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Heribert Schiedel/Martin Tröger
Der Jahreslagebericht 1994 des Innenministeriums erwähnt
"zwei Wiener und eine Innsbrucker Burschenschaft (...) als
Kaderschmiede nationaler und rechtsextremer Gesinnung" (1). Auch der
deutsche Verfassungsschutz sieht sich 1996 veranlaßt,
"Hinweisen auf rechtsextremistischen Aktivitäten in
Burschenschaften auch künftig nachzugehen" (2). Laut Hamburger
Verfassungsschutz scheinen innerhalb des
deutsch-österreichischen Dachverbandes Deutsche Burschenschaft
(DB) jene "Kräfte an Gewicht zu gewinnen, die eine starke
Affinität zum nationalistischen Lager aufweisen" (3).
Namentliche Erwähnung findet dort die Wiener Burschenschaft
Olympia. Der Innsbrucker Historiker Michael Gehler kommt zum
Schluß, daß Österreichs Burschenschaften heute in
Teilen von einer "bis ins Neonazistische reichenden Gesinnung" (4)
geprägt seien.
Einer pauschalen Charakterisierung aller deutschnationalen
Korporationen als rechtsextrem soll auch hier nicht das Wort geredet
werden. Vielmehr müssen konkret Publikationen und
Veranstaltungspolitik der jeweiligen Verbindung analysiert werden.
Daneben ist die Anzahl von (ehemaligen) Neonazis und deren
Stellenwert in den einzelnen Korporationen zu berücksichtigen.
Über den Grad der Radikalität sagt auch die Mitgliedschaft
in den Dachverbänden viel aus. So verließ beispielsweise
das gemäßigtere Corps Symposion im Wintersemester 1983/84
den Wiener Korporationsring (WKR) aufgrund dessen "einseitiger
Politisierung". Und als sich die berüchtigte Olympia Anfang 1996
anschickte, erneut den Vorsitz in der DB zu übernehmen, kehrten
ihr einige gemäßigtere deutsche Burschenschaften den
Rücken. Grundsätzlich findet die Bereitschaft seriöser
KritikerInnen, das deutschnationale Korporationswesen differenziert
zu betrachten, jedoch seitens nicht-rechtsextremer Verbindungen kaum
eine Entsprechung: Korpsgeist und Bunkermentalität verhinderten
bis dato weitgehend eine Ausdifferenzierung des Milieus. Somit sind
auch jene gemäßigteren Korporationen, die immer noch
gemeinsam mit rechtsextremen Burschenschaften in Dachverbänden
organisiert sind, von der Kritik nicht auszunehmen.
Aktueller
Stellenwert
Im Zuge der zu Beginn der 90er Jahre eingeleiteten
Umstrukturierungsprozesse innerhalb des organisierten
Rechtsextremismus kommt den deutschnationalen Korporationen neuer
Stellenwert zu. Das martialische, offene Auftreten und die Agitation
unter Jugendlichen (Skinheads, Hooligans etc.) wurde - nicht zuletzt
angesichts behördlichen Druckes - zugunsten der ideologischen
wie personellen Wühlarbeit weitgehend aufgegeben. Der Erfolg
gesellschaftlicher Durchdringungsstrategien von Rechtsextremisten
wird erleichtert durch den Charakter von Korporationen als
männliche Solidargemeinschaften und Seilschaften. Daneben bieten
sie aufgrund rigider Aufnahmekriterien (5) und zum Teil exklusiver
Veranstaltungspolitik Schutz vor lästigen Einblicken. Neben der
ideologischen Nähe zieht diese Schutzfunktion militante
Rechtsextremisten auf die Buden der Burschenschaften, welche sich zum
Auffangbecken entwickelt haben. Denn während sich zuvor
Burschenschafter wie Gottfried Küssel, Gerd Honsik und Franz
Radl jun. zunehmend von ihren Bünden entfernten oder von diesen
unehrenhaft entlassen wurden, treten seit geraumer Zeit zum Teil
amtsbekannte und verurteilte Neonazis verstärkt den
Korporationen bei. Daß dies innerhalb der jeweiligen Verbindung
nicht ohne jede Diskussion abgeht, soll hier nicht verschwiegen
werden. Ob aber - wie gegenüber KritikerInnen dauernd behauptet
- gerade die Mitgliedschaft in einer Burschenschaft geeignet ist,
resozialisierend und mäßigend zu wirken, muß
bezweifelt werden.
Der Bedeutungszuwachs nationalfreiheitlicher Korporationen für
den Rechtsextremismus läßt sich nicht zuletzt auf schon
länger anhaltende Versuche zurückführen, diesen zu
intellektualisieren. Eine vorschnelle Etikettierung des korporierten
Milieus als "neurechts" erscheint dennoch nicht angebracht. Gerade
die Burschenschaften zeigen sich weitgehend resistent gegenüber
programmatischen Erneuerungen. Dies wird resignierend auch von
Jürgen Hatzenbichler, einem prominenten Vertreter der
modernisierungsbereiten Rechten, eingestanden. So meint der
Kärntner Burschenschafter, daß die "Positionen der Alten
Rechten (...) leider auch im Bereich der Korporationen vielfach noch
heruntergeleiert (werden)" (6). Die historisch bedingte
Radikalität des Deutschnationalismus in Österreich, die
jede mäßigende Innovation im Rechtsextremismus sofort als
Verrat am "deutschen" Gedanken erscheinen läßt, steht
tatsächlich einem Abrücken von der "Alten Rechten" im Wege.
Daneben binden Männertreue und Lebensbundprinzip die
Generationen aneinander und verhindern eine (selbst)kritische
Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit zahlreicher "Alter
Herren". So hält die Grazer Arminia das Andenken an Bundesbruder
Ernst Kaltenbrunner, als einer der Haupttäter des
NS-Vernichtungswerkes in Nürnberg hingerichtet, bis heute hoch.
Der Euthanasiearzt und erste Kommandant des Vernichtungslagers
Treblinka, Irmfried Eberl, wird immer noch als "Alter Herr" der
Innsbrucker Germania geführt. (7) Ein anderer Kriegsverbrecher,
der zu lebenslanger Haft verurteilte Rudolf Heß, wurde 1987 vom
Dachverband Deutsche Burschenschaft in Österreich (DBÖ) gar
für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.
Doch erschöpft sich die Bedeutung der Burschenschaften nicht in
der Funktion einer Kaderschmiede oder eines Auffangbeckens für
den militanten Rechtsextremismus, auch die entliberalisierte
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) rekrutiert ihr
Führungspersonal wieder zu einem nicht geringen Teil im
korporierten Milieu. Es waren vor allem die Angehörigen dieses
Milieus, die Jörg Haider (pennale (i.e. Mittelschul-)Verbindung
Albia, Bad Ischl und akad. B! Silvania, Wien) 1986 als
FPÖ-Obmann durchsetzten. Als Folge der Eskalation rassistisch
motivierter Gewalt Ende 1993 setzte seitens der FPÖ-Spitze
jedoch eine gewisse Absetzbewegung vom eigenen korporierten Umfeld
ein. Haider distanzierte sich im Frühsommer 1995 vom
Burschenschafter-Zentralorgan Aula, das als vermeintlicher
Stichwortgeber der Bekennerbriefschreiber aus der Bajuwarischen
Befreiungsarmee (BBA) ins Gerede gekommen war. Die im Sommer 1995
folgende Verurteilung des Aula-Verantwortlichen Herwig Nachtmann
(Brixia, Innsbruck) nach NS-Verbotsgesetz tat das Ihrige, um die
einst so engen Bande zwischen Aula und FPÖ zu lockern. Daß
diese noch nicht ganz abgerissen sind, zeigt sich unter anderem in
der Ende 1996 erfolgten Bestellung des Wiener FPÖ-Bezirksrates
Elmar Dirnberger zum Aufsichtsratsvorsitzenden der
Aula-Verlagsgesellschaft.
Nachdem schon das von Haider verordnete Abrücken der FPÖ
von jeder Deutschtümelei (8) auf Widerstand im
Burschenschafter-Milieu gestoßen war, tat sich dieses auch in
der jüngsten Programmdebatte hervor. Insbesondere der Passus vom
"wehrhaften Christentum" erschien den Antiklerikalen in der Tradition
eines Georg Ritter von Schönerer, bis heute "Ehrenbursch"
zahlreicher Verbindungen, als Affront. Das selbstbewußte
Auftreten der burschenschaftlich dominierten Wiener Landesgruppe und
ihres jüngst verstorbenen Obmannes Rainer Pawkowicz (Aldania und
Vandalia) in dieser Debatte zeigt die wachsende Macht des
korporierten Milieus innerhalb der FPÖ an.
Der
völkische Nationalismus als Zentrum burschenschaftlicher
Weltanschauung
Im Mittelpunkt burschenschaftlichen Selbstverständnisses
steht das völkische Menschen- und Weltbild, wie es im
Zusammenhang der deutschen "Befreiungskriege" gegen die Heere
Napoleons entworfen wurde. Basierend auf den Schriften von Fichte,
Jahn, Fries und Arndt und in militanter Opposition zur
aufgeklärten Idee der Nation als politischer
Willensgemeinschaft, wurde das "Volk" zur "natürlichen
Gemeinschaft" erhoben. Schon die Gründerväter der
burschenschaftlichen Bewegung definierten ihr "deutsches Volk" in
Abgrenzung zum "Judentum". Ausgestattet mit kollektiven Eigenschaften
und Interessen, wurde das "Volk" daneben gegen das Individuum als
politisches Subjekt konstruiert. Der völkische Antiliberalismus
ordnet die irrationale Kategorie des "Volkes" jedem politischen
Denken und Handeln über. Damit verbunden ist eine
Geringschätzung des Individuums, welches sich voll und ganz den
"volklichen Interessen" zu unterwerfen habe.
Die völkischen Burschenschaften lehnten schon lange vor dem
Nationalsozialismus die Gleichsetzung von Staats- und Volksgrenzen,
von Staatsbürgern und Angehörigen eines "Volkes"
(später "Volksgenossen") ab. Im "volkstumsbezogenen
Vaterlandsbegriff", in welchem die "deutsche Nation unabhängig
von staatlichen Grenzen (existiert)" (9) lebt diese Anschauung bis
heute fort. Unter den gegenwärtigen politischen und rechtlichen
Bedingungen ist der völkische Nationalismus nicht mehr
unmittelbar in Forderungen nach einer neuerlichen "Wiedervereinigung"
des "deutschen Volkes" übersetzbar. Das Ziel
burschenschaftlichen Engagements in Österreich wird heute
kryptisch damit umschrieben, "den Gedanken an die deutsche Einheit
wachzuhalten" (10). Die Ablehnung der österreichischen Nation
paart sich grundsätzlich mit einem Bekenntnis zur
Eigenstaatlichkeit Österreichs. Gleichzeitig wird versucht, mit
Hinweisen auf ein "Selbstbestimmungsrecht" und die
Willkürlichkeit der gegenwärtigen Grenzen, die
großdeutsche Idee wachzuhalten.
So heißt es in einer Vorstellung burschenschaftlicher
Grundsätze auf der Internetseite der Oberösterreicher
Germanen: "Unser Vaterland ist die angestammte kulturelle und
geistige Heimat aller Deutschen, unabhängig von staatlichen
Grenzen. Das Vaterland und seine kulturelle Identität auf der
Basis des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu bewahren,
lebendig zu erhalten und zu schützen, ist Pflicht jedes
Deutschen." (11)
Der Olympe und FPÖ-Nationalrat Martin Graf: "Die heutigen
Staatsgrenzen wurden willkürlich gezogen; das deutsche Volkstum
muß sich frei in Europa entfalten können." (12)
Während die rassistischen und aggressiv-expansionistischen
Implikationen des völkischen Prinzips heute lieber ausgeblendet
werden, gleichzeitig jedoch weiter hinter ethnopluralistischen
Konzepten der "kulturellen Vielfalt" und revanchistischen Forderungen
hervorschimmern, setzt man nach wie vor offen auf die integrierende
Kraft der antiliberalen Volksgemeinschaftsideologie. In der
"Festschrift" der Olympia kommt daneben der irrationale, ja
quasi-religiöse Gehalt völkischer Weltanschauung zum
Ausdruck: "Dieser Glaube an die besondere Bestimmung und Bedeutung
des Volkstums richtete sich gegen die übersteigerten
individualistischen und weltbürgerlichen Tendenzen der
Aufklärung. Man wußte oder fühlte zumindest,
daß es der Gemeinschafts-Mythos ist, der der Gesellschaft ihren
Zusammenhalt als Nation gibt. Der westliche Liberalismus aber, dessen
Ideal die bloße individuelle Freiheit ist und der daher das
menschliche Handeln auf die materielle Daseinsvorsorge
beschränken will, zerstört die Gemeinschaft, indem er sie
systematisch um ihre Tiefen-Dimension bringt." (13)
Erziehung zur
"deutschen" Männlichkeit
Deutschnationalen Korporationen kommt seit dem späten 19.
Jahrhundert die soziale Funktion einer männlichen
Elitenreproduktionsstätte zu. In Uniformierung und stolzer
Zurschaustellung der "Schmisse" heben sich nationalfreiheitlich
Korporierte aus der Masse der Studierenden hervor. Die streng
reglementierte und hierarchisierte Gemeinschaft auf den
Verbindungshäusern erzieht daneben den einzelnen zu jenen Denk-
und Verhaltensweisen, die gemeinhin autoritären
Charakterstrukturen zugeschrieben werden.
Über das Erziehungsinstrument der Mensur werden nicht nur
militärische Sekundärtugenden wie Tapferkeit oder Gehorsam
eingeübt, sondern auch jene Härte und moralische
Indifferenz, die der Soziologe Norbert Elias als "menschlichen
Habitus ohne Mitleid" (14) beschrieb. In der affirmativen Behandlung
der Mensur kommt die schon oben angedeutete Geringschätzung des
Individuums zum Ausdruck: "Wird in einem Ritual absichtlich Blut
vergossen, so bedeutet das in der Regel, daß der Wert, zu
dessen Ehren das Blut fließt, höher geachtet wird als das
Leben des Blutenden." (15) Als jener "Wert", dem das Leben des
Einzelnen zu opfern ist, erscheint stets das (deutsche)
"Vaterland".
Antisemitismus
Entgegen aller burschenschaftlichen Legenden, stellt der
Antisemitismus ein konstituierendes Moment des Milieus dar. Bereits
die "Urburschenschaft" von 1815 bestimmte, daß "nur ein
Deutscher und Christ" Mitglied werden dürfe. 1820 verlangten
Korporierte auf dem (geheimen) Burschentag in Dresden den
Ausschluß der "vaterlandslosen Juden". In den folgenden Jahren
kam es zu heftigen Debatten über einen derartigen
"Arierparagraphen", wie er 1896 am Waidhofener Verbandstag von
österreichischen Bünden schließlich auch formalisiert
wurde. Die 1902 als Dachverband neugegründete DB verlieh in
ihren Eisenacher Beschlüssen von 1920 der "Überzeugung"
Ausdruck, "daß die ererbten Rasseeigenschaften der Juden durch
die Taufe nicht berührt werden" (16).
Daß der Antisemitismus der Burschenschaften, der dem
Nationalsozialismus vorausgriff, gerade in Österreich eine
Kontinuität über 1945 hinaus aufweist, wird vereinzelt
sogar von Angehörigen des Milieus eingeräumt. So weiß
der deutschnational Korporierte Harald Seewann, daß "auch heute
noch in der Auffassung einzelner die Waidhofener Beschlüsse
nicht überwunden scheinen" (17). Tatsächlich verteidigten
"deutsche" Burschenschafter in Österreich den "Arierparagraphen"
auch nach 1945. In den 60er Jahren rühmten sich einzelne
Verbindungen, "die jüdischen Elemente entfernt" zu haben oder
"seit 1882 judenrein" (18) zu sein. Der "Pauk-Comment" der Wiener
pennalen Waffenstudenten legte in SS 4 fest: "Genugtuungsfähig
auf Schläger ist jeder ehrenhafte arische Mensch." (19)
Und die Innsbrucker Suevia argumentierte 1960 gegenüber
gemäßigteren Kameraden: "Wir müssen (...) betonen,
daß es für die Deutsche Burschenschaft in Österreich
unmöglich ist, Nichtdeutsche aufzunehmen. Wir (...) stehen auf
dem allein burschenschaftlichen Standpunkt, daß somit auch der
Jude in der Burschenschaft keinen Platz hat." (20)
Angesichts eines derartigen Standpunktes überrascht es kaum,
wenn man da auch mal Taten folgen läßt. So
verwüsteten im November 1961 zwei Burschenschafter den
jüdischen Friedhof in Innsbruck, einer der beiden zwängte
seine Anschauung in holprige Reimform: "...der einzige Feind, den es
wert ist zu hassen / und ihn unter Umständen auch zu vergasen /
ist doch nur der ewige Jude, der heute / wie früher die dummen,
weil ehrlichen Leute bestiehlt / und uns allen die Frischluft
wegsaugt / nicht ahnend, daß er nur zum Einheizen taugt." (21)
Das
Verhältnis zum Nationalsozialismus
Den "Anschluß", noch 1988 in einer von Herwig Nachtmann
verantworteten Broschüre wiederholt als "Wiedervereinigung"
bezeichnet (22), feierten die Burschenschaften mit dem Aufziehen von
Hakenkreuzfahnen. Die Machteinsetzung der NSDAP wurde zuvor im Organ
der DB bejubelt: "Was wir seit Jahren ersehnt und erstrebt und
wofür wir im Geiste der Burschenschaft von 1817 jahraus, jahrein
an uns gearbeitet haben, ist Tatsache geworden." (23) Als
Entlastungsargument führen Burschenschafter heute gerne an, ihre
Verbindungen seien 1938 unter Zwang aufgelöst worden. Diese
Behauptung hat seine Berechtigung nur für das katholische
Verbandswesen, hingegen lösten sich auch die
österreichischen Burschenschaften feierlich selbst auf und
gliederten sich zum Großteil als "Kameradschaften" in den
Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund ein. Von
gedrückter Stimmung angesichts dieses Schrittes ist zumindest
bei der Olympia nichts zu bemerken: "Bei der eindrucksvollen Feier im
großen Konzerthaussaal anläßlich der
Überführung der waffenstudentischen Korporationen in die
Gliederungen der NSDAP wurden die Farben das letzte Mal in der
Öffentlichkeit getragen." (24)
Dennoch gehört die Behauptung, von den Nazis "verboten" worden
zu sein, zum Standardrepertoire weißwaschender
"Studentenhistoriker". Verboten wurden Burschenschaften in
Österreich tatsächlich des öfteren - nur nicht 1938.
Die Behörden lösten 1896 und danach einige jener
Verbindungen auf, die sich das "Waidhofener Prinzip" und somit den
"Arierparagraphen" zu eigen machten. 1933/34 wurden zahlreiche
Burschenschaften als Tarngruppen der illegalen NSDAP verboten, nach
1945 kurzfristig als deren Gliederungen. Die Olympia mußte
daneben zwischen 1961 und 1973 erneut unter fremder Flagge fahren:
Die rechtsextremen Aktiven rund um Norbert Burger forderten als
Bombenleger in Südtirol ein Verbot heraus.
Daneben dient der vereinzelte Widerstand von deutschnational
Korporierten, der mehr als Widerstand gegen die drohende Niederlage
im Krieg denn gegen die faschistische Diktatur und die Shoah zu sehen
ist, der Reinwaschung des ganzen Milieus. Diese Selbstverleugnung war
nicht immer vorherrschend: 1955 wurde es abgelehnt,
"'Widerständler' aus unseren Reihen zu benennen und sie als
Schild zu mißbrauchen" (25). Auch in der Aula verschloß
man sich den Versuchen, "einen nationalen Widerstand zu konstruieren"
(26).
Neben dem Ausblenden der Verstrickungen von Burschenschaftern in die
NS-Herrschaft ist in burschenschaftlichen Kreisen auch die Leugnung
oder Verharmlosung der NS-Verbrechen und der deutschen Kriegsschuld
("Revisionismus") verbreitet. Die Innsbrucker Brixen wollten
beispielsweise am 9. November (!) 1989 den "revisionistischen"
Ausfällen des Briten David Irving lauschen. Allein, der Herr
wurde vom Innenministerium zur unerwünschten Person erklärt
und mußte daher samt seiner Anhängerschaft ins benachbarte
Bayern ausweichen.
Derartige behördliche Schritte gegen die Leugnung der Shoah und
andere Geschichtsfälschungen wurden von der Wiener Olympia als
"Rückfall in eine längst überwunden geglaubte Zeit der
geistigen Unfreiheit" beklagt: "Wenn ein Deutscher über einzelne
'sensible' Fragen der Geschichte nur in den von den Umerziehern und
ihren deutschen Helfern vorgegebenen Bahnen denken und sprechen darf,
stellt dies eindeutig einen Mangel an Meinungs- und Redefreiheit und
somit auch ein Fehlen der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre
dar." (27)
Kontinuitäten
und Neuanfänge
Bis heute sehen sich Burschenschafter als "Besiegte" und den 8.
Mai 1945 als "totale Niederlage" (28). Als Gliederungen der NSDAP
wurden die Burschen- bzw. Kameradschaften 1945 aufgelöst, das
Schlagen von Mensuren wurde genauso verboten wie die Provokation mit
Mütze und Band auf Universitätsgelände. Die
nationalfreiheitlichen Männerbünde waren zunächst
angehalten, die Kontinuitäten mittels Auftreten unter
unverfänglichem Namen zu verdecken. So rekonstituierte sich etwa
die Olympia 1948 als AkademischeTafelrunde Laetitia. Als mehr oder
weniger belastete NS-Kader hatten zahlreiche Korporierte mit den
Widrigkeiten der Entnazifizierung zu kämpfen: "Ein
Großteil der Überlebenden", heißt es stellvertretend
bei der Olympia, "war politisch verfolgt und mit Berufsverbot
belegt." (29)
Als die Entnazifizierung ins Stocken geriet und von der Politik der
Integration ehemaliger Nationalsozialisten abgelöst wurde,
verspürten auch Korporierte wieder Aufwind. Parallel zur
Etablierung des Verbandes der Unabhängigen (VdU) rekonsolidierte
sich auch das burschenschaftliche Milieu. So wurden die rituellen
Fechtduelle 1952 wieder erlaubt, zwei Jahre später durften die
Korporierten wieder mit Mütze und Band auf die Hochschulen. (30)
1959 schreckte ein Umzug der gesamten Szene anläßlich der
Schiller-Feier am Wiener Ring die Öffentlichkeit auf. Dabei kam
es zu Zusammenstößen zwischen Neonazis und
AntifaschistInnen. Sechs Jahre später sollte auf einer
Demonstration gegen den antisemitischen Professor der Hochschule
für Welthandel Taras Borodajkewycz ein Antifaschist den Tod
finden: Ernst Kirchweger, Widerstandskämpfer und
KZ-Häftling, starb an den Folgen einer Attacke des Burschenschafters
Günther K.
Zu Beginn der 60er Jahre stiegen Burschenschafter aus Österreich
und Deutschland in den Südtirolterror ein und ließen
diesen eskalieren. Richtete sich der ursprüngliche Terror der
deutschsprachigen Südtiroler gegen Sachen, so nahmen die
Burschen rund um den Olympen Norbert Burger bei ihrem "Einsatz
für das bedrohte Grenzlanddeutschtum" (31) auch die Tötung
von ZivilistInnen bewußt in Kauf. Als eine der spärlichen
Reaktionen seitens der Behörden setzte es 1961 für die
Olympia das Verbot. Die traditionsreiche Verbindung konnte sich erst
1973 neu konstituieren.
Das deutschnationale Korporationswesen hatte nach seiner
Hochblüte in den 50er und 60er Jahren in der Folge zunehmend mit
Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Mit der partiellen Öffnung
und Demokratisierung der Universitäten ging der Einfluß
des Deutschnationalismus und Rechtsextremismus auf akademischen Boden
nach und nach zurück. Deutlicher Ausdruck dieser
Kräfteverschiebung ist der Niedergang des Ringes Freiheitlicher
Studenten (RFS): Die hochschulpolitische Gruppe des deutschnationalen
Korporationswesens sank in der WählerInnengunst von 32% (1953)
auf gerade 2% (1987) ab. (32) Wenn sich auch das Milieu im Zuge
gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen mittlerweile rekonsolidiert zu
haben scheint, ist es von alter Stärke nach wie vor weit
entfernt.
Die Dachverbände
Entsprechend ihrer Ideologie versuchten die deutschen und
österreichischen Burschenschaften, die staatliche
"Wiedervereinigung" in ihren Dachverbänden vorwegzunehmen. 1919
vereinigte sich die Burschenschaft der Ostmark mit der DB. Um einem
Verbot zu entgehen, schieden jedoch die österreichischen
Verbindungen im Juni 1933 aus dem gemeinsamen, nun auch offiziell
nazifizierten Dachverband aus. 1938, als "der Traum der Deutschen
Burschenschaft vom großen Reiche aller Deutschen Wirklichkeit
wurde" (33), vereinigte man sich wieder - diesmal unter dem Dach des
Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes. Sieben Jahre nach
der Befreiung vom Faschismus - in diesen Kreisen als "Zusammenbruch"
beklagt - schloß der österreichische Allgemeine
Delegiertenconvent (ADC) mit der DB ein "Arbeits- und
Freundschaftsabkommen" ab. Der ADC, auf Antrag der Wiener Olympia
1959 in Deutsche Burschenschaft in Österreich (DBÖ)
umbenannt, scheiterte 1961 zunächst in seinen Bestrebungen nach
erneuter Fusion mit der DB am beiderseitigen Mißtrauen. Ein
Mainzer Burschenschafter brachte die Vorbehalte gegenüber einer
Vereinigung mit der DBÖ auf den Punkt: "Auf Grund
persönlicher Gespräche, schriftlicher Dokumente und den
Erfahrungen von den Burschentagen müssen wir leider feststellen,
daß in den österreichischen Burschenschaften ein radikaler
Geist herrscht, dem wir uns verschließen müssen. Wir
lehnen ganz entschieden jede Form von politischem Extremismus und
Antisemitismus ab. Die Geschichte lehrt uns, daß diese
Geisteshaltung die deutsche Burschenschaft ins Unglück
führen würde und uns an unserem Volke schuldig werden
ließe." (34) Die unterlegene, rechtsextreme Fraktion
schloß sich darauf zur Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG)
zusammen. Im Gründungsprotokoll der aus 42 österreichischen
und deutschen Burschenschaften bestehenden BG bekennt sich diese "zum
volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff" und fordert "die geistige und
kulturelle Einheit aller, die dem deutschen Volke angehören und
sich zu ihm bekennen". Hochgehalten wird von der BG ein
Großdeutschland in den Grenzen vom 1. September 1939. (35)
Die jahrelangen Streitereien zwischen den Fraktionen wurden 1971
am Burschentag in Landau kurzfristig beigelegt. Der geschlossene
Kompromiß beinhaltet zwar die Freistellung der Mensur, doch
setzten sich die Hardliner aus DBÖ und BG mit der Verankerung
ihres "volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriffes" durch. Ab nun bekennt
sich auch die DB "zum deutschen Vaterland als der geistig-kulturellen
Heimat des deutschen Volkes. Unter dem Volk versteht sie die
Gemeinschaft, die durch gleiches geschichtliches Schicksal, gleiche
Kultur, verwandtes Brauchtum und gleiche Sprache verbunden ist" (36).
Darüber hinaus wurden den DBÖ-Verbindungen, die allesamt an
der Pflichtmensur festhielten, Einzelbeitritte zur DB gestattet. Die
Wiener Burschenschaften Libertas (37) und Vandalia (i. e. Olympia)
traten umgehend bei, die deutsche Germania-Erlangen trat sofort aus.
Bis heute haben sich 16 heimische Burschenschaften der DB
angeschlossen. (38)
Radikalisierung
Die DB verdankt ihre Radikalisierung, die 1995 erstmals zu einer
Erwähnung im deutschen Verfassungsschutzbericht führte, vor
allem dem erfolgreichen Entrismus der "Ostmärker". Die Olympia
beharrte etwa als Vorsitzende der DB 1990 auf dem Standpunkt,
"daß auch die Ostgebiete, Südtirol usw. alles deutsche
Länder sind" (39). Ein Jahr darauf fordern die Olympen am
Burschentag: "Die Unterwanderung des deutschen Volkes durch
Angehörige von fremden Völkern bedroht die biologische und
kulturelle Substanz des deutschen Volkes (...) Das deutsche Volk ist
vor Unterwanderung seines Volkskörpers durch Ausländer
wirksam zu schützen." (40)
In ihrer Festschrift zum 130jährigen Jubiläum 1989
hält die Wiener Burschenschaft fest: "Gleich nach Kriegsende
setzte die von den Siegern betriebene systematische Umerziehung
(reeducation) ein, die einen intensiven Wandel des Denkens, der
Empfindungen und Verhaltensweisen erreichen wollte und auch
erreichte. Alle Ideen und Überzeugungen, die nach Meinung der
Sieger zu der politischen, moralischen und charakterlichen
Korrumpierung der Deutschen geführt hatten, sollten ein für
allemal ausgerottet werden. (...) Die entstandene geistig-kulturelle
Bewußtseinslücke wurde durch die Etablierung der
westlich-pluralistischen Gesellschaftsform 'ausgefüllt'."
(41)
Derartige Urlaute rufen immer wieder Reaktionen auch aus den eigenen
Reihen hervor. So quittierten gemäßigtere deutsche
Verbindungen die neuerliche Wahl der Olympia auf den Vorsitz der DB
1996 mit Austritten. Als Grund für diesen Schritt wurde unter
anderem angegeben, die Wiener Fundis hätten gefordert,
"Österreich und Teile Polens in die Wiedervereinigung
Deutschlands miteinzubeziehen" (42).
Anmerkungen
1) BM f. Inneres, Gruppe C, Abteilung II/7:
Rechtsextremismus in Österreich. Jahreslagebericht 1994. Wien
1995, S. 11.
2) Bundesministerium des Inneren (Hg.),
Verfassungsschutzbericht 1995, Bonn 1996, S. 165.
3) Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg
(Hg.), Verfassungsschutzbericht 1996, Hamburg 1997, S. 116.
4) Michael Gehler, Studentenverbindungen und
Politik an Österreichs Universitäten. Ein historischer
Überblick unter besonderer Berücksichtigung des
akademischen Rechtsextremismus vom 19. Jahrhundert bis heute, in: H.
Reinalter/F. Petri/R. Kaufmann, (Hg.), Das Weltbild des
Rechtsextremismus. Die Strukturen der Entsolidarisierung, Innsbruck
1998, S. 338-428 (hier S. 390).
5) Die Mitgliedschaft in einer Korporation wird
erst nach Ablauf einer längeren Probe- und Bewährungsfrist
gewährt. Neben der "Burschung" erfolgt die Aufnahme in den
"Lebensbund" über ritualisierte Fechtduelle. Diese
männliche Initiationsriten werden "Mensuren"
genannt.
6) Jürgen Hatzenbichler, Korporation,
Tradition und Neue Rechte, in: Andreas Mölzer (Hg.), Pro Patria.
Das deutsche Korporations-Studententum - Randgruppe oder Elite?, Graz
1994, S. 262 f.
7) Vgl. Gehler, Studentenverbindungen, S. 361
f.
8) Über die Ernsthaftigkeit dieses
Abrückens von einem konstituierenden Moment des
nationalfreiheitlichen Lagers gab Haider selbst Auskunft: Am 120.
Stiftungsfest der Silvania bekräftigte er, weiter "für die
Erhaltung des deutschen Volkstums zu stehen". (Junge Freiheit
47/1996, S. 7)
9) Interview mit der Wiener Burschenschaft Olmpia,
in: Junge Freiheit 4/1990, S. 8.
10) Wiener Coleur-Szene, Oktober 1991, S.
5.
11) Homepage der Burschenschaft
Oberösterreicher Germanen in Wien, eingesehen am 2. 5.
1998.
12) Zit. nach Der Spiegel 24/1997, S. 54.
13) Wiener akademische Burschenschaft Olympia
(Hg.), Wahr und treu, kühn und frei! 130 Jahre Burschenschaft
Olympia. Wien 1989, S. 56 f.
14) Norbert Elias, Studien über die
Deutschen. Machtkämpfe und Habitusentwicklung im 19. und 20.
Jahrhundert, 2. Aufl.Frankfurt a. M.1989, S. 144.
15) Wiener akademische Burschenschaft Olympia,
Wahr und treu, S. 113.
16) Zit. nach Heither et al., Blut und Paukboden,
S. 92.
17) Aula 9/1994, S. 5.
18) Österreichischer Hochschulführer,
zit. nach Volksstimme, 8. 4. 1965.
19) Zit. nach Kartell-Chargen-Konvent des MKV
(Hg.), Die schlagenden Mittelschulverbindungen Österreichs, o.O.
Wintersemester 1963/64.
20) Zit. nach Michael Gehler,
Rechtskonservativismus, Rechtsextremismus und Neonazismus in
österreichischen Studentenverbindungen von 1945 bis in die
jüngste Zeit, in: W. Bergmann/R. Erb, A Lichtblau. (Hg.),
Schwieriges Erbe. Der Umgang mit Nationalsozialismus und
Antisemitismus in Österreich, der DDR und der Bundesrepublik
Deutschland, Frankfurt a. M./New York 1995, S. 236-263 (hier S.
243).
21) Zit. ebenda, S. 244.
22) Die im Grazer "Aula-Verlag" erschienene
Broschüre "1938. Lüge und Wahrheit. Weder Opfer noch
Schuld" wurde, mit dem Stempel der Innsbrucker Brixia versehen, im
März 1988 vor der dortigen Universität verteilt.
23) Burschenschaftliche Blätter 6/1933, S.
130.
24) Wiener akademische Burschenschaft Olympia,
Wahr und treu, S. 30.
25) Burschenschaftliche Blätter 7-8/1955, S.
218.
26) Peter Wrabetz, Das nationalfreiheitliche Lager
in Österreich, in: Aula 5/1973, S. 3-6 (hier S. 6).
27) Wiener akademische Burschenschaft Olympia.,
Wahr und treu, S. 2.
28) Ebenda., S. 79.
29) Ebenda, S. 1.
30) Vgl.Willi Weinert, Rechtsextremismus an den
Hochschulen, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen
Widerstandes (Hg.), Rechtsextremismus in Östereich nach 1945, 5.
Aufl. Wien 1981, S. 289-304 (hier S. 294).
31) Wiener akademische Burschenschaft Olympia,
Wahr und treu, S. 4.
32) Vgl. zum RFS Klaus Zellhofer, "Wir harren der
Sturmsignale." Der Werdegang des RFS, in: Österreichische
HochschülerInnenschaft (Hg.), Rechtsextremismus an
Österreichs Universitäten, Wien 1996, S. 51-65.
33) 100 Jahre Wiener Akademische Burschenschaft
Bruna Sudetia, in: Akademisches Leben, 7./8. Folge, Juli/August 1971,
S. 22.
34) Zit. nach Gehler, Studentenverbindungen, S.
380.
35) Vgl. Markus Perner/Klaus Zellhofer,
Österreichische Burschenschaften als akademische
Vorfeldorganisationen des Rechtsextremismus, in: Stiftung
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.),
Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus, 2. Aufl. Wien
1996, S. 270-277 (hier S. 275 f.).
36) Zit. nach acta studentica, 3. Jg., Folge 1+2,
Oktober 1972, S. 9.
37) Die B! Libertas, die etwa den
oberösterreichischen FPÖ-Landesobmann Hans Achatz zu ihren
"Alten Herren" zählt, hat 1878 als erste österreichische
Burschenschaft den "Arierparagraphen" eingeführt.
38) In der DB sind: Albia, Aldania, Bruna Sudetia,
Gothia, Libertas, OÖ Germanen, Olympia (alle Wien), Allemannia,
Arminia, Carniola, Germania, Marcho Teutonia (alle Graz), Brixia und
Suevia (Innsbruck), Cruxia und Leder (Leoben).
39) Interview mit der Wiener Burschenschaft
Olmpia, in: Junge Freiheit 4/1990, S. 8.
40) Zit. nach Perner/Zellhofer,
Österreichische Burschenschaften, S. 275.
41) Wiener akademische Burschenschaft Olympia,
Wahr und treu, S. 76 f.
42) Junge Freiheit 18-19/1996, S. 4.

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