Sr. Maria Restituta: Eine Ordensschwester im Widerstand

Im Rahmen des Papstbesuches in Österreich ist am 21. Juni 1998 auf dem Wiener Heldenplatz die Seligsprechung der Franziskanerin von der christlichen Liebe Sr. Maria Restituta (Helene Kafka) vorgesehen. Helene Kafka wurde 1894 in Brünn geboren, wuchs in Wien-Brigittenau auf und trat 1914 in den Orden ein. Ab 1919 war sie als Operationsschwester am Krankenhaus Mödling tätig.

Wegen "landesverräterischer Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat" wurde sie am 29. Oktober 1942 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Im Urteil ist ausgeführt: "Im Dezember 1941 ersuchte die Angeklagte die in der Röntgenabteilung des gleichen Krankenhauses als Kanzleiangestellte beschäftigte Zeugin Margarete Smola, ihr von zwei staatsfeindlichen Flugblättern, die sie im Besitz hatte, je eine Schreibmaschinenabschrift nebst einem Durchschlag herzustellen. Die Zeugin führte diesen Auftrag der Angeklagten, die ihr zum Teil den Text der Hetzschriften in die Maschine diktierte, auch weisungsgemäß aus. Bei diesen Flugblättern, von denen je ein Abdruck alsbald nach der Herstellung der Abschriften sichergestellt werden konnte, handelt es sich um eine Schmähschrift mit der Überschrift 'Soldatenlied' sowie um eine mit den Worten 'Deutsche katholische Jugend' beginnende Hetzschrift, welche die Tagesangabe '8. Juni 1941' trägt."

Ein Brief, den Helene Kafka kurz nach dem Prozeß an ihre Schwester Oberin schrieb, zeigt, wie gefaßt sie das Urteil aufnahm. Ein weiteres Dokument ("Vorlage für den Herrn Minister") weist auf interne Auseinandersetzungen über die Führung des Verfahrens durch den Volksgerichtshof hin.

Am 30. März 1943 wurde Helene Kafka im Wiener Landesgericht enthauptet. Mehrere Erinnerungszeichen für sie, etwa je ein Altar in der Pfarre St. Brigitta, Wien 20, in der Kirche der katholisch-tschechischen Gemeinde auf dem Rennweg und in der Wallfahrtskirche Kleinmariazell, wurden/werden dieses Jahr errichtet; schon bisher wird an einigen Stellen in Wien der hingerichteten Ordensschwester gedacht.

In Würdigung ihres Widerstandes, ihrer beispiellosen Standfestigkeit und ihres Einsatzes verlieh ihr die Republik Österreich 1978 posthum das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs. Seit 1988 lief in Rom ein Seligsprechungsprozeß für Sr. Maria Restituta; das Komitee Sr. Maria Restituta, dem auch DÖW-Mitarbeiter und DÖW-Kuratoriumsmitglied Sr. Dr. Maria Edith Beinhauer angehören, zeichnet für ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm im Vorfeld der Seligsprechung verantwortlich.

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