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Nationalfreiheitliche
Burschenschaften im Vorfeld des Rechtsextremismus Vielen erscheinen sie anachronistisch - Burschenschaftler mit Mütze und Band, die vor ihrer Aufnahme in den "Lebensbund" martialische Rituale (Mensuren) bestehen müssen; streng hierarchische und autoritäre Strukturen auf den Buden ... Tatsächlich haben die Burschenschaften seit den siebziger Jahren parallel zur Demokratisierung der Universitäten viel an Einfluß verloren und kämpften mit massiven Nachwuchsproblemen. Mittlerweile ist die Szene - im Zuge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen und insbesondere der gestiegenen Bedeutung der FPÖ - wieder gefestigt und gibt selbstbewußte Lebenszeichen von sich. So laden etwa die zu einer ARGE 1848 zusammengeschlossenen nationalfreiheitlichen Burschenschaften demnächst - am 16. Mai 1998 - zum Revolutionskommers im Festsaal der Wiener Hofburg; ein Versuch, Ansprüche auf das demokratische Erbe der Revolution von 1848 geltend zu machen. Heribert Schiedel und Martin Tröger analysieren im Beitrag "Zum deutschnationalen Korporationswesen in Österreich" konstituierende Momente burschenschaftlicher Weltanschauung wie beispielsweise völkischer Nationalismus, Antisemitismus, Verhältnis zum Nationalsozialismus. Unter dem Begriff deutschnationale oder nationalfreiheitliche Korporationen werden Burschenschaften, Sänger-, Jäger- und (Grenz-)Landsmannschaften sowie akademische Turnvereine, Vereine Deutscher Studenten und die diversen Corps zusammengefaßt. Diese formal als Vereine organisierten "Lebensbünde" unterscheiden sich bei allen Gemeinsamkeiten in der männerbündischen und hierarchischen Struktur von den katholischen Verbindungen (CV, MKV) durch ihren Deutschnationalismus, ihre Skepsis gegenüber der liberalen Demokratie, ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus und durch das weitgehende Festhalten am schlagenden Prinzip (Mensur). Die Autoren beschränken sich in ihrem Text im wesentlichen auf die Burschenschaften, deren explizit politische Ausrichtung eine ideologische Verortung erleichtert. |
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