Zeugen Jehovas: Vergessene Opfer des Nationalsozialismus?

Keine andere Gruppe widersetzte sich derart geschlossen nationalsozialistischen Anforderungen wie die Zeugen Jehovas, die aus Glaubensgründen den Wehrdienst ebenso wie Arbeiten in der Rüstungsproduktion verweigerten. Dennoch wurde die Verfolgung der Zeugen Jehovas durch den Nationalsozialismus von der Historiographie bis vor wenigen Jahren nur ungenügend behandelt.

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) veranstaltet gemeinsam mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK) am 29. Januar 1998 eine Tagung zum Thema "Zeugen Jehovas:Vergessene Opfer des Nationalsozialismus?" Die Tagung findet in den Räumlichkeiten des IWK statt. Es referieren unter anderem Dr. Sybil Milton und Dr. Detlev Garbe.

Sybil Milton war von 1987-1997 Leitende Historikerin des United States Holocaust Memorial Museum inWashington, D. C., seit April 1997 ist sie Vizepräsidentin der Unabhängigen Expertenkommission: Schweiz - Zweiter Weltkrieg. Sie setzt sich in ihrem Referat u. a. mit den Gründen der Vernachlässigung, oft auch Negierung des Widerstands der Zeugen Jehovas auseinander.

Detlev Garbe promovierte 1989 zum Thema "Zwischen Widerstand und Martyrium: Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich". Seit 1989 ist er wissenschaftlicher Angestellter beim Museum für Hamburgische Geschichte und Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Er hinterfragt in seinem Beitrag u. a. die Bedingungen, denen die Zeugen Jehovas in den Konzentrationslagern ausgesetzt waren.

Weiters referieren der Historiker Franz Aigner (Geschichtsarchiv der Zeugen Jehovas), die Zeitzeugen Hermine und Horst Schmidt sowie Vinzenz Jobst, Autor des jüngst erschienenen Buches "Der Fall Anton Uran. Der weite Weg zur Rehabilitierung".

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