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Neueste Forschungsergebnisse zur Vernichtungsstätte Malyj Trostenez

Podiumsgespräch am 22. Oktober 2019

 

Malyj Trostenez, ein Vorort der weißrussischen Hauptstadt Minsk, fand jahrzehntelang im Westen kaum Beachtung, obwohl sich hier eine der größten Vernichtungsstätten in den von der Wehrmacht besetzten Teilen der Sowjetunion befand, wo bis zu 60.000 Menschen ermordet wurden. Mehr als 9700 österreichische Juden und Jüdinnen wurden an dieser Mordstätte im besetzten Weißrussland umgebracht bzw. gingen im nahe gelegenen Ghetto Minsk zugrunde. Auch Österreicher waren an dieser Mordaktion beteiligt, keiner wurde nach dem Krieg für diese Verbrechen verurteilt. Durch die Initiativen des Vereins IM-MER um Waltraud Barton rückte der Ort in Österreich ins öffentliche Bewusstsein: Nachdem im Juni 2018, im Beisein des Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen der Grundstein für das "Massiv der Namen" von Daniel Sanwald gelegt wurde, konnte dieses am 28. März 2019 schließlich durch den damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz gemeinsam mit dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko enthüllt werden.

 

Das Haus der Geschichte Österreich präsentiert bis 27. Oktober 2019 in Zusammenarbeit mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) eine vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Minsk sowie der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gestaltete Ausstellung zu dieser Mordstätte. Als Begleitprogramm präsentieren WissenschaftlerInnen aus Belarus, Deutschland, den Niederlanden und Österreich die jüngsten Forschungsergebnisse zur Geschichte von Malyj Trostenez, zur Vor- und Nachgeschichte sowie zur Erinnerungspolitik um diese Mordstätte in der ehemaligen Sowjetunion, im unabhängigen Belarus, in Österreich und in Westeuropa.

 

 

PodiumsteilnehmerInnen:

 

Anne-Lise BOBELDIJK (Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies – NIOD, Amsterdam)
Winfried R. GARSCHA (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes – DÖW, Wien)
Adam KERPEL-FRONIUS (Stiftung Denkmal für ermordeten Juden Europas, Berlin)
Andrej KOTLJARCHUK (Södertörn University, Stockholm)

 

 

Veranstalter: Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Wien (JMW) und dem Haus der Geschichte Österreich (HdGÖ)

 

Zeit:

Dienstag, 22. Oktober 2019, 18.30 Uhr

 

Ort:

Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien

 

 

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