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Homosexualität und Nationalsozialismus

Vortrag, 29. September 2022

Veranstaltung im Rahmen einer Vortragsreihe von QWien - Zentrum für queere Geschichte zum Thema "Homosexualität und Nationalsozialismus"

 

Daniela Pscheiden: Das Delikt der „Unzucht wider die Natur“ in den Akten des Wiener Jugendgerichtshofes 1938 – 1945

Die großteils nur noch auszugsweise als Kopien erhaltenen Akten des Wiener Jugendgerichtshofs aus der Zeit von 1938 bis 1945 geben interessante Einblicke in die Lebenswelt der Jugendlichen jener Zeit. Sie zeigen die vielfältigen rechtlichen, gesellschaftlichen und individuellen Folgen, die Jugendliche bei einer Anklage nach § 129 I b StG, dem Delikt „Unzucht wider die Natur“, zu erwarten hatten. Ihre Einordnung vor Gericht als „Verführter“ oder „Strichjunge“, ihre Beurteilung in politischer, medizinischer und sozialer Hinsicht entschieden über das verhängte Strafausmaß. Auch ein Fall weiblicher Homosexualität, die nur in Österreich, nicht aber im Rest des Deutschen Reiches strafbar war, ist in den Akten erhalten. Die Diskriminierung endete jedoch nicht 1945. Die Nachwirkungen der über sie gefällten Urteile begleiteten viele der Jugendlichen bis ins hohe Alter.

Sophie Wagner: Nationalsozialistische Polizeiverhöre als Selbstzeugnisse homosexueller Männer?

Im Wien der NS-Zeit wurden Homosexuelle strafrechtlich verfolgt. Eine in QWIEN angelegte Datenbank – die NS-Opfer Datenbank, deren Grundlage Strafakten der Zeit formen – liefert Erkenntnisse, wie Behörden und Denunzianten damals Homosexuelle sahen. Fragen, die ich mir gestellt habe sind: Können die in den Strafakten verschriftlichten Aussagen auch über Selbstbilder von Verfolgten Auskunft geben und wenn ja, wie kann die zur damaligen Zeit verwendete Sprache dekodiert werden, um die Strafakten als Quellen heranziehen zu können? Selbstbilder, die mitunter durch Fremdbilder beeinflusst werden, sollen somit anhand von den in der Datenbank erfassten Aussagen und Protokollen genannt und analysiert werden.

 

 

Zeit:

29.09.2022, 20.00 Uhr

 

Ort:

Yella Yella!, Maria-Tisch-Straße 2/1, 1220 Wien (Seestadt)

 

 

 

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