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Herbert Exenberger
(Referat, Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung,
25. 11. 1999)
Bevor ich einige Angaben über das Bemühen der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien für ihre jüdischen
Blinden und deren Leben während der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft mache, möchte ich mit einem Ereignis beginnen,
daß sich in der letzten Zeit, nämlich vom 16. Juni bis 12.
August 1999, in Frankfurt am Main abspielte. Im jüdischen Museum
dieser Stadt fand die bemerkenswerte Ausstellung zum Thema
"Erinnerungszeichen - der Neue Börneplatz aus der Perspektive
blinder Menschen" statt. Die Gedenkstätte Neuer Börneplatz,
errichtet auf einem geschichtsträchtigen Ort der Frankfurter
jüdischen Gemeinde, erinnert an die Deportation und Ermordung
der Frankfurter Juden während der Nazizeit. Die Stiftung
Blindenanstalt, unterstützt von einigen Institutionen,
gestaltete ein Projekt zur Erschließung dieser
Gedenkstätte für blinde Menschen. Der Platz wurde so
gestaltet, daß auch der Gehör- und Tastsinn angesprochen
werden kann. Über dieses Projekt, es liegt darüber auch
eine ausgezeichnete Materialsammlung vor, meinte die Projektleiterin
Ursula Hallerbach:
"Wie sollte eine Führung auf diesem weiträumigen Platz
aufgebaut sein, damit sich für einen blinden Menschen die
Inhalte erschließen lassen, und welche zusätzlichen
Informationen und Hilfsmittel sind geeignet, um die Eindrücke zu
vertiefen und Gespräche zu initiieren? Mit dieser Motivation
haben wir blinde Menschen ganz unterschiedlichen Alters eingeladen,
mit uns die Gedenkstätte zu besuchen und über die
präsentierten Inhalte und ihre Darstellung zu sprechen
[...] Ein Tastmodell der Gedenkstätte wurde entwickelt,
das einerseits die Bedürfnisse und Wünsche blinder und
sehgeschädigter Nutzerinnen und Nutzer berücksichtigt,
jedoch nicht nur für die Hand, sondern auch für das Auge
eine Gesamtansicht des Platzes zeigt. In Ergänzung zu einem
Tastmodell, das im Jüdischen Museum die historische Judengasse
und die präsentierte Ausgrabungsstätte erfahrbar macht,
wurde dieses Modell dem Museum als Leihgabe übergeben."
Ein durchaus nachahmenswertes Beispiel, auch für Wien, wie
ich meine.
Das Bild von der "blinden Großmutter", einsam und hilflos der
nazistischen Gewaltherrschaft im Ghetto Theresienstadt ausgesetzt,
soll uns heute gleichsam als Synonym für den Leidensweg der
doppelten Opfer, der jüdischen Blinden, durch den Vortrag
begleiten. "Die blinde Großmutter" ist ein Detailausschnitt des
Gemäldes "Transportmittel im Ghetto Terezin" der tschechischen
jüdischen Künstlerin Helga Weissova-Hoskova. Die
Künstlerin wurde mit zwölf Jahren zusammen mit ihren Eltern
nach Theresienstadt verschleppt. Bereits dort, in dieser
Zwangsgemeinschaft, zeichnete sie, was sie sah und erlebte. Ihren
künstlerischen Weg setzte sie nach der Befreiung konsequent
fort.
Das Israelitische Blindeninstitut in
Wien
Zurück nach Wien, wo die Betreuung der Blinden in vielen
Bereichen Vorbildcharakter für ähnliche Institute hatte. So
ergriff etwa der Arzt, Journalist, Schriftsteller, Philanthrop,
Sekretär und Archivar der Israelitischen Kultusgemeinde Wien
Ludwig August Frankl (3. Februar 1810 - 12. März 1894) die
Initiative, um mit Unterstützung des Bankiers und
Präsidenten der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde Jonas
Freiherr von Königswarter (10. August 1807 - 23. Dezember 1871)
im Jahre 1872 das Israelitische Blindeninstitut in Wien zu
gründen. Ein 6.000 Quadratmeter großes Grundstück im
19. Bezirk, Hohe Warte Nr. 32, stand dafür zur Verfügung.
Architekt Wilhelm Stiassny errichtete darauf ein dreigeschossiges
Gebäude mit Schlafsälen für 20 Mädchen und 30
Buben, entsprechende Lehrsäle, Turnsaal, Bad, Wäscherei,
Korbflechterei, Seilerei und einer hauseigenen Druckerei für
Publikationen in Blindenschrift.
Bereits ein Jahr später, 1873, stand Ludwig August Frankl als
Präsident dem von ihm einberufenen und in Wien tagenden Ersten
Blindenlehrerkongreß vor. Zwei bedeutende Blindenlehrer, die an
diesem Israelitischen Blindeninstitut wirkten, wollen wir hier kurz
vorstellen:
Zunächst Simon Heller (25. Oktober 1843 - 4. Mai 1922), der nach
seiner Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt in Olmütz als
Privatlehrer, als Volks- und Fortbildungsschullehrer tätig war.
Im Jahre 1873 wurde Heller Direktor des Israelitischen
Blindeninstituts auf der Hohen Warte. Auf seine Initiative hin wurde
an den Blindenschulen der Modellier- und Zeichenunterricht
eingeführt, und er ist Verfasser mehrerer Lehrbücher
für blinde Schüler. Simon Heller wurde in einem Ehrengrab
auf dem Wiener Zentralfriedhof, Israelitische Abteilung, 1. Tor,
bestattet.
Der zweite, der in den zwanziger Jahren Konsulent der Gemeinde Wien
für das Blindenwesen war und ab 1922 die Nachfolge von Simon
Heller als Direktor des jüdischen Instituts auf der Hohen Warte
antrat, war der Psychologe Prof. Siegfried Altmann (12. Juli 1887 -
14. September 1963). Er trat auch als Gründer eines Heimes
für blinde Mädchen des jüdischen Vereines
Providentia im 2. Bezirk, Darwingasse Nr. 5, hervor und fand
bereits im Alter von 22 Jahren, im Jahre 1909, seinen Lebensberuf im
Israelitischen Blindeninstitut in Wien. Über ihn schrieb Ottokar
Wanecek in den Mitteilungen des Österreichischen
Blindenverbandes einen Nachruf, aus dem ich ein paar Sätze
zitieren möchte:
"Sowohl als Blindenlehrer und Blindenfürsorger hat er sich
bleibende Verdienste erworben. Stand er doch vorbehaltlos auf der
Seite der jungen, damals noch sehr bestrittenen
Selbsthilfebestrebungen der Blinden. Mit seinem persönlichen
Einsatz, oft auch stark angefeindet, hat er wesentlich dazu
beigetragen, die endgültige Anerkennung der neuen
Wohlfahrtsbestrebungen in Österreich durchzusetzen [...]
Die jüngere Generation in unseren Reihen wird noch lange
Anregungen und Belehrungen in seinen formvollendet stilisierten
Artikeln schöpfen, in denen er insbesondere die neuen Richtungen
psychologischer Forschung in ihrer praktischen Bedeutung für die
Blindenerziehung abwog."
Auch in seinem Zufluchtsland ab 1939, in den USA, wirkte
Siegfried Altmann tatkräftig in österreichischen
Exilorganisationen mit; ein Affidavit hatte er von der blinden
Schriftstellerin Helen Keller erhalten.
Auf der Hohen Warte Nr. 32 wurden die Schülerinnen und
Schüler nicht nur in den sogenannten "Blindenberufen"
ausgebildet, sondern man versuchte, ihre individuellen
Fähigkeiten zu wecken und zu fördern. So berichtete 1933
Primarius Dr. Max Meissner über dieses
Blindeninstitut:
"Auch in der Berufsausbildung unterscheidet sich unsere Anstalt
von den meisten anderen. Der Leiter des Institutes ist
grundsätzlich davon abgegangen, die Zöglinge nur zu den
'Blindenberufen' auszubilden [...] Eine Reihe von
Zöglingen leistet in verschiedenen industriellen Betrieben
vollwertige Arbeit, andere sind als sprachkundige Korrespondenten und
Stenotypisten tätig. Etliche absolvierten verschiedene
Hochschulen und beendeten das Studium an der juristischen,
philosophischen und staatswissenschaftlichen Fakultät
[...] Es ist eine jüdische Anstalt, auf die wir Juden
mit Stolz hinweisen können."
Aus einem Tätigkeits- und Lagebericht vom 3. Jänner
1939 geht hervor, daß die Israelitische Kultusgemeinde Wien in
der Zeit vom 2. Mai 1938 bis 31. Dezember 1938 täglich 87
Personen im Israelitischen Blindeninstitut verköstigte. Auch der
Hilfsverein der jüdischen Blinden, mit seinem Sekretariat
im 2. Bezirk, Rembrandtstraße Nr. 18, und andere Organisationen
waren um Hilfeleistung für die Blinden bemüht.
Unter dem
Nationalsozialismus
Mit der Ernennung Adolf Hitlers im Jänner 1933 zum
Reichskanzler und der dadurch legalisierten Terrorwelle der
Nationalsozialisten in Deutschland kam es bereits in diesem Jahr zu
den ersten Maßnahmen gegen blinde Juden. So wurde im Juli 1933
ein sogenannter "Arierparagraph" im Verein der blinden Akademiker
Deutschlands eingeführt, und im Oktober 1933 führte der
Reichsdeutsche Blindenverband eine Satzungsänderung
durch, wonach ein "ordentliches Mitglied" nur "deutschstämmig"
sein durfte; den jüdischen Kriegsblinden wurde in diesem Jahr
erklärt, daß "im völkischen Staat Angehörige
fremder Rassen leitende oder führende Stellen nicht innehaben
können".
Nach dem sogenannten "Anschluß" Österreichs an das
nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurden die
humanen Bemühungen von Blindenorganisationen stark eingeengt
bzw. deren Tätigkeit überhaupt verboten. So erfolgte der
Zusammenschluß des Verbandes der Kriegsblinden
Österreichs mit dem Verein Nationalsozialistische
Kriegsopferversorgung e.V., und die 1935 gegründete
Hilfsgemeinschaft der später Erblindeten Österreichs
wurde in den Reichsdeutschen Blindenverband eingegliedert.
Alle diese Organisationen hatten in ihren Reihen auch jüdische
Blinde als Mitglieder. Kommerzialrat Hans Hirsch, Obmann des
Verbandes der Kriegsblinden Österreichs, der schon im Mai
1938 in einer Denkschrift an den Reichsminister für Justiz auf
die drohenden Existenzsorgen der fünfzig jüdischen Inhaber,
unter ihnen zwölf Kriegsblinde, von Tabaktrafik-Lizenzen
hinwies, erinnert sich an die Situation nach dem März 1938:
"Dieses an schönen Aufgaben und erfreulichen Erfolgen reiche
Organisationsleben wurde durch die politische Entwicklung in den
dreißiger Jahren jäh unterbrochen. Ich war gezwungen,
meine Tätigkeit im Verband aufzugeben, und im weiteren Verlauf
mußte ich sogar als Mitglied aus der Organisation ausscheiden.
Es zählt jedoch zu meinen schönsten Erinnerungen, daß
auch in diesen Zeiten Kameraden den Weg zu mir fanden und ich ihnen
mit meinem Rat dienen konnte. So blieb die Verbindung auch
während des zweiten Krieges bestehen."
Ein anderer Blinder, Jakob Wald, der im Jahre 1935 die
Hilfsgemeinschaft der später Erblindeten Österreichs
gründete, die heute noch ihre vielfältigen Tätigkeiten
als Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen
Österreichs weiterführt, mußte miterleben,
daß in seinem Büro im Jahre 1938 einige Männer in
SA-Uniformen erschienen, es waren auch verblendete Blinde unter
ihnen, und ihn zum Verlassen des Lokals der Hilfsgemeinschaft
aufforderten. "Es half Jakob Wald nichts", wie es in der Festschrift
zum 50jährigen Bestandsjubiläum dieser Organisation im
Jahre 1985 hieß, "daß er sich auf Anraten guter Freunde
hatte taufen lassen - er war doch der Jude geblieben. Gekränkt,
erniedrigt und gedemütigt, mußte sich ein Mensch, der nur
Gutes gewollt und Bestes getan hatte, in ein untätiges Leben
zurückziehen, während er unerfahrenen Blinden, die von der
Führung einer Blindenorganisation keine Ahnung hatten, aber
Hitler und seinem Hakenkreuz treu ergeben waren, das Schicksal seiner
Hilfsgemeinschaft überlassen" mußte.
Fluchtversuche
Bereits am 28. April 1938 verkündete der "Reichskommissar
für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen
Reich" Josef Bürckel, daß der "Arisierungsprozeß in
Wien ab heute durch ihn persönlich geleitet wird". Den
pogromartigen Ausschreitungen im März 1938, dem umfangreichen
Stehlen jüdischen Eigentums folgte nun Schritt für Schritt
eine systematische Einengung des Lebensraumes der jüdischen
Bevölkerung Wiens. Wer die Möglichkeit zur Flucht sah,
verließ den Einflußbereich der Nazis. Man braucht nicht
viel Phantasie dazu, um sich die Schwierigkeiten bewußt werden
zu lassen, die gerade jüdische Blinde dabei zu bewältigen
hatten. Robert Vogel, der unermüdliche Motor und umsichtige
Präsident der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen
Österreichs, schildert in seiner Autobiographie "Zwischen
Hell und Dunkel" seine Flucht so:
"Durch den 'Anschluß' Österreichs an das Deutsche Reich
wurde es mir klar, daß ich mich als Jude auf die Dauer nicht
werde behaupten können [...] Der Versuch, die
dänische Grenze zu überschreiten, schlug fehl, und ich fuhr
wieder nach Wien zurück. Vorübergehend wohnte ich im
Blindeninstitut Hohe Warte, wo ich mit zwei blinden Freunden, Karl
Weinstein und Sigmund Fränkel, die Flucht nach Belgien
beschloß. Am 18. November 1938 ging die Reise los. Ich setzte
meinen geringen Sehrest ein, um 'Führer' der makabren Expedition
zu sein. Beide Freunde waren vollblind. Wir wurden aber beim
Überschreiten der Grenze oberhalb Aachen erwischt und
mußten wieder zurück. Wir kamen bis Frankfurt am Main, wo
wir, von der Gestapo verfolgt, alles daransetzten, um doch noch ein
schutzgewährendes Land zu erreichen. Unser Hoffen und unsere
Mühe, unsere Entbehrungen und unsere Leiden waren nicht umsonst.
Am 27. November 1938 konnten wir mit einer Einreisebewilligung des
zuständigen niederländischen Ministeriums über die
Grenze fahren."
Vertreibung jüdischer MieterInnen
aus den Wiener Gemeindebauten
Aus diesem Jahr 1938 sind einige Dokumente über die
Vertreibung blinder jüdischer Mieter aus Wiener Gemeindebauten
und ihr verzweifeltes, in allen Fällen vergebliches Ringen um
den Verbleib in ihren Wohnungen erhalten geblieben. Sie mußten
nach dem Rassenwahn der Nationalsozialisten als jüdische
Hauptmieter, weil sie mit ihrem jüdischen Ehepartner in einer
sogenannten "Mischehe" lebten oder weil sie ihren blinden Verwandten
Unterkunft gaben, ihre Wohnungen räumen. Darüber
berichteten Brigitte Ungar-Klein, Johann Koß und ich in dem
Buch "Kündigungsgrund Nichtarier. Die Vertreibung jüdischer
Mieter aus den Wiener Gemeindebauten in den Jahren 1938-1939" (Wien
1996).
In Briefen an den Bürgermeister, an Reichskommissar Bürckel
und an andere nationalsozialistische Stellen appellierten die
Gekündigten um Menschlichkeit, um eine Zurückziehung der
Kündigung, jedoch vergebens. So schrieb die blinde
Alleinerzieherin Sarah Seidenfrau aus dem 3. Bezirk am 6. Juli 1938
an das Wohnungsamt:
"Da ich gänzlich alleinstehend und auf beiden Augen
vollständig erblindet bin, fällt mir das Wohnungssuchen
schwer, umso schwerer, da eine jüdische Partei als Hauptmieter
nicht genommen wird und in Untermiete mich als Blinde niemand nimmt.
Umsoweniger, da ich auch ein Kind zu betreuen haben."
Fast mit den gleichen Argumenten wie Frau Seidenfrau versuchte
der blinde Musiklehrer Abraham Friedmann beim Bezirksgericht
Döbling einen Rekurs der Kündigung zu erlangen:
"Insbesondere fällt das Wohnungsfinden jetzt schwer, da man
einen Juden als Hauptmieter nicht annimmt, und mich als Blinden nimmt
aber schwer jemand in Untermiete."
Frau Margaretha Beck, die mit ihrem jüdischen Mann Ernst im
20. Bezirk lebte, ersuchte in einem Brief, geschrieben in der J. W.
Kleinschen Stacheltypenschrift, das Wohnungsamt um Hilfe und
Rücksicht:
"Schwer traf mich als Arierin und meinen jüdischen Mann der
Schicksalsschlag, als wir in unserer Kindheit erblindeten. Noch
härter und vernichtender ereilte uns die Kunde von der
Kündigung unserer Wohnung. Nicht nur, daß wir das Obdach
verlieren, auch das Brot für zwei unmündige Kinder wird uns
dadurch entzogen, denn mein Mann übt im Kabinett das
Bürstenbinderhandwerk aus. Sowohl ich als auch mein Mann
beziehen von der Fürsorge der Gemeinde Wien einen
Erhaltungsbeitrag, der uns ermöglichte, den Zins pünktlich
zu erlegen. Wir können es nicht fassen, daß es des
Führers Wille sei, die Ärmsten der Armen auf die
Straße zu setzen und dem größten Elend
preizugeben."
Zusätzlich bemühte sich der Hilfsverein der
jüdischen Blinden am 8. Juli 1938 für Ernst Back bei
Reichskommissar Bürckel zu intervenieren. Vergebens.
Auch der bereits erwähnte Jakob Wald sollte mit seiner Frau am
1. August 1938 seine Gemeindewohnung im 15. Bezirk, Neusserplatz 1-2,
Stiege 4, Tür 16, der nationalsozialistischen Stadtverwaltung
geräumt übergeben. Seine ebenfalls erblindete Frau Kamilla
erinnerte in einem Schreiben an die Wohnhäuserverwaltung der
Stadt Wien am 2. Juli 1938 daran, daß Jakob Wald kein
konfessioneller Jude, sondern getauft sei und der
römisch-katholischen Religionsgemeinschaft angehöre und sie
mit sieben Taufscheinen einwandfrei ihre "arische Abstammung"
nachweisen könne. Mit "Rücksicht auf die besonders
berücksichtigungswürdigen Umstände" beantragte die
Städtische Wohnhäuserverwaltung einen Räumungsaufschub
per 1. November 1938. Das Ehepaar Wald zog aber bereits am 16. August
1938 aus seiner Gemeindewohnung aus.
Jüdische Kriegsblinde
Betroffen von der Vertreibung aus ihren Wohnungen bzw. von ihrer
kärglichen Existenzsicherung - den Trafiken - waren auch
jüdische Kriegsblinde. Die jüdischen Soldaten des Ersten
Weltkriegs waren für die nun uneingeschränkt herrschende
Naziclique, die das Wort "Kameraden" nicht oft genug in den Mund
nehmen konnte, eben keine Kameraden. Im Gegenteil. Demütigungen,
Diebstahl ihres Hab und Guts und brutale Terrormaßnahmen
standen auf der Tagesordnung gegen die jüdischen Bürger
Österreichs. Selbst das Tragen von verliehenen Auszeichnungen
aus dem Ersten Weltkrieg wurde den jüdischen Kriegsblinden
verboten. So erhielt z. B. am 28. August 1939 Dr. David Schapira vom
Wiener Versorgungsamt II eine endgültige Entscheidung, daß
ihm als Jude das Tragen des Verwundetenabzeichens nicht gewährt
werde.
Ein paar weitere Beispiele:
Samuel Unger, geboren am 18. November 1875 in Heinzendorf, diente von
1896 bis 1899 beim 1. Ulanenregiment in Wien und leistete seit dem
Jahre 1914 Frontdienst. Zwei Jahre später erlitt er an der
italienischen Front in den Karnischen Alpen - im Abschnitt
Plöckenpaß-Cellonspitze - schwere Verletzungen, die zu
seiner Erblindung führten. Als Trafikant und Mitglied des
Kriegsblindenverbandes gestaltete Unger sein weiteres Leben
und bezog 1930 eine Wohnung in der städtischen Wohnhausanlage im
10. Bezirk, Laxenburgerstraße 49-57, Stiege 7, Tür 4. Sein
Leben schien in geordneten, wenn auch behinderten Bahnen zu
verlaufen, bis ... ja, bis zum März 1938. Auch er sollte am 1.
August 1938 seine Wohnung im Gemeindebau verlassen. "Gnadenweise"
erhielt er von der nazistischen Stadtverwaltung eine unglaubliche
Fristerstreckung des Räumungstermines bis zum 15. August 1938.
Unger mußte wie alle anderen Juden in eine "Sammelwohnung"
einziehen, wo jeweils mehrere Familien eine notdürftige
Unterkunft fanden, ehe sie mit Deportationszügen ihren letzten
Weg antreten mußten. Samuel Unger pferchte man in die Wohnung
Nr. 11 im 2. Wiener Bezirk, Große Sperlgasse 6.
Der in einer sogenannten "Mischehe" lebende Kriegsblinde Julius
Grünwald mußte seine Wohnung im 16. Bezirk verlassen.
Über die einem Kriegsblinden zugemutete "Ersatzwohnung"
heißt es in einem Interventionsversuch des Hilfsverbandes
der jüdischen Kriegsopfer, Invaliden, Witwen und Waisen in
Wien:
"Er kam hin und erfuhr dort, daß das Haus baufällig ist
und in der nächsten Zeit niedergerissen wird. Das Haus steht in
einer tiefen Grube, so daß der Zugang für ihn als Blinden
mit Lebensgefahr verbunden ist. Grünwald kam nun ins Wohnungsamt
zu seinem Referenten zurück und teilte ihm den Sachverhalt mit,
er bat um eine neue Zuweisung. Der Referent soll ihm eine neue
Zuweisung verweigert haben."
Die verzweifelte soziale Situation des Kriegsblinden Naftali
Kaminker nach seiner Vertreibung aus seiner Wohnung in der
Brigittenau, Stromstraße 74-76, Stiege 17, Tür 13,
bestätigte sogar im April 1939 der nationalsozialistische
kommissarische Bezirksvorsteher der Leopoldstadt. Es heißt
hier:
"Kaminker Naftali, Jude, Kriegsblinder, war Tabaktrafikant, und
wurde ihm die Trafik entzogen. Er hat um den Wiederbezug der
Kriegsinvalidenrente angesucht, hat jedoch noch keinen Bescheid
erhalten. Sollte er in Wiederbezug der Rente kommen, wird er den
aushaftenden Betrag begleichen. Derzeit ist er nicht in der Lage,
irgendeinen Betrag leisten zu können."
Deportationen
In den folgenden Jahren wurde das bedeutende pädagogische und
humanistische Engagement der Israelitischen Kultusgemeinde Wien
für ihre Blinden vollständig zerschlagen. Eine
Selbsthilfegruppe der jüdischen Blinden, mit Sitz in der
Unteren Augartenstraße 35, versuchte in diesen Jahren für
ihre Schicksalsgenossen tätig zu werden. Erhalten geblieben ist
etwa ein betroffen machender verzweifelter Appell an den Amtsdirektor
der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Dr. Josef Löwenherz vom
25. Februar 1941: berichtet wird, daß bereits beim ersten
Transport von Wien nach Opole, Distrikt Lublin, am 15. Februar 1941
drei Blinde deportiert wurden und sich weitere zwei Blinde schon im
Sammellager in der Castellezgasse befanden. "Es ist unleugbar",
schrieb die Selbsthilfegruppe, "daß die Umsiedlung für
jeden unserer Glaubensgenossen schwer tragbar ist. Aber es ist ebenso
unleugbar, daß sie den Blinden um ein vielfaches schwerer
trifft. Der Blinde, aus einer im bekannten Umgebung herausgenommen
und in eine ihm unbekannte verpflanzt, ist in des Wortes wahrster
Bedeutung ein verlorener Mensch." Wenige Monate später, am 30.
September 1941, mußte sich die Israelitische Kultusgemeinde
Wien von der nationalsozialistischen Gemeindeverwaltung,
Hauptabteilung für Wohnungs- und Siedlungswesen diktieren
lassen, daß die Stadt Wien die Liegenschaft in der Unteren
Augartenstraße 35 übernimmt. Die Räumung erfolgte
1942 mit der gleichzeitigen Auflösung der Selbsthilfegruppe
der jüdischen Blinden.
Das Haus des Israelitischen Blindeninstituts auf der Hohen Warte
diente in der Folge als Wohnheim der Kultusgemeinde. So erstattete
zum Beispiel Direktor Max Birnstein am 3. Oktober 1941 auf
telefonische Weisung folgenden Bericht über die Insassen der
Zweiganstalt Hohe Warte an die Hauptabteilung Wohnungs- und
Siedlungswesen der nazistischen Wiener Stadtverwaltung:
"Blinde: 117, Taubstumme: 27, Krüppel: 5, davon 1 unter 10
Jahren, 2 über 10, 6 über 20, 3 über 30, 15 über
40, 23 über 50 Jahre alt. Hingegen sind von den 58 Alten 6
über 60, 35 über 70, 17 über 80 Jahre alt, Gesamtstand
207."
Um eine Möglichkeit für Heimarbeit für die Blinden
in diesem Haus zu erhalten, sprachen der Leiter des
jüdischen Kriegsopferverbandes Ing. Siegfried Kolisch und
andere beim Arbeitsamt und bei der Deutschen Arbeitsfront vor.
Es gelang ihnen durch die Bereitstellung von leicht montierbaren
Webstühlen. Schon vorher wurden im Heim Hohe Warte
Schreibmaschinenkurse für Blinde eingerichtet.
Bereits 1940 hatte die Israelitische Kultusgemeinde Wien von der
"Aufbaufonds Vermögensverwaltung G. m. b. H." die schriftliche
Aufforderung erhalten, bis zum 1. Juni 1940 die Räumung des
Gebäudes der Jüdischen Blindenanstalt, Taubstummen- und
Krüppelhilfe auf der Hohen Warte 32 durchzuführen. In einem
Antwortschreiben hatte Dr. Josef Löwenherz erklärt,
daß im "gegenwärtigen Augenblick die Schaffung einer
Ersatzunterkunft, die für Blinde und sonstige Krüppel
entsprechend eingerichtet wäre, ganz unmöglich" sei.
Massive Maßnahmen gegen die jüdischen Blinden setzten die
Nazis im Jahre 1942. Schlag auf Schlag mußte auf Befehl des
berüchtigten SS-Hauptsturmführers Alois Brunner das
Altersheim Hohe Warte 32 geräumt werden, die Auflösung
erfolgte am 7. Juli 1942, und 40 Blinde, die seit Oktober 1941 im
Altersheim der Israelitischen Kultusgemeinde Wien in Favoriten,
Alxingergasse 97, untergebracht waren, mußten in den folgenden
Deportationstransport nach Theresienstadt eingereiht werden. Das Heim
in der Alxingergasse wurde am 15. September 1942 aufgelöst.
Ghetto Theresienstadt
Ab 15. Februar 1941 wurden Bewohner des Heimes Hohe Warte Nr. 32
von den Nationalsozialisten in Ghettos und Vernichtungslager
deportiert, die überwiegende Mehrzahl von ihnen am 28. Juni 1942
in das Ghetto Theresienstadt. Auch in der Zwangsgemeinschaft des
Ghettos Theresienstadt nahmen sich die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der "Fürsorgestelle" der blinden Deportierten an.
Mit welchen Schwierigkeiten sie dabei fertig werden mußten,
zeigt uns ein Bericht des Referates Blindenfürsorge vom
März 1944:
"Von den 445 blinden Personen wohnen 164 im Blindenheim und 281 in
den Blocks. Von 56 Betreuern sind 23 über 60 Jahre, 8 Personen
arbeiten nur 4 Stunden pro Tag, so daß auch hier von einer
Minderqualität in dem Betreuer-Personal gesprochen werden
muß."
Diese unerträgliche Situation im Fürsorge-, Pflege- und
ärztlichem Bereich und der Versuch, den Blinden dennoch
bestmöglichste Hilfestellungen anzubieten, skizzierte
schonungslos der Arzt und Leiter der Abteilung Fürsorge im
Ghetto Theresienstadt, Dr. Karel Fleischmann, in einer Rede im
Blindenheim. So meinte er über die hoffnungslos
überfüllten "Quartiere" in Theresienstadt:
"Sie sehen auch nicht die elenden Quartiere in den Blocks. Sie
sehen nicht die vollgepfropften Räume, die feuchten Wände
und die löchrigen Fußböden. Sie sehen nicht all diese
Trauer, all dieses Unglück, all diese Verzeiflung. Sie sehen
nicht die Krankenstuben, die Ambulanzen mit den endlosen Reihen der
wartenden Patienten. Sie sehen nicht das Tempo der aufreibenden
Arbeit und können nicht ermessen, welche Schwierigkeiten, welche
Hindernisse zu überwinden waren und wie die primitiven
Stätten der ärztlichen Hilfeleistung nach und nach zu
wirklichen Behandlungsräumen umgewandelt wurden [...] Es
gehört schon eine gewisse geistige und moralische Kraft dazu, in
einer so von Grund aus geänderten Situation seine Haltung nicht
zu verlieren."
Der Kriegsblinde Oskar Löwy, geboren am 13. September 1894
in Mattersburg und vom September 1942 bis Juni 1945 im Ghetto
Theresienstadt festgehalten, gab im Prozeß gegen den im Kreis
um Adolf Eichmann in der "Zentralstelle für jüdische
Auswanderung" tätigen Anton Brunner (Brunner II) bei seiner
Zeugenvernehmung im Wiener Landesgericht am 25. Februar 1946 unter
anderem zu Protokoll:
"Weiters gebe ich an, daß mir in Theresienstadt 3 ebenfalls
kriegsblinde Weltkriegsteilnehmer namens Goldberger, Unger und Diener
erzählten, daß sie, obwohl sie von der Führerkanzlei
in Berlin den Bescheid erhalten hätten, als kriegsausgezeichnete
Juden von einer Evakuierung nach Osten ausgenommen zu sein, trotzdem
auf Veranlassung von Brunner I (Alois Brunner) und Brunner II nach
Theresienstadt verschickt wurden und daß bei dieser Gelegenheit
ein vierter, ebenfalls Besitzer von Weltkriegsauszeichnungen, weil er
sich energisch gegen seine Evakuierung wehrte, von Brunner I und
Brunner II geschlagen und dann ausnahmsweise sogar nach Polen
verschickt wurde. Dabei handelte es sich um einen gewissen Goldapper.
Die drei mit mir in Theresienstadt angehaltenen
Auszeichnungsträger und Kriegsblinden sind dann dort infolge
Hungers gestorben."
Das Leben dieser Blinden im Ghetto Theresienstadt, ihr
vorsichtiges Vorwärtstasten, hielt der deutsche Maler und
Graphiker Leo Haas, Häftling in Nisko, Theresienstadt,
Auschwitz, Sachsenhausen, Mauthausen und Ebensee, 1943 in seinem
Aquarell "Die Blinden von Theresienstadt" fest. Im Ghetto
Theresienstadt mußte auch der Wiener Künstler Berthold
Ordner, geboren am 30. Juni 1889, sein Leben fristen. Er erregte mit
seinen Drahtplastiken einiges Aufsehen. Über seine Kunst,
dreidimensionale Zeichnungen mittels einer Drahtplastik zu gestalten,
meint er, daß er "aus einem einzigen Stück Draht eine
Figur in einem Zug formen kann, ähnlich wie ein Zeichner in
einer Linie die Umrisse skizziert". Ordner überlebte seine
Befreiung nur sehr kurz. Er starb am 27. Jänner 1946.
Im Ghetto Theresienstadt wirkte auch der Wiener kriegsblinde
Rechtsanwalt Dr. David Schapira, geboren am 29. Dezember 1897, als
Fürsorger im Blindenheim, als Kulturreferent der
"Freizeitgestaltung", hielt Vorträge, etwa im Juli 1943 zum
Thema "Die Blinden und ihre Umwelt", gestaltete
musikalisch-deklamatorische Veranstaltungen und Vorlesungen für
Blinde und Sehbehinderte und war letztlich auch als Verteidiger beim
sogenannten "Ghetto-Gericht" tätig. Im Juni 1945 kehrte Dr.
Schapira nach Wien zurück. Er arbeitete wesentlich am Aufbau der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien mit, war in den Jahren 1948 bis
1949 Präsident dieser Gemeinde und starb am 22. November 1984 im
87. Lebensjahr.
1947 kehrte der bereits erwähnte Robert Vogel aus Holland nach
Wien zurück. Unermüdlich war er für seine
Schicksalsgefährten tätig, vergaß aber auch nie das
Leid der jüdischen Blinden während der Nazizeit. Er war die
treibende Kraft für das am 20. Mai 1966 im Blindenheim
Unterdambach der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen
Österreichs enthüllte Mahnmal für 144 blinde
jüdische Naziopfer, ein Werk des Bildhauers Franz Coufal. Der
damalige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Dr.
Ernst Feldsberg, zeigt in seiner Gedenkrede das Schicksal der
doppelten Opfer, der blinden jüdischen Frauen und Männer
auf:
"Dicht zusammengepfercht lebten diese Blinden [...] im KZ
Theresienstadt. Mit einem einmaligen Heldenmut trugen sie ihr
doppeltes Schicksal, das Leid des Blinden und das Leid der KZ-Haft
[...] Aber im Oktober 1944, 6 Monate vor der Befreiung,
wurden fast alle dieser unglücklichen Menschen mit anderen
kranken, gehunfähigen und alten Häftlingen in Viehwaggons
nach Auschwitz geschafft, wo sie in den Gaskammern den
Märtyrertod fanden [...] Mir als ehemaligen
KZ-Häftling ist es eine besondere Auszeichnung, Robert Vogel
dafür danken zu dürfen, daß er durch die Errichtung
eines Denkmales vor dem Blindenheim Unterdambach das Andenken jener
blinden Männer und Frauen ehrte, welche in den
Konzentrationslagern des Nationalsozialismus den Märtyrertod
starben."
Einige blinde Holocaustopfer
Stellvertretend für alle wollen wir einige Wiener blinde
Holocaustopfer zum Abschluß namentlich erwähnen:
Theodor H. Andersen, geboren am 9. Oktober 1860.
10. Bezirk, Ernst Ludwig-Gasse 2/Stiege 3/Tür 21
("Mithlingerhof").
Letzte Adresse: 9. Bezirk, Grundlgasse 1.
Deportiert am 11. Jänner 1942 nach Riga.
Rudolf Grünwald, geboren am 3. August 1884, Korb- und
Sesselflechter.
2. Bezirk, Obere Augartenstraße 12-14/Stiege 4/Tür 28.
Letzte Adresse: 19. Bezirk, Hohe Warte 32.
Deportiert am 9. Juni 1942 nach Minsk, Maly Trostinec.
Naftali Kaminker, geboren am 12. Mai 1880, Trafikant.
20. Bezirk, Stromstraße 36-38/Stiege 17/Tür 13
("Winarskyhof").
Letzte Adresse: 2. Bezirk, Floßgasse 6/Tür 9.
Deportiert am 9. Juni 1942 nach Minsk, Maly Trostinec.
Julie Münster, geboren am 1. April 1884.
Letzte Adresse: 19. Bezirk, Hohe Warte 32.
Deportiert am 28. Juni 1942 nach Theresienstadt, von dort am 16.
Oktober 1944 nach Auschwitz.
Sarah Seidenfrau, geboren am 4. Oktober 1892, Haushalt.
3. Bezirk, Grasbergergasse 4-6/Stiege 21/Tür 6
("Wildganshof").
Letzte Adresse: 20. Bezirk, Brigittenauer Lände 48/Tür
7.
Deportiert am 14. Juni 1942 nach Sobibor.
Samuel Unger, geboren am 18. November 1875, Trafikant.
10. Bezirk, Laxenburger Straße 49-57/Stiege 7/Tür 4
("Zürcher-Hof").
Letzte Adresse: 2. Bezirk, Große Sperlgasse 67/Tür 11.
Deportiert am 20. August 1942 nach Theresienstadt, dort am 8. April
1944 gestorben.
Dr. Gustav Zeißl, geboren am 10. April 1857,
Rechtsanwalt.
1. Bezirk, Hohenstaufengasse 2.
Letzte Adresse: 9. Bezirk, Seegasse 9.
Deportiert am 25. Mai 1943 nach Theresienstadt, dort am 18. August
1943 gestorben.

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