Führung in der Ausstellung „Der Krieg gegen die ,Minderwertigen‘“, zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen in Wien, Gedenkstätte Steinhof
Die Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ wurde nach dem „Anschluss“ 1938 zum Wiener Zentrum der nationalsozialistischen Tötungsmedizin, die mehr als 7.500 Patient*innen das Leben kostete. Von 1940 bis 1945 existierte auf dem Anstaltsgelände unter der Bezeichnung „Am Spiegelgrund“ eine „Kinderfachabteilung“, in der rund 800 vermeintlich kranke oder behinderte Kinder und Jugendliche von den Nationalsozialist*innen getötet wurden. 1940/41 wurden im Rahmen der „Aktion T4“ mehr als 3.200 Patient*innen aus der Anstalt abtransportiert und im Schloss Hartheim bei Linz ermordet. Die ehemalige Anstalt „Am Steinhof“ steht heute für die Auseinandersetzung mit diesen Verbrechen und für aktive Erinnerungsarbeit.
Die Ausstellung „Der Krieg gegen die ,Minderwertigen‘“ in Pavillon V thematisiert die Geschichte des ehemaligen Krankenhaus- und Psychiatriekomplexes „Am Steinhof“ während der NS-Zeit. Im Mittelpunkt stehen die nationalsozialistischen Medizinverbrechen, insbesondere die sogenannte Kinder-Euthanasie, Zwangsmaßnahmen an Patient*innen sowie die ideologischen Grundlagen dieser Gewalt. Gezeigt werden unter anderem:
• historische Hintergründe,
• Biografien von Opfern und Täter*innen,
• Formen der Erinnerung und Aufarbeitung der Verbrechen nach 1945.
Führungen
Wir bieten Führungen für unterschiedliche Gruppen an.
• Dauer: 90 – 120 Minuten
• Maximale Teilnehmer*innenzahl: 25 Personen
• Zielgruppen: für alle Altersgruppen ab der zehnten Schulstufe
(Alternativangebote ab der achten Schulstufe)
• Sprachen: Deutsch und Englisch, auf Wunsch in leicht verständlicher Sprache (deutsch)
• Treffpunkt: Die Führung beginnt direkt in der Ausstellung, in der die Kulturvermittler*innen die Gruppen empfangen
• Hinweis: Bitte bringen Sie bei Bedarf Wasser mit, da das Leitungswasser in Pavillon V nicht trinkbar ist.
• Kosten: 150 Euro.
Kostenfreie Führungen von Gruppen von Schüler*innen bis 19 Jahren im Klassenverband, Lehrlingen, Zivil- und Präsenzdienern sowie Personen in Grund- und Basisbildung
Hier finden Sie alle Informationen zu Anmeldung & Kosten.
Das erwartet Sie bei einer Führung
Im Rahmen der Führung erhalten die Teilnehmenden einen historischen Überblick über die NS-Medizinverbrechen, die in der Klinik „Am Steinhof“ begangen wurden. Zentrales Anliegen ist es, die ideologischen Grundlagen dieser Verbrechen gemeinsam zu erarbeiten.
Thematisiert werden außerdem:
• biografische und ideologische Kontinuitäten von der NS-Zeit bis in die Nachkriegsjahre,
• die Rollen von nationalsozialistischen Mediziner*innen und Pfleger*innen,
• die Perspektiven von Opfern sowie der Umgang mit deren Erinnerung ab 1945.
Die dialogische Führung bietet Raum für Austausch. Die Teilnehmenden werden ermutigt, Fragen zu stellen und eigenes Wissen einzubringen.
Vermittlungs- und Lernziele
Teilnehmer*innen erhalten durch den Besuch der Ausstellungsführung
• einen Überblick über die NS-Medizinverbrechen am Gelände des heutigen Otto-Wagner-Areals
• Kenntnisse über die Geschichte des Areals von 1907 bis in die Gegenwart
• Einblicke in die Ideologie, die den nationalsozialistischen Medizinverbrechen zugrundelag
Für die Arbeit mit Schulklassen und jungen Erwachsenen bitten wir Lehrpersonen, die Gedenkstätte nur mit Klassen ab der zehnten Schulstufe mit Vorwissen zum Thema Nationalsozialismus zu besuchen. Wir empfehlen, den Ausstellungsbesuch im Unterricht vor- und nachzubereiten.
Alternativangebot für jüngere Schüler*innen
Für Schüler*innen der achten und neunten Schulstufe bieten wir anstelle einer Führung den Workshop „Menschenbilder und Lebensgeschichten“ kostenfrei an (siehe Workshopbeschreibung).
Kostenfreies Vermittlungsangebot jeden ersten Samstag im Monat
Führung durch die Ausstellung, November bis März, Beginn: 12.00 Uhr
Geländerundgang „Am Steinhof“, April bis Oktober, Beginn: 10 Uhr >> Nähere Infos
Ort: Pavillon V am Otto-Wagner-Areal (OWA), Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien (nicht Pavillon 5)
Aktuelle Informationen unter Termine.
Anmeldung unter vermittlung@doew.at
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