|
Anton Maegerle Islamistischer "Revisionismus" Führender Holocaust-Leugner im Iran hat beste Verbindungen nach Deutschland Ersterschienen in: blick nach rechts 13/2006. Kontakt zum Autor: office@doew.at Das Thema Holocaustleugnung stand vom 5. bis 7. März auf dem Lehrplan der Islamic Azad University, der Ebnesina Medical University und der Ferdowsi University in der iranischen Stadt Mashhad. Lehrmeister war der deutschstämmige Australier Frederick Töben (Jg. 1944). Töben stellte dabei unter anderem "revisionistische" Literatur von Willis Carto und Germar Rudolf sowie ein angebliches Modell eines Krematoriums von Auschwitz-Birkenau vor. Weitere Referatsauftritte und Gesprächstermine hatte Töben noch beim staatlichen iranischen Rundfunksender I.R.I.B., vor angehenden Juristen sowie Studenten der Razavi Islamic Studies University und religiösen Frauengemeinschaften. Die Referatstournee dauerte bis zum 14. März 2006. Bereits im Dezember 1999 hatte Töben in Teheran in Sachen Holocaustleugnung referiert. Der promovierte Philosoph Töben gründete 1996 mit Gleichgesinnten das Adelaide Institute, ein internationales Zentrum für Holocaustleugnung, das er seitdem leitet. Töben steht in Kontakt zu weltweit bekannten "Revisionisten", darunter auch Günter Deckert. 1999 wurde Töben vom Landgericht Mannheim wegen Volksverhetzung, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt, zuvor saß er acht Monate in Untersuchungshaft. Verteidigt wurde Töben von Ludwig Bock, ehemaliger NPD-Bundestagskandidat, der heute zur Verteidigerriege des Holocaust-Leugners Ernst Zündel zählt. Während Töbens Inhaftierung hielt die neonazistische Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene (HNG) zu ihm Kontakt. Dafür bedankte sich Töben in einem Brief an die HNG-Vorsitzende Ursel Müller. Zur Festnahme Töbens war es gekommen, als er mit dem engagierten Mannheimer Staatsanwalt Hans-Heiko Klein in dessen Amtszimmer über Auschwitz debattieren wollte. Klein ließ den fanatischen Antisemiten kurzerhand festnehmen und einsperren. Zu den führenden Propagandisten der Holocaustleugnung im Iran zählt Mohammad Ali Ramin (Jg. 1954), ein langjähriger Freund und Weggefährte des Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Ramin hat 17 Jahre lang in Deutschland gelebt. Er leitet in Teheran die Gesellschaft für die Vertretung der Rechte muslimischer Minderheiten im Westen. "Die Holocaust-Story war der Vorwand für die Entstehung des verbrecherischen israelischen Regimes", verkündet der Islamist. Ramins Zukunft steht laut Eigenbekunden im "Dienste der Befreiungsbewegung zur Befreiung der entrechteten Völker und damit auch im Dienst der islamischen Revolution". Im niedersächsischen Clausthal-Zellerfeld gründete er den Verein Islamische Gemeinschaft in Clausthal. 1988 verkündete der Verein: "Jeder Moslem ist aufgerufen, sich zusammenzureißen, um dem ihm auferlegten Kampf entgegenzutreten. Jeder aufrichtige Mensch ist aufgefordert, die Unterdrückungsmaschinerie dieser Erde, geführt von den Zionisten und der USA [...] abzulehnen und sich dagegen aufzulehnen." Der Verein wurde inzwischen in Islamischer Weg umbenannt. Vorsitzender ist der promovierte Verfahrenstechniker Yavuz Özoguz (Jg. 1959; Delmenhorst). Im Dezember 2003 musste Özoguz eine Tagung des Islamischen Wegs im Islamischen Zentrum Hamburg (IZH) absagen, da der angekündigte Referent Ramin von der deutschen Botschaft in Teheran eine schriftliche Absage auf seinen jährlichen Visumsantrag erhielt. In den Jahren zuvor hatte Ramin auf Einladung des "Islamischen Wegs" mehrfach in die Bundesrepublik einreisen können. Ramin und der deutsche Staatsbürger Özoguz, Domaininhaber einer Website, die dem Oberhaupt der Islamischen Republik Iran, Imam Khameini, huldigt, pflegen eine langjährige Freundschaft. Beide haben in Clausthal-Zellerfeld studiert. Özoguz, Interviewpartner des NPD-Parteiorgans Deutsche Stimme, ist auch Betreiber des Internetportals Muslim-Markt. Im Dezember 2005 war dort zu lesen: "Israel ist gestohlenes Land. [...] Und so lange dieser Diebstahl aufrecht erhalten wird, so lange dieses Unrecht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln brutalst unterstützt wird, so lange wird es keinen Frieden in der Region geben". Schließlich heißt es bei Muslim-Markt: "Der Islam ist die mit Abstand revolutionärste Befreiungsbewegung mit einem immerwährenden Antrieb zur Reform." |
|
« zurück |