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Überlebendenverbände

Erinnerungsgemeinschaften und politische Akteure im Kalten Krieg

DÖW-Kooperation: Online-Workshop, 19. bis 21. April 2021

 

"Nie wieder!" – dieser Ruf, als Motto auf zahlreichen Veranstaltungen wie den Befreiungsfeiern in den Konzentrationslagern zu hören bzw. auf Transparenten und Plakaten seit 1945 zu lesen, war zentraler Ansporn und zentrales Motiv für vielfältige Aktivitäten von Überlebendenorganisationen, in denen sich ehemalige Widerstandsangehörige und politische KZ-Häftlinge nach der Befreiung zusammenschlossen. Im Kalten Krieg vielfach entlang politisch-ideologischer Grenzen zerstritten, entwickelten die Organisationen der Überlebenden beträchtliches Engagement für die geschichtliche Aufarbeitung und Erinnerung an Krieg, Widerstand und (politische) Verfolgung, für Entschädigung, Renten und medizinische Versorgung und für eine Bestrafung der TäterInnen. Darüber hinaus waren sie vielfach sozial tätig, organisierten Hilfe für politische Gefangene der Nachkriegsdiktaturen oder ermöglichten Kuraufenthalte für die gesundheitlich schwer beeinträchtigten Überlebenden. Als Teil der beiden Blöcke im weltpolitischen Konflikt der Nachkriegszeit waren sie zudem in die Propagandakampagnen von Ost und West einbezogen, in der Friedensbewegung der 1970er- und 1980er-Jahre engagiert und setzten sich für eine Aussöhnung der ehemaligen Kriegsgegner bzw. eine Entspannung zwischen Ost und West ein. Die Überlebendenzusammenschlüsse waren Teil von Netzwerken aus unterschiedlichen lokalen, nationalen und internationalen Organisationen, darunter die Vereinten Nationen und Verbände ehemaliger Soldaten.

 

In den letzten Jahren erfährt die Geschichte der NS-Opfer und ihrer vielfältigen Aktivitäten verstärkte Aufmerksamkeit in der Forschung, wobei auch die Ambivalenzen des Engagements ehemals politisch Verfolgter thematisiert werden. Beispielsweise waren die Verbände politisch Verfolgter am Ausschluss bestimmter Überlebender aus der Entschädigung beteiligt. In den Volksrepubliken stützten sie und ihre Funktionäre die Regime, transportierten das offizielle Geschichtsbild und waren häufig tief in die politischen Verfolgungen verstrickt.

 

Ziel der Tagung ist es, einen Querschnitt durch die Forschungen zu den Überlebenden und ihren vielfältigen Zusammenschlüssen zu gewinnen. Die leitende Frage ist deshalb bewusst offen und weit formuliert. Im Zentrum der Tagung soll das Verhältnis zwischen Gesellschaft, Politik, Justiz, Erinnerung und den Überlebenden bzw. ihren Organisationen stehen.

 

Einladung/Programm >>

 

FIR-Delegation - Mauthausen-Treffen 1955

Kranzniederlegung der FIR-Delegation am
Internationalen Mauthausen-Treffen 1955

Foto: DÖW

 

 

Veranstalter: Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) und Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte (IKT) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Wien und dem Collegium Carolinum, München

 

Zeit:

19. bis 21. April 2021

 

Link zum Workshop:

us02web.zoom.us/j/81599632847

 

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