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Excavations from the darkest past

"Ausgrabungsarbeiten" historischer Zeitschichten am Wiener Nordwestbahnhof

Führung durch die Installation / Film / Mobiles Symposium, 21./22. Oktober 2021

 

In einer großräumigen Freiluft-Installation werden "Spuren" zweier historischer Ereignisse zeitlich verdichtet an ihren Originalschauplätzen rekonstruiert: Analog zu "Ausgrabungen" wurden sowohl die Grundrisslinien der 1952 abgebrochenen Bahnhofshalle und der 1938 darin aufgebauten antisemitischen NS-Propaganda-Ausstellung Der ewige Jude im Maßstab 1:1 am Boden nachgezeichnet und als Erinnerungsmal "freigelegt". Gleichzeitig wird mit Verweis auf die Dreharbeiten des Films Stadt ohne Juden ein Kameraset und Zugwaggon in abstrahierter Form nachgebaut. War die fiktive Deportation im Film von 1924 noch vorübergehend, so zeigte die verhetzende Wirkung der Ausstellung 1938 ihre fatale Wirkung im Realen: in Pogromen, Deportationen und Massenvernichtung.

Excavations from the darkest past

Rekonstruktion der Umrisse der nicht mehr existenten Bahnhofshalle aus 1872 und der 1938 erfolgten Einbauten für die NS-Propaganda-Ausstellung Der ewige Jude an ihrem Originalstandort | Foto: Wolfgang Thaler / Tracing Spaces, 2021 

 

 

Donnerstag, 21. Oktober 2021, 18.30 bis 21.30 Uhr

 

Führung durch die Installation mit anschließender Vorführung des Stummfilms Stadt ohne Juden (1924)

 

Zur Installation spricht Michael ZINGANEL, zur Ausstellung Der ewige Jude Rosemarie BURGSTALLER, Historikerin und Autorin der Publikation Inszenierung des Hasses. Feindbildausstellungen im Nationalsozialismus (2021). Zum Film spricht Hannes SULZENBACHER, u. a. Co-Kurator des Projektes Die Stadt ohne ... im METRO KinoKulturHaus (2018) und der neuen österreichischen Ausstellung im Block 17 des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau (2021).

 

 

Freitag, 22. Oktober 2021, 16.00 bis 19.00 Uhr

 

Mobiles Symposium bzw. Stadtwanderung am und in der unmittelbaren Nachbarschaft des Bahnhofs
Diese führt zu Standorten von Firmen mit jüdischen Mitbesitzern, die der "Arisierung" zum Opfer gefallen sind, zu Orten der Beraubung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus, zu Orten der Zwangsarbeit – bis zu Erinnerungen an die Auswanderungswelle aus der Sowjetunion in den 1970er-Jahren.

 

TeilnehmerInnen:

  • Ernst BRÜCKNER, ehemaliger Mitarbeiter von Schenker Österreich am Standort Nordwestbahnhof
  • Gabriele ANDERL, freie Wissenschaftlerin, die zur NS-Zeit, Kunstraub und Restitution, Migration und Exil arbeitet
  • Sabine LOITFELLNER, Israelitische Kultusgemeinde Wien, Abteilung Kunstrestitution und Provenienzforschung
  • Eva STEIGBERGER, Archäologin am Bundesdenkmalamt, u. a. für die "Liste des NS-Opferorte in Österreich" zuständig
  • Michael HIESLMAIR & Michael ZINGANEL, Museum Nordwestbahnhof mit
  • Bernhard HACHLEITNER zur Geschichte des Nordwestbahnhofs

 

 

Es gelten die tagesaktuellen Coronaregeln für den Kunst-/Kulturbereich.

Führungen für Gruppen können auch nach Wunsch vereinbart werden: office@tracingspaces.net.

Ergebnisse der begleitenden Forschungen werden im Museum Nordwestbahnhof in der Nordwestbahnstraße 16a, 1200 Wien gezeigt.

 

Treffpunkt:

jeweils beim Eingang zu den Excavations gegenüber Nordwestbahnstraße 11, 1020 Wien

 

Anmeldung erforderlich:

office@tracingspaces.net

 

 

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