Die Forschungsstelle Nachkriegsjustiz

Mit der Einrichtung der Forschungsstelle Nachkriegsjustiz entsteht eine neue Einrichtung, die die bisher am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes durchgeführten Erschließungsarbeiten österreichischer Nachkriegsprozesse - darunter solcher wegen Arisierung sowie Ermordung und Mißhandlung ausländischer Zwangsarbeiter - fortsetzen wird.

Zweck der von Winfried R. Garscha und Claudia Kuretsidis-Haider geleiteten Forschungsstelle wird es sein, an einem zentralen Ort jene Akten zu dokumentieren, die zur Erforschung der justiziellen Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in Österreich dienen. Die Forschungsstelle wird somit ein Aufbewahrungsort von Wissen über die Akten, nicht jedoch der Akten selbst sein. Allerdings wird eine Sicherheitsverfilmung der Gerichtsakten auf Mikrofilm durchgeführt. Der zentrale Aufbewahrungsort der Filmkopien wird das Österreichische Staatsarchiv sein, weiters werden die im DÖW in großer Anzahl verwahrten (meist auszugsweisen) Papierkopien von Prozeßakten für die Arbeit herangezogen. Die Recherche- und Erschließungsarbeiten werden in engem Zusammenwirken mit den Verwahrern der Originalakten - d. h. mit den Aktenlagern der Gerichte und Staatsanwaltschaften sowie mit den Landesarchiven - erfolgen. Eine besonders enge Kooperation konnte mit dem Oberösterreichischen Landesarchiv angebahnt werden, das bereits seinerseits mit der Verfilmung von Gerichtsakten und der Erstellung elektronischer Register begonnen hat. Als "Trägervereine" der Forschungsstelle haben sich bereits im vergangenen Mai der Verein zur Förderung justizgeschichtlicher Forschungen und der Verein zur Erforschung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und ihrer Aufarbeitung konstituiert.

Vorstand 2002:
Univ.-Prof. Dr. Otto Triffterer (Präsident), Dr. Winfried Garscha (Schriftführer), Mag. Claudia Kuretsidis-Haider (Schriftführer-Stellvertreterin), Lisa Eisenwort (Kassierin), Sektionschef Dr. Roland Miklau, Hon.-Prof. Dr. Heinrich Neisser, Dr. Franz Vranitzky

Kontroll-Ausschuss:
Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky, Hon.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer


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