Erinnerungszeichen für Sr. Maria Restituta

(Aus: Gedenken und Mahnen in Wien 1934-1945. Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung. Eine Dokumentation, hrsg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Wien 1998, S. 135 f., 269, 402)

1050. Margaretenstraße 105 (städtische Wohnhausanlage)
Maria Restituta-Hof mit Gedenktafel

Text:
Maria-Restituta-Hof
Schwester Maria Restituta wurde
am 1. Mai 1894 als Helene Kafka in
Hussowitz bei Brünn geboren.
Sie trat im 20. Lebensjahr in die
Kongregation der Schwestern
des III. Orden
des heiligen Franziskus, genannt
"von der christlichen Liebe",
ein und wurde im Krankenhaus Lainz
in der Krankenpflege ausgebildet.
Ab 1919 wirkte sie als
Operationsschwester im
Krankenhaus Mödling.
Ihr furchtloses Eintreten für
Glaube und Menschenwürde brachte
sie bald in Konflikt mit der
nationalsozialistischen Diktatur.
Von einem SS-Arzt denunziert, wurde
sie 1942 wegen ,,Vorbereitung zum
Hochverrat" zum Tode verurteilt
und am 30. März 1943
im Landesgericht Wien enthauptet.

Benennung der Wohnhausanlage nach Beschluß des Gemeinderatsausschusses für Kultur vom 8. Oktober 1992.

Biographische Angaben siehe 1050, Nikolsdorfergasse 26-36.

1050. Nikolsdorfergasse 26-36 (Hartmannspital)
Ölbild (Darstellung von Schwester Maria Restituta in der neuen Spitalskapelle; gemalt von Eva Meloun)

Zum jährlichen Gedenken an die enthauptete Sr. M. Restituta Kafka segnete am 24. März 1996 der Erzbischof von Lemberg Marian Jaworski die neue Spitalskapelle. Die Begrüßung durch Generaloberin Sr. M. Elfriede Obermüller SFCC (Franziskanerinnen von der christlichen Liebe), die Ausführungen von Sr. M. Edith Beinhauer und der Künstlerin Eva Meloun sowie die Predigt des Erzbischofs standen im Zeichen der Erinnerung an Sr. M. Restituta.

Sr. Restituta (Helene Kafka, geb. 1. Mai 1894) war Operationsschwester im Krankenhaus Mödling. Sie widersetzte sich NS-Anordnungen und ließ Abschriften eines gegen das Regime gerichteten pazifistischen österreich-patriotischen Spott- und Mahngedichts machen. Wegen ,,landesverräterischer Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat" wurde Sr. Restituta am 30. März 1943 im Landesgericht Wien hingerichtet.

Literatur/Quellen:
Neue Kapelle im Spital der ,,Hartmannschwestern", in: Wiener Kirchenzeitung, 31. 3. 1996.


1110. Simmeringer Hauptstraße 234/Zentralfriedhof Tor 2
Gruppe 47F/Reihe 2/Grab 29
Begräbnisstätte der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe (Hartmannschwestern)

Kenotaph von Schwester Restituta (Helene Kafka), hingerichtet 1943; biographische Angaben siehe 1050, Nikolsdorfergasse 26-36. Die Leiche wurde in einem Schachtgrab der Gruppe 40 verscharrt.


1200. Brigittaplatz (Pfarrkirche St.
Foto von Schwester Restituta mit Erläuterungstext (rechts vom Haupteingang)

Text:
SR. Maria Restituta
(Helene Kafka)
* 1. Mai 1894 in Brünn
Kindheit und Jugend in Wien-Brigittenau
Erstkommunion und Firmung in St. Brigitta
1914 Ordenseintritt, ab 1919
Operationsschwester im Krankenhaus Mödling
+ 30. März 1943
hingerichtet im Landesgericht Wien als Opfer
der "Kirchenpolitik in den neuen Gebieten" des
NS-Reiches
1988 Eröffnung des Seligsprechungsprozesses
Biographische Angaben siehe 1050, Nikolsdorfergasse 26-36.


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