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Ausstellung: "dachaureif"

Der Österreichertransport aus Wien in das Konzentrationslager Dachau am 1. April 1938

Sonderausstellung im DÖW vom 7. Oktober 2019 bis 7. Jänner 2020

 

Am Morgen des 12. März 1938 überschritten die ersten Wehrmachtsverbände die deutsch-österreichische Grenze. Kurz zuvor waren deutsche Polizeikräfte unter der Führung von Reichsführer SS Heinrich Himmler in Wien-Aspern gelandet. Zu deren ersten Aufgaben gehörte die Verhaftung von prominenten NS-Gegnern, die von österreichischen Nationalsozialisten bereits in der Nacht vom 11. auf den 12. März begonnen worden war: Mitglieder und hohe Beamte der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur, Angehörige der Arbeiterbewegung, Geschäftsleute, Sicherheitsbeamte, Journalisten und Künstler, darunter viele Juden. Am Abend des 1. April wurden 150 Männer vom Wiener Westbahnhof nach Dachau abtransportiert und schon während der Fahrt schwer misshandelt.  In Dachau wurden sie mit den Kategorien "Schutzhaft" oder "Schutzhaft – Jude" versehen. Schutzhaft bedeutete Zwangsmaßnahmen ohne richterliche Anordnung und Kontrolle. Sie setzte alle Grundrechte außer Kraft.

 

Alfons Gorbach, Karl Maria Stepan, Franz Zelburg 

 Alfons Gorbach, Karl Maria Stepan und Franz Zelburg (v. r. n. l.) im KZ Dachau. Gorbach war 1961-1964 österreichischer Bundeskanzler.

Foto: DÖW

 

 

In den Folgemonaten wurden weitere Gruppentransporte aus dem besetzten Österreich nach Dachau durchgeführt: politische Häftlinge, Juden, ab Juni 1938 auch Roma. Im Zuge des Novemberpogroms kamen fast 4000 österreichische Juden nach Dachau. Insgesamt wurden 1938 mehr als 7800 Österreicher in das KZ Dachau eingewiesen. Unter jenen, die den KZ-Terror der Nazis überlebten, haben viele die Zweite Republik mit aufgebaut.

 

Der erste Dachautransport war der Auftakt für den Terror der (auch österreichischen) NationalsozialistInnen, für die beispiellosen Repressionen, Deportationen und Massenmorde in den nachfolgenden Jahren.

 

 

Die in dieser Sonderausstellung gezeigten Biografien stammen aus:
Claudia Kuretsidis-Haider / Rudolf Leo, "dachaureif". Der Österreichertransport aus Wien in das Konzentrationslager Dachau am 1. April 1938. Biografische Skizzen der Opfer, Wien 2019

 

Ausstellung von Claudia Kuretsidis-Haider und Rudolf Leo unter Mitarbeit von Christine Schindler; Gestaltung: maupi experience design

 

Zeit:

7. Oktober 2019 bis 7. Jänner 2020

 

Ort:

Dauerausstellung DÖW, Altes Rathaus, Wipplingerstraße 8, 1010 Wien (Eingang im Hof)

 

 

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