Richard Wolfram - eine (fast) ungebrochene Karriere

Die Laufbahn des Volkskundlers Richard Wolfram im universitären Bereich war kein Einzelfall: Als illegales NSDAP-Parteimitglied im März 1934 noch an der Habilitation gehindert, stand der wissenschaftlichen Karriere spätestens nach dem "Anschluß" 1938 nichts mehr im Wege. Seine berufliche Tätigkeit, u. a. an der Universität Wien, stand dabei stets in enger Verbindung zur NS-Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Das Ahnenerbe", die den Nachweis der "geistigen Weltherrschaft des arischen Germanentums" bringen sollte.

Die Befreiung 1945 bedeutete für Wolfram einen - allerdings befristeten - Karriereeinbruch. Ab 1954 durfte er wieder an Universitäten unterrichten, 1959 wurde er ao. Professor an der Universität Wien, 1961 Vorstand des dortigen Instituts für Volkskunde. Im September 1985 schließlich wurde das Salzburger Landesinstitut für Volkskunde in "Richard-Wolfram-Forschungsstelle" umbenannt.

Der bayerische Filmemacher und Autor Albert Ottenbacher, der u. a. eine Biographie über die aus "rassischen" Gründen ermordete Volkskundlerin Eugenie Goldstern geschrieben hat, skizziert den beruflichen Werdegang Wolframs.

Thema/Archiv

« zurück