Juliputsch 1934

SS-Putschversuch in Wien und SA-Aufstand in den Bundesländern forderten mehr als zweihundert Tote - doch auch vor und nach dem Juliputsch fielen terroristischen Anschlägen der österreichischen Nationalsozialisten fünfzig Menschen zum Opfer.
Ein Beitrag von Winfried R. Garscha




Mitteilungen 167


Am 25. Juli 1934, um 12.53 Uhr, fuhren mehrere Lastautos mit 150 - als Bundesheer-Soldaten verkleideten - SS-Männern durch das offene Tor des Bundeskanzleramtes am Ballhausplatz. Um 13.00 Uhr stürmten 15 SS-Männer das Funkhaus der Ravag (Radio-Verkehrs-AG) in der Johannesgasse und erzwangen die Verlesung einer Meldung über den angeblichen Rücktritt der Regierung Dollfuß. Diese Meldung war das vereinbarte Signal zum "Losschlagen" für die Nationalsozialisten in den Bundesländern.


Die Ermordung Dollfuß'

Die Wache im Bundeskanzleramt ließ sich widerstandslos entwaffnen, die Beamten des Hauses wurden von den Putschisten in den Hof getrieben. Um 13 Uhr wurde Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß, der gerade von einem Diener ins angrenzende Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Sicherheit gebracht werden sollte, von einem der SS-Männer - Otto Planetta - angeschossen, bevor er die Verbindungstür zur Wendeltreppe in den Archiv-Speicher erreicht hatte. Die Putschisten ließen ihn verbluten, um 15.45 Uhr war der Kanzler tot.

Der Überfall auf das Bundeskanzleramt stand unter der Leitung des ehemaligen Bundesheer-Wachtmeisters Franz Holzweber. Die eigentlichen Anführer des Putschversuchs - der Führer der illegalen SS-Standarte 89, Fridolin Glass, und der Verbindungsmann zu den deutschen Drahtziehern, Dr. Otto Gustav Wächter - waren für die SS-Männer im Kanzleramt nicht erreichbar. Das Kanzleramt wurde ab halb zwei Uhr von Polizei und Bundesheer umstellt. Um 15 Uhr war das Funkhaus in der Johannesgasse wieder in der Hand der Regierung, die Rücktrittsmeldung wurde widerrufen. Die Situation in den Bundesländern war den Putschisten im Kanzleramt unbekannt. Über Vermittlung von Sicherheitsminister Emil Fey, der sich bei Dollfuß aufgehalten hatte, und des deutschen Botschafters Dr. Kurt Rieth verhandelten sie mit dem von der Bundesregierung beauftragten Sozialminister Odo Neustädter-Stürmer über eine kampflose Übergabe, die zwischen 19 und 19.30 Uhr erfolgte. Unter Hinweis auf die Ermordung Dollfuß' nahm die Regierung die Zusicherung des freien Geleits zur deutschen Grenze zurück, am 31. Juli wurden Holzweber und Planetta hingerichtet. In den darauf folgenden Wochen wurden fünf weitere Beteiligte an der Besetzung des Kanzleramts und ein Beteiligter an der Erstürmung des Ravag-Funkhauses sowie fünf Nationalsozialisten in den Bundesländern hingerichtet.


Der Aufstand in der Steiermark und Kärnten

Schon mehrere Tage vor dem Putsch in Wien hatten - vor allem in der Steiermark und Kärnten - Gerüchte die Runde gemacht, dass ein militärischer Umsturzversuch der Nationalsozialisten bevorstehe, dennoch war die Situation innerhalb der Exekutive nach der Radiomeldung vom Rücktritt der Bundesregierung von Abwarten und teilweiser Kopflosigkeit geprägt.

Während der Putsch in Wien von der SS vorbereitet und durchgeführt wurde, war der Aufstand in den Bundesländern eine Aktion der SA. Zum Zentrum des Aufstands entwickelte sich die Steiermark, wo die SA militärisch durch den Steirischen Heimatschutz, der bereits 1931 einen Putschversuch unternommen und sich 1933 der NSDAP unterstellt hatte, verstärkt wurde. Die Steiermark war, neben Kärnten und Oberösterreich, auch eine Hochburg des Landbunds für Österreich, einer deutschnationalen, antiklerikalen Bauernpartei, die bis 1933 auch in der Bundesregierung vertreten war.

Ausgehend von Radkersburg beherrschten die Aufständischen ab dem Abend des 25. Juli weite Teile der Südoststeiermark, wo sich den Nationalsozialisten auch die "Bauernwehren" des Landbunds anschlossen. Auch im Raum Deutschlandsberg verzeichneten die Nationalsozialisten bereits am 25. Juli militärische Erfolge, nicht jedoch in der übrigen Weststeiermark und um Graz. Brennpunkt der Kämpfe war jedoch, vor allem am 26. Juli, die Obersteiermark, und zwar sowohl das Industriegebiet zwischen Judenburg und Leoben als auch das steirische Ennstal. Die blutigsten Auseinandersetzungen fanden in und um Schladming, in der Gegend rund um Stainach-Irdning, auf dem Pyhrnpass und im Raum Leoben-Donawitz statt.

Nach dem Scheitern des Putschversuchs der SS in Wien wurde von München aus an die SA-Funkstelle nach Klagenfurt die Meldung (von der die Polizei später eine Mitschrift sicherstellte) durchgegeben: "Brigade Kärnten beginnt mit Elementarereignis 12 bis 13 Uhr". In Unterkärnten und im Lavanttal gelang es der SA am Vormittag des 26. Juli, vor dem Zugriff der Exekutive ihre Einheiten zu mobilisieren. Die Kämpfe setzten um 14 Uhr im Raum Klagenfurt ein, im Laufe des Nachmittags wurden St. Veit an der Glan, Feldkirchen und Wolfsberg von den Aufständischen besetzt. In Klagenfurt setzte sich das Bundesheer durch und beeinflusste damit auch den Ausgang der Kampfhandlungen im Kärntner Unterland.

Während der Aufstand am Abend des 26. Juli in der Steiermark zusammenbrach und die geschlagenen Nationalsozialisten sich zu Hunderten nach Jugoslawien zu retten versuchten, erlangten die Aufständischen die Kontrolle über das Lavanttal und sicherten so ihren steirischen Kameraden den Rückzug über die Grenze. In einigen Kärntner Orten setzten die Kämpfe erst am 27. Juli ein. Erst am 30. Juli zogen sich die Aufständischen aus dem Lavanttal über die jugoslawische Grenze zurück. (Insgesamt dürften über 2.000 Nationalsozialisten aus der Steiermark und Kärnten nach Jugoslawien geflüchtet sein.)


Die Kämpfe in den übrigen Bundesländern

Bereits am Nachmittag des 25. Juli ermordete in Innsbruck der Führer der so genannten
T(=Terror)-Gruppe der Tiroler SS den Kommandanten der städtischen Sicherheitswache, Franz Hickl, mit drei Pistolenschüssen beim Betreten des Statthaltereigebäudes in der Herrengasse. Hickl war schon früher Zielscheibe nationalsozialistischer Drohungen gewesen, der Mord erfolgte auf Befehl der illegalen Gauleitung, der Mörder wurde am 1. August hingerichtet.

Am 26. Juli überfielen Nationalsozialisten ein Zollhaus im südlichen Burgenland (Minihof-Liebau), der Angriff konnte aber abgewehrt werden, die nach Ungarn Geflüchteten wurden den österreichischen Behörden überstellt.

Die in der Österreichischen Legion konzentrierten, nach Deutschland geflüchteten Nationalsozialisten wurden von den Ereignissen überrascht, die SA-Führung befahl Bewaffnung und Motorisierung, sagte den Alarm jedoch in der Nacht zum 26. Juli wieder ab, was einige Gruppen zu eigenständigen Aktionen veranlasste, insbesondere an der bayrisch-oberösterreichischen Grenze. In der Nacht zum 27. Juli fielen "Legionäre" im Raum Kollerschlag (Mühlviertel) in Österreich ein, an den bewaffneten Auseinandersetzungen war übrigens, außer Robert Haider aus Goisern, auch Anton Burger, der spätere Kommandant des Ghettos Theresienstadt, beteiligt. Ebenfalls erst am 27. Juli erfolgten lokale Aufstandsversuche in weiteren Orten Oberösterreichs, die aber von der Exekutive im Keim erstickt wurden.

Erst am Nachmittag des 27. Juli gab die Salzburger SA-Führung (von Freilassing aus) den Einsatzbefehl, der aber nur in der Stadt Salzburg und im Flachgau befolgt wurde. Am Abend überfielen Nationalsozialisten den Gendarmerieposten von Seekirchen am Wallersee. Doch außer in Lamprechtshausen wurde der Aufstandsversuch überall unterbunden, bevor er begonnen hatte.


Intrigen und Gerüchte

1. Seite des "Kollerschlager Dokuments" Dass sowohl der Putschversuch in Wien als auch die anschließenden Kämpfe in den Bundesländern von Deutschland aus gesteuert wurden, war offenkundig - als wichtigstes Beweisstück diente der als "Kollerschlager Dokument" bekannt gewordene Aufstandsplan, der auch prominente Aufnahme in das von der österreichischen Regierung 1946 herausgegebene "Rot-Weiß-Rot-Buch" fand. Ebenso offensichtlich ist, dass das teilweise unkoordinierte und dilettantische Vorgehen der Putschisten ein Resultat von Auseinandersetzungen zwischen SA und SS (nur drei Wochen nach der Ermordung von über hundert SA-Führern durch SS und Gestapo im Zuge des so genannten "Röhm-Putschs"!) sowie zwischen der "österreichischen Landesleitung" der NSDAP und der österreichischen SA-Führung gewesen sein dürfte. Die genauen Umstände sind jedoch bisher unerforscht; Heinrich Himmler hatte 1938 eine "historische Kommission" eingesetzt, die das Desaster des Juliputschs aus der Sicht der SS klären sollte. Anlass zu wilden Gerüchten bereits unmittelbar nach dem Putschversuch hatte auch die dubiose Rolle von Sicherheitsminister Fey geboten. Der von Dollfuß entmachtete Führer der Wiener Heimwehr (der bis zum 1. Mai 1934 Vizekanzler gewesen war) hatte von der geplanten Besetzung des Kanzleramts erfahren, die Warnung aber verspätet weitergegeben - und zwar nur an Dollfuß persönlich, den er während der Ministerratssitzung ins Nebenzimmer bat. Nur weil sich die Abfahrt der Lastautos mit den SS-Männern verzögert hatte, war es möglich gewesen, die Ministerratssitzung vorfristig zu beenden, sodass die Putschisten nur mehr Dollfuß und Fey im Kanzleramt antrafen. Eine Klärung der genauen Umstände von Dollfuß’ Tod ist nicht mehr möglich, weil bei der Bergung der Leiche die Spuren am Tatort verwischt wurden.

Die Distanzierung der nationalsozialistischen Reichsregierung von den nationalsozialistischen Putschisten galt wohl eher dem Misserfolg der Aktion - der von den Putschisten vorgesehene neue Bundeskanzler Dr. Anton Rintelen (bis 1933 christlichsozialer Landeshauptmann der Steiermark, nach dem Juliputsch zu lebenslänglichem Kerker verurteilt) hätte für Hitler wohl einen fügsameren Verhandlungspartner dargestellt als Engelbert Dollfuß. Trotz internationalen Drucks blieb die Ersetzung des deutschen Botschafters Rieth durch Franz von Papen - einen Politiker der katholischen Zentrumspartei, der zu Hitlers wichtigsten Steigbügelhaltern im Vorfeld der nationalsozialistischen Machtübernahme gezählt hatte - das einzige Entgegenkommen Deutschlands gegenüber Österreich nach der von Deutschland aus gestarteten militärischen Aktion gegen den Nachbarstaat.


Der nationalsozialistische Terrorismus vor und nach dem Juliputsch

Die genauen Zahlen der Opfer des Juliputschs sind bis heute nicht bekannt. Gerhard Jagschitz (der 1976 die erste wissenschaftliche Untersuchung des NS-Putschs veröffentlichte) und Gerhard Botz (der in die 1983 erschienene Neuauflage seiner Studie "Gewalt in der Politik" auch die Jahre 1934–1938 einbezog) übernahmen die vom Militärhistoriker Erwin Steinböck 1965 vorgelegten Zahlen: einschließlich der 13 hingerichteten Putschisten habe der Juliputsch 269 Todesopfer gefordert. Die neueste Publikation - "Elementar-Ereignis. Die österreichischen Nationalsozialisten und der Juliputsch 1934" von Kurt Bauer - kommt zu folgendem Ergebnis: 111 "Aufständische", 101 Getötete auf Regierungsseite und 11 "Unbeteiligte". Von den 223 Todesopfern entfallen 96 auf die Steiermark und 81 auf Kärnten.

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und das Karl von Vogelsang-Institut haben in einem zweijährigen Forschungsprojekt die Opfer des Terrors der NS-Bewegung in Österreich 1933 bis 1938 untersucht, die Ergebnisse werden in wenigen Monaten als Buch vorliegen. Die Analyse der amtlichen Quellen und der Berichte in den Zeitungen ergab, dass im Zuge des Juliputschs von den Nationalsozialisten 119 Personen getötet wurden - wenn man den gesamten Zeitraum vom 25. Juli 1934 bis zum endgültigen Erliegen der Kämpfe in den Bundesländern am 6. August 1934 berücksichtigt und auch die ihren Verletzungen Erlegenen mit einrechnet. Da der NS-Terror in Österreich zwischen 1. Juni 1933 und 10. März 1938 insgesamt 169 Todesopfer forderte, heißt dies, dass 50 Menschen ohne Zusammenhang mit den Kampfhandlungen des Juli 1934 von österreichischen Nationalsozialisten getötet wurden - 26 vor und 24 nach dem Putsch. Ermordet wurden nicht nur Angehörige des Bundesheeres, der Polizei oder Gendarmerie, einer freiwilligen Assistenztruppe oder des Grenzschutzes, sondern auch zahlreiche Unbeteiligte. Zu Opfern gezielter Anschläge wurden politische Gegner ebenso wie Juden - wie der Juwelier Norbert Futterweit -, aber auch vermeintliche Verräter in den eigenen Reihen (von den 12 Getöteten der Jahre 1935 bis 1937 waren 7 Opfer von Fememorden innerhalb der illegalen Partei). Es ist daher unrichtig, die von den Nationalsozialisten vor ihrer Machtübernahme ausgehende Gewalt auf den Juliputsch zu reduzieren und ansonsten als mehr oder weniger harmlose Gewaltakte (Papierböller, Sprengen von Telefonzellen) frustrierter Jugendlicher hinzustellen. Ungeachtet des Rückhalts, den die illegale NSDAP in Teilen der österreichischen Bevölkerung genoss, agierte sie wie eine ganz normale terroristische Organisation.


Die österreichischen Nationalsozialisten als Bürgerkriegspartei

Nach 1945 wurden Mitglieder der illegalen NSDAP als "Hochverräter" strafrechtlich verfolgt. Anton Pelinka hat hingegen in seinem Aufsatz "Der verdrängte Bürgerkrieg" (in: Pelinka/Weinzierl, Das große Tabu, Wien 1987) davor gewarnt, angesichts der massiven Einmischung Deutschlands die Tatsache außer Acht zu lassen, dass der Einfluss der österreichischen NSDAP aus innerösterreichischen Konflikten resultierte und die Kämpfe von Österreichern ausgetragen wurden. Der Juli 1934 sei eher als Vorbote eines anderen, noch bevorstehenden, größeren Bürgerkrieges zu betrachten: Dieser "brach 1938 über Österreich herein, dauerte sieben Jahre und kostete direkt Zehntausenden, indirekt Hunderttausenden Österreichern das Leben. [...] Auf der einen Seite standen die österreichischen Nationalsozialisten [...]. Die anderen waren konservative Legitimisten, katholische Austrofaschisten, großdeutsche Sozialdemokraten, stalinistische Kommunisten. [...] Die direkten Opfer dieses Bürgerkrieges waren die Zehntausende, die in den Konzentrationslagern und auf den Hinrichtungsstätten des 'Dritten Reiches' ermordet wurden - als politisch Verfolgte, als 'rassisch Minderwertige'. [...] Auf beiden Seiten dieses Bürgerkrieges standen Österreicher."



Exkurs: Die Kämpfe im Raum Kollerschlag und der "Legionär" Robert Haider aus Goisern
(Nach: Kurt Bauer, Elementar-Ereignis, Wien 2004, S. 301 f.)

In der Nacht vom 25. auf 26. Juli wurde an der deutschen Grenze bei Kollerschlag (Bezirk Rohrbach/OÖ) ein nationalsozialistischer Kurier verhaftet, bei dem man Papiere mit dem Aufstandsplan der österreichischen SA fand ("Kollerschlager Dokument").

Am 26. Juli um 23 Uhr hielt eine zwei Mann starke Patrouille der Zollwacheabteilung aus Haselbach drei Angehörige der Österreichischen Legion - einer damals an mehreren Orten nahe der österreichischen Grenze stationierten SA-Formation, die als Bürgerkriegstruppe im entscheidenden Moment in Österreich eingreifen sollte - an, die gerade die Grenze überschritten hatten. Als die "Legionäre" flüchten wollten, eröffneten die Zollwacheorgane das Feuer. Zwei "Legionäre" wurden festgenommen, der Dritte konnte entkommen.

Am 27. Juli um 2 Uhr morgens überfielen ca. 40 bis 50 "Legionäre" das Grenzzollamt Hanging bei Kollerschlag. 30 "Legionäre" unter Führung von Hauptmann Geister fuhren weiter in den nahe gelegenen Ort Kollerschlag, um dort den Gendarmerieposten einzunehmen. Beide Angriffe wurden schließlich zurückgeschlagen, zwei "Legionäre" kamen ums Leben, fünf wurden verwundet; die Nationalsozialisten erschossen den Gendarmerie-Revierinspektor Richard Hölzl, der seinen überfallenen Kameraden zu Hilfe geeilt war, auf offener Straße.

Ungefähr zur selben Zeit überfielen "Legionäre" das südlich gelegene Grenzzollamt Haselbach. Die dortige Besatzung war durch die Schüsse aus Hanging bereits gewarnt, hatte gegen die Übermacht der Angreifer aber keine Chance. Nach einem Kampf, bei dem ein "Legionär" starb, mussten die drei Verteidiger fliehen. Erst am Morgen vertrieb heranrückende Gendarmerie die Nationalsozialisten. Mehrere Beamte aus Hanging und Haselbach sowie ein Mitglied des Freiwilligen Schutzkorps wurden nach Bayern verschleppt und erst nach einiger Zeit durch bayrische Gendarmeriebeamte aus der Gewalt der "Legionäre" befreit. In Deutschland verhaftete man die beteiligten SA-Leute und steckte sie für einige Wochen nach Landsberg in "Ehrenhaft".

Unter den aus Deutschland angreifenden "Legionären" befand sich der 1914 geborene Robert Haider, Schuhmachergeselle aus Goisern, Vater des langjährigen FPÖ-Obmanns und Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider. Robert Haider war 1933 als SA-Mann bei einer Schmieraktion erwischt worden. Er hatte fliehen können und war in Bayern der Österreichischen Legion beigetreten. Nach dem "Anschluss" kehrte er nach Oberösterreich zurück und wurde Gaujugendwalter der Deutschen Arbeitsfront in Linz.


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