erfahrungen von Betroffenen in den Mittelpunkt. In diesem Sinne bezieht das DÖW die Ergebnisse des jährlichen ZARA-„Rassismus Report“ wie auch anderer zivilgesellschaftlicher Dokumentationsstellen in seine Rechtsextremismusberichte ein, wo sie im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise die staatliche Kriminalstatistik und die Befunde unseres eigenen Monitorings ergänzen.

 

Im Jahr 2025 verzeichnete ZARA 1.539 Meldungen rassistischer Vorfälle und führte 2.362 individuelle Beratungen durch.[1] Erstmals wurden annähernd so viele Meldungen durch Betroffene selbst (47%) wie durch Zeug*innen eingebracht, der Anteil von Online-Vorfällen ging um fünf Prozentpunkte auf 56% zurück.[2] Ein relativer Anstieg war auch bei Vorfällen im öffentlichen Raum (15%) und solchen in Zusammenhang mit Polizeihandeln (7%) zu verzeichnen.[3] Auch beschreibt der Bericht ein wiederkehrendes Muster, bei dem Polizeikontrollen auf vagen Verdachtsmomenten beruhten und mit Verwaltungsstrafen wegen angeblicher „Verweigerung der Vorführung“ zum Amtsarzt verbunden gewesen seien.[4]

 

Im Bildungsbereich, der im Jahr 2025 einen zentralen thematischen Schwerpunkt des Berichts darstellt, wurden insgesamt 96 Meldungen dokumentiert. Dabei entfiel der überwiegende Teil auf den Schulbereich (59%), doch selbst in elementarpädagogischen Einrichtungen waren Vorfälle zu verzeichnen.[5] Handlungsbedarf im Sinne struktureller Maßnahmen im Bildungswesen ortet ZARA in Sachen rassismuskritischer Lehrinhalte, der Sensibilisierung von Lehrpersonen sowie des Ausbaus niedrigschwelliger Unterstützungsangebote für Betroffene.[6] Darüber hinaus pocht ZARA – wie schon seit Jahren – auf die Erstellung und Umsetzung eines umfassenden Nationalen Aktionsplans gegen Rassismus auf Bundesebene.[7]



[1] Vgl. ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit (Hrsg.), Rassismus Report 2025. Analyse zu rassistischen Übergriffen & Strukturen in Österreich, Wien 2026, S. 8.

[2] Vgl. ebd., S. 8f.

[3] Vgl. ebd.

[4] Vgl. ebd., S.10.

[5] Vgl. ebd., S.11 bzw. zur Elementarpädagogik S. 14f.

[6] Vgl. ebd., S. 6.

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