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Jüdisches Leben in Lend

Rundgang, 3. Oktober 2022

Die ersten Spuren jüdischen Lebens in Graz finden sich Mitte des 19. Jahrhundert fast ausschließlich in der Murvorstadt, in Lend und Gries. So wurden in Gasthäusern in Lend im
19. Jahrhundert erste Gottesdienste gefeiert und eine jüdische Volksschule etabliert. Zudem entstanden hier jüdische Vereine. Hier und im angrenzenden Bezirk Gries ließ sich in der Frühphase der jüdischen Gemeinde die Hälfte aller Jüdinnen und Juden von Graz nieder, von wo aus sie ihrem jeweiligen Gewerbe nachgingen und in den nächsten Jahrzehnten Betriebe ansiedelten.


In den Jahren 1938/39 wurde auch aus Lend die gesamte jüdische Bevölkerung vertrieben, nachdem sie zuvor im Zuge der „Arisierung“ beraubt worden war. Nur wenige kehrten nach 1945 hierher zurück und beteiligten sich am Wiederaufbau der Stadt und der jüdischen Gemeinde. Nach Jahrzehnten des Schweigens dauerte es bis Ende des 20. Jahrhunderts, ehe jüdisches Leben von der Öffentlichkeit wahrgenommen und Erinnerungszeichen - in Form von Stolpersteinen - im Bezirk gesetzt wurden. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung am Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz erarbeiteten Studierende gemeinsam mit Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht einen Rundgang durch den „Jüdischen Lend“.

Eine Veranstaltung von CLIO. Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit und dem Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz.

 

 

Zeit:

03.10.2022, 17.00 Uhr

 

Treffpunkt:

Südtirolerplatz, 8020 Graz

 

 

 

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