NS-Justiz in Österreich und Deutschland

Die NS-Justiz, die sich zunehmend zu einem Instrument institutionalisierten, staatlichen Terrors entwickelte, spielte eine zentrale Rolle bei der Verfolgung der Regime-Gegner. Ein Projekt der Philipps-Universität Marburg, bei dem das DÖW als Kooperationspartner wirkt, soll nun einen Beitrag zur Erforschung des politischen Strafrechts nach der Machtübernahme des NS-Regimes in Österreich liefern.

Am Ende der Gesamterhebung wird es möglich sein, umfängliche statistische Angaben über Objekte der politischen Strafjustiz auf dem Gebiet Österreichs für die NSZeit zu ermitteln, so u. a.: Anzahl der Verfahren und der Verurteilten - Entwicklung der Strafhöhe - Zugehörigkeit der Angeklagten zu Organisationen - zeitliche Verteilung der Delikte - Wohn und Aktionsorte bzw. regionen - beteiligte Richter und Staatsanwälte und deren Urteilspraxis. Die Bewertung der gewonnenen Daten wird Trends aufzeigen, die in einem ersten analytischen Schritt zu einem Phasenmodell politischer Strafjustiz verdichtet werden.

An dem von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsvorhaben beteiligt sind Prof. Dr. Theo Schiller, Prof. Dr. Dieter Meurer, Prof. Dr. Thomas Klein, Dipl. Pol. Wolfgang Form (alle Philipps-Universität Marburg) sowie der wissenschaftliche Leiter des DÖW Hon.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer.

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