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Novemberpogrom 1938 (Teil 2) "Insgesamt sind etwa 7000 bis 8000 Juden verhaftet worden. Unter den Juden sollen seit Beginn der Aktion ca. 680 Selbstmorde verübt worden sein. Die Aktion traf die Juden, obwohl sie eigentlich nach dem Tode Raths damit rechnen mußten, mit lähmender Wucht. Es herrschte eine Panikstimmung unter ihnen." (SD-Führer des SS-Oberabschnitts Donau an den Chef des Sicherheitshauptamts Berlin, 14. 11. 1938) Die "Panikstimmung" war nicht verwunderlich, stellte der Novemberpogrom doch einen (vorläufigen) Höhepunkt der antisemitischen Maßnahmen des NS-Regimes dar, der in einschneidender Weise die völlige Rechtlosigkeit der jüdischen Bevölkerung demonstrierte. In Tirol hatten SS-Angehörige den Eindruck, "daß mit den Anweisungen des Gauleiters eine 'Nacht der langen Messer' freigegeben werden sollte" und ermordeten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Innsbruck drei Menschen. "Falls Juden bei dieser Aktion keinen Schaden erlitten haben, dürfte dies darauf zurückzuführen sein, daß sie übersehen wurden", heißt es in einem Bericht des SD-Unterabschnitts Tirol lakonisch. In Salzburg brachen SA-Angehörige noch nicht arisierte Geschäfte auf, demolierten das Inventar und zerstörten die Einrichtung der Synagoge. Ein SD-Bericht registriert Belustigung unter der Salzburger Bevölkerung, "wenn in den Zeitungen von einer spontanen Volksbewegung gesprochen wird", ortet aber gleichzeitig Verständnis für "die vorgenommenen Verhaftungen in weiten, auch NS-gegnerischen Kreisen". In der Steiermark verlief der Pogrom ähnlich. Die Synagoge in Graz und die Zeremonienhalle auf dem jüdischen Friedhof gingen in Flammen auf. Rund 350 Juden wurden verhaftet und am 11. November in ein Konzentrationslager überstellt. |
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