|
Haus der Geschichte der Republik Österreich Konzept der Ständigen HistorikerInnen-Expertengruppe 13. Juni 2006 Als PDF-Datei zum Downloaden (42 KB) » Der Ständigen HistorikerInnen-Expertengruppe gehören an: o. Univ. Prof. Dr. Roman Sandgruber (Sprecher), HR Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer-Galanda (stv. Sprecherin), o. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Botz, Univ.-Prof. Ernst Bruckmüller, HR Dr. Günter Düriegl, Univ.-Prof. Dr. Michael Gehler, Dr. Tamara Griesser-Pecar, Univ.Prof. Dr. Ernst Hanisch, Dr. Manfred Jochum, Univ.Prof. Dr. Stefan Karner, o. Univ.Prof. Dr. Helmut Konrad, o. Univ.Prof. Dr. Herbert Matis, GD HR Hon. Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky, Dr. M. Christian Ortner, HR Hon. Prof. Dr. Josef Riegler, Univ.-Prof. Dr. Michaela Sohn-Kronthaler, o. Univ.Prof. Dr. Rolf Steininger, Dr. Barbara Stelzl-Marx, HR Univ.Doz. Dr. Erwin A. Schmidl, Dr. Robert Streibel, Univ.Prof. Dr. Arnold Suppan, Univ. Doz. Dr. Heidemarie Uhl.
1. Mission Statement 1. Mission Statement Mission Statement und inhaltliches Konzept des HGÖ wurden von der "Ständigen Expertengruppe österreichischer Historiker und Historikerinnen", der 22 Experten und Expertinnen aus verschiedenen Bereichen der historischen Forschung angehören, im Konsenswege erarbeitet. Das "Haus der Geschichte Österreichs" (HGÖ) versteht sich als ein offenes Forum. Es ist ein Ort der Darstellung neuer Erkenntnisse und Infragestellung von Geschichtsmythen, ein Haus der Vermittlung des historisch Entstandenen und Wandelbaren in der österreichischen Politik, Gesellschaft, Kultur und Kunst. Im HGÖ begegnen einander Wissenschaft und Öffentlichkeit. Das Gesamtkonzept muss absolut frei von politischen Einflüssen ausschließlich basierend auf den Kriterien unabhängiger wissenschaftlicher Arbeit erstellt werden, ohne umstrittene Aspekte der österreichischen Geschichte (z. B. österreichische Täter in NS-Verbrechen) auszuklammern. Politisch motivierte Glättungen oder Mythenbildungen in der österreichischen Geschichtsüberlieferung sollen als solche erkennbar gemacht werden, dürfen aber in seiner Konzeption keinen Platz finden. Das HGÖ ist nicht als klassisches Museum vorstellbar. Es ist vielmehr als ein attraktiver öffentlicher Ort zu konzipieren, an dem eine Auseinandersetzung mit Geschichte und Geschichtsschreibung in vielfältiger Form stattfindet. Permanente Ausstellung, Sonderausstellungen, mediale Installationen, Diskussionen, filmische und andere mediale Darbietungen, Serviceleistungen und Forschung sind im HGÖ gleichermaßen präsent. Das HGÖ betreibt die für seine Tätigkeitsbereiche erforderliche Forschung. Es muss aber sichergestellt bleiben, dass die Förderung anderer zeitgeschichtlicher Forschungen ebenso wie die Arbeit engagierter Initiativen keinerlei Kürzungen erfährt, sondern möglichst zusätzliche Unterstützung erhält. Ein HGÖ kann auch nicht Ersatz für spezifische, themenorientierte zeitgeschichtliche Forschungs- und Gedenkeinrichtungen sein. Das HGÖ muss ein Haus für ganz Österreich sein, alle Bundesländer sowie alle Segmente der österreichischen Gesellschaft (einschließlich der nationalen und religiösen Minderheiten) ansprechen und als Plattform den wissenschaftlichen Diskursen offen stehen. Es ist kein "Nationalmuseum". Das Europäische im Österreichischen und das Österreichische außerhalb der österreichischen Grenzen sollen bedacht werden. Österreich soll dabei nicht als eine Materialisierung, sondern als ein Ensemble von Vorstellungen vom "Österreichischen" aufgefasst sein. Es wird daher auch nicht nur das "Eigene", sondern auch das "Andere" zu bedenken haben. Beim HGÖ geht es daher auch um ein "Österreich im Kopf", um seine Identitäten und Alteritäten, Widersprüche und Eigenheiten. Zeitlich und inhaltlich steht die Geschichte Österreichs von 1918 bis zur Gegenwart im Mittelpunkt: Das Ende muss offen sein. Zugrunde liegt dem die Erkenntnis, dass Geschichte immer zeitgenössische Geschichte ist. Denn die an die Geschichte zu stellenden Fragen legitimieren sich jeweils aus der Gegenwart, erst aus der Gegenwart gewinnt man einen Maßstab zur Betrachtung der Vergangenheit. Auch wenn schwerpunktmäßig der zeitliche Beginn mit der Gründung der Republik gegeben ist, wird man dort, wo dies zum Verständnis notwendig ist, auch die Zeit vor 1918 und Österreich in seinem nachbarschaftlichen Bezug berücksichtigen müssen. Die Geschichte Österreichs ist darüber hinaus mit der gesamteuropäischen Entwicklung und dort, wo es notwendig ist, auch vor dem Hintergrund globaler Zusammenhänge zu sehen und zu hinterfragen. Das HGÖ hat immer wieder neu und rasch auf Diskussionen der Gegenwart zu reagieren. Dabei hat es ein breites Spektrum an Material und (davon getrennt) Interpretationen und Meinungen anzubieten, aber keine Lehrmeinungen vorzugeben. Die jeweilige Auswahl des Dargestellten muss auch unterschiedliche Standpunkte reflektieren. Die Aufgabenstellung des "Hauses der Geschichte" ist die Vermittlung wesentlicher Aspekte der österreichischen Geschichte in den oben skizzierten Zusammenhängen. Dazu braucht es:
Das HGÖ hat sich an ein inhomogenes und daher nicht einfach zu definierendes Zielpublikum aus dem In- und Ausland zu wenden, dessen Segmente über die Funktionen des Hauses näher eingegrenzt werden können. Es sind einerseits die Identitäten und die Selbstverständnisse der heute in der Republik Österreich lebenden Menschen und ihrer wechselvollen Geschichte zu erforschen, diese Selbstverständnisse darzustellen, zu vermitteln und auch zu unterstützen, andererseits kritische Reflexionen und aktuelle Interventionen zu fördern. Entsprechend seinem Bildungsauftrag wird sich das HGÖ an Besucher und Besucherinnen aller Altersgruppen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Vorkenntnisse richten. Schülerinnen und Schüler werden dabei eine zentrale Zielgruppe darstellen. Das HGÖ hat einen Informations- und Beratungsauftrag zur österreichischen Geschichte. Es ist auch Vermittlungsstelle zu weiterführenden Recherchen. Entsprechend seinem Forschungsauftrag bietet das HGÖ Diskussionsplattformen, moderne Veröffentlichungsmöglichkeiten und Servicestellen für Forscherinnen und Forscher unterschiedlichsten Niveaus. Das HGÖ muss Menschen jeder Altersstufe und sehr unterschiedlichen Bildungs- und Informationsniveaus ansprechen können, d. h. sowohl klassische Zugänge und Präsentationsmethoden anbieten als auch mit neuen und neuesten Medien umzugehen verstehen. Für viele der genannten Gruppen gilt, dass wenig Vorwissen vorausgesetzt werden kann. Auf eine leicht fassliche Art der Darstellung und auf internationale Verständlichkeit (Mehrsprachigkeit ist anzustreben, anfangs ist zumindest auch Englisch anzubieten) wird besonders zu achten sein. Zur wissenschaftlichen und didaktischen Abklärung der Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppen sind entsprechende empirische Unterlagen zu beschaffen. Schon vor der konkreten Umsetzung und in regelmäßig folgenden Intervallen wird eine Evaluierung der zielgruppengerechten Arbeit des "Hauses" unumgänglich sein.
Generell ist zu berücksichtigen, dass verschiedene Museen und Institutionen in Wien, aber auch in dessen Umland sowie in anderen Bundesländern einzelne der im HGÖ zu behandelnden Themenbereiche als Kernaufgabe bearbeiten bzw. in ihrer Arbeit berücksichtigen. Hier wird eine Abstimmung vorzunehmen sein, um Überschneidungen und unnötige Konkurrenzsituationen zu vermeiden. Jedenfalls wird das HGÖ Informationen zu bestehenden Sammlungen, Museen, Institutionen, Archiven zu bündeln und BesucherInnen zur Verfügung zu stellen haben. Anzustreben sind Synergieeffekte aus einer Kooperation einschlägig aktiver Einrichtungen.
Jede Ausstellung folgt notwendiger Weise einem ihr zu Grunde liegenden Kanon, bzw. etabliert einen solchen, der sich bei permanenten Ausstellungen als besonders problematisch erweisen kann. Die Dauerausstellung im HGÖ muss die Informationen in so kompakter Form anbieten, dass sich BesucherInnen aus dem In- und Ausland, von Schulklassen bis hin zu Touristen, in einer angemessenen Zeit einen entsprechenden Überblick verschaffen können. Die Entscheidung zur Behandlung von Themenfeldern in einer Dauerausstellung kann nur auf der Basis eines Gesamtkonzeptes erfolgen, da jede Auswahl aus den möglichen Themenfeldern eine Schwerpunktsetzung und gleichzeitig Außerachtlassung anderer Themenfelder bedeutet. Ein Gesamtkonzept der Ausstellung wird auf der Basis breiter und ausführlicher wissenschaftlicher Diskussion unter Einbeziehung von Experten und Expertinnen der verschiedensten Bereiche der Kultur- und Sozialwissenschaften sowie von Museumspädagogen und -pädagoginnen und Museologen und Museologinnen erstellt werden. Dieses Gesamtkonzept wird jedenfalls die chronologische Dimension und grundlegende Periodisierung der österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu berücksichtigen haben und auch politisch kritische Bereiche, wie z. B. Österreichs Mitschuld am Ersten Weltkrieg, die autoritäre Diktatur des "Ständestaates", die österreichischen Wurzeln des Nationalsozialismus oder die Täterschaft von Österreichern im Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg in ihrer Konflikthaftigkeit und Widersprüchlichkeit darzustellen haben. Ohne auf ein chronologisches Prinzip zu verzichten sollte die Ausstellung themenzentriert aufgebaut werden, wobei kontroverse Punkte auch durchaus als Brüche und in ihrem konflikthaften Charakter zu präsentieren sein werden. Die Ausstellung sollte ausgehend von verschiedenen persönlichen/politischen Standpunkten und Herangehensweisen die österreichische Geschichte verständlich machen. Auf diese Weise wird – abgestimmt auf die jeweiligen Zielgruppen – eine Auseinandersetzung mit der österreichischen Geschichte bzw. ein persönlicher Bezug dazu ermöglicht. Besondere Beachtung in dieser Dauerausstellung muss die Stellung Österreichs in Europa und in der globalen Vernetzung finden. Österreichs Nachbarn und die nachbarschaftlichen Konfliktfelder, von Südtirol über Slowenien und Tschechien bis Deutschland, müssen Berücksichtigung finden. Aber das Globale und Europäische findet sich auch im Lokalen und Nationalen. Zentrale Anliegen sind auch die regionalen Komponenten und die Berücksichtigung aller religiösen und nationalen Minderheiten sowie gesellschaftlicher Randgruppen. Die Ausstellung sollte möglichst flexibel gehalten werden, sodass Änderungen, z. B. auf der Basis neuer wissenschaftlicher Diskurse, ohne unverhältnismäßigen Aufwand möglich sind. Eine derartige Dauerausstellung muss auf hervorragende Originalobjekte zurückgreifen können. Es sind Konzepte zu entwickeln, wie derartige Objekte kostengünstig und attraktiv in Kooperation mit Museen für jeweils entsprechende kurze Zeiträume und in wechselnder Konstellation in die Dauerausstellung integriert werden können. Zusätzlich sind die Möglichkeiten audio-visueller Medien und neuer Entwicklungen auf dem Sektor der EDV-Umsetzungen in einer solchen Ausstellung intensiv zu nutzen. Ausstellungsgestalter und -gestalterinnen und Museologen bzw. Museologinnen sind nicht als nachträgliche Agenten der Umsetzung, sondern möglichst frühzeitig als integrale Partner und Partnerinnen in den inhaltlich-präsentativen Erarbeitungsprozess einzubeziehen. Internationale gestalterische und ästhetische Standards sind zu beachten. Die Säulen einer solchen Repräsentation und Visualisierung der Geschichte sind:
Sonderausstellungen
Themen möglicher Sonderausstellungen resultieren daher zuerst aus dem Gesamtkonzept des Hauses sowie jenem der Dauerausstellung, daneben aber auch aus aktuellen politischen oder historischen Bezügen und Diskursen und praktischen Überlegungen. Jedenfalls sind sowohl Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als auch die erforderlichen Budgetmittel und Räume zur Realisierung solcher Wechselausstellungen vorzusehen. Ein wesentlicher Teil der Aufgaben des Hauses der Geschichte kann und soll mit virtuellen Mitteln abgedeckt werden. Die Gestaltung eines ansprechenden und informativen Internetportals ist von zentraler Bedeutung. Dieses kann neben einer virtuellen Dauerausstellung weitere allgemeine Informationen zum "Haus", Veranstaltungs- und Literaturhinweise, Anleitungen zu (vernetzten) Archiv- und Bibliothekrecherchen sowie Veröffentlichungen einschlägiger Fachliteratur, Vortragstexte etc. enthalten. Um Schulen auf den Besuch vorzubereiten, sollten weiters Unterrichtsmaterialien sowie Lehrbehelfe auf der Homepage zur Verfügung gestellt werden. Links müssen zu weiteren einschlägigen Archiven, Instituten und Einrichtungen führen. Mit einem virtuellen Haus werden verschiedene Zielgruppen unabhängig vom Standort in ganz Österreich sowie im Ausland und unabhängig von Öffnungszeiten und sonstigen Beschränkungen sehr flexibel und rasch erreicht. Zudem ist ein virtuelles HGÖ weder von einem aufwendigen, erst zu errichtenden Gebäude abhängig, noch von einer Sammlung von Originalexponaten. Das heißt, es kann sehr viel rascher aktiv werden und mit der Umsetzung beginnen als ein reales Haus, dessen Errichtung und Einrichtung mit allen zu überwindenden Hürden und Genehmigungen erfahrungsgemäß sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. In Form von "virtuellen Sonderausstellungen" kann das "Haus" vergleichsweise rasch auch auf aktuelle Entwicklungen reagieren und historische Hintergrundinformationen zu aktuell diskutierten politischen oder wirtschaftlichen Fragen bereitstellen. Bildreproduktionen, Filme, Tondokumente und didaktische Hilfsmittel sind leichter, kostengünstiger und weiter über das Internet zu verbreiten, unabhängig von Ort und Öffnungszeit. Der Internetauftritt hat sich am Gesamtkonzept des HGÖ bzw. seiner Dauerausstellung zu orientieren. Der Aufbau einer Sammlung ist aus zwei Gründen anzustreben. Das Original und die Sicherung und Aufbewahrung von originalen Objekten, die für die Geschichte der Republik von Bedeutung sind, gehören zu den Kernaufgaben dieses Hauses der Geschichte. Eine reale Dauerausstellung ist nicht ohne die "Aura" des Originals machbar und sinnvoll. Dabei geht es primär um Dingquellen zur politischen Geschichte, aber auch zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, die derzeit von keiner Institution in Österreich, und vor allem keiner bundesweiten Institution, gesammelt werden. Abgegrenzt werden muss die Sammeltätigkeit allerdings von jener bereits bestehender Institutionen. Es ist nicht Aufgabe des Hauses der Geschichte, Archivalien zu sammeln oder zu dokumentieren, weil dies ohnehin von den Archiven abgedeckt wird. Dasselbe gilt für Druckschriften, die in Bibliotheken und verschiedenen Archiven gesammelt werden. Auch Ton-, Bild- und Filmdokumente werden in Österreich bereits von verschiedenen Institutionen (diverse Bild- und Plakatsammlungen, Filmarchiv, ORF etc.) verwahrt. Ebenso sind die Sammlungen von "Dingquellen" verschiedener Spezialarchive zu berücksichtigen, wie beispielsweise des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, aber auch des Technischen Museums, des Museums für Volkskunde und zahlreicher anderer Institutionen und Sammlungen. Wenn das HGÖ selbst Sammlungen erhält, so ist eine effiziente Form der Verwahrung anzustreben, sofern sie für die laufende Ausstellungstätigkeit nicht oder nicht mehr gebraucht werden. Anzustreben ist eine Kooperation mit den dafür spezialisierten Museen und Archiven, insbesondere dem Österreichischen Staatsarchiv und den Landesarchiven sowie auch den Museen, sodass die - auch kostenintensive - Erhaltung eines umfangreichen eigenen Depots mit entsprechender fachlicher Betreuung knapp gehalten werden kann. Dringend ist allerdings der Aufbau einer gezielten Sammlung und wissenschaftlichen Aufbereitung von Oral- und Video-history-Interviews mit Zeitzeugen und -zeuginnen. Die damit verbundenen Kosten haben bislang dazu geführt, dass viele Institutionen aus budgetären Gründen darauf verzichten müssen bzw. nur eine sehr eingeschränkte Sammeltätigkeit entfalten können. Hier besteht eine wesentliche Lücke, die durch das HGÖ zu füllen ist. 7. Forschungstätigkeit Wie die gesamte Tätigkeit des "Hauses der Geschichte" setzt auch die damit verbundene Forschungstätigkeit die Unabhängigkeit von politischen Einflüssen jedweder Art voraus. Die Weisungsfreiheit und Unabhängigkeit der Leitung, der ein pluralistisch und auch international zusammengesetzter wissenschaftlicher Beirat zur Seite zu stellen ist, muss gesichert sein. Die wissenschaftliche Analyse und Bearbeitung der dem "Haus" zur Verfügung gestellten Originalobjekte ist sicherzustellen. Eine Art "Forschungslückenkatalog" kann erst nach Vorliegen eines Gesamtkonzepts für das HGÖ bzw. für die Dauerausstellung überlegt werden. Denn erst daraus resultiert ein allfälliger Ergänzungsbedarf. Als Beispiel eines offenkundigen Desiderats kann das weite Feld österreichischer Europabezüge und österreichischer Integrationspolitik vom Ende der Monarchie bis zur EU-Mitgliedschaft genannt werden. Aber hier wird wohl jeder Historiker und jede Historikerin aus seinem bzw. ihrem spezifischen Arbeitsbereich eine Reihe von Themen finden. Die Kooperation mit Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie lokalhistorischen und ähnlichen Initiativen wird zu suchen sein. Konkurrenz um Forschungsmittel ist zu vermeiden, indem das HGÖ über ein eigenes Forschungsbudget verfügt. Die Vernetzung mit anderen Forschungseinrichtungen und Internetauftritten des In- und Auslandes ist anzustreben. Ausgehend von einem "Rahmenprogramm" muss nach einem Grundsatzbeschluss der Bundesregierung in einem nächsten Schritt ein inhaltliches Gesamtkonzept erarbeitet werden. Auf breiter und interdisziplinärer Basis sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzuladen, sich mit schriftlichen Beiträgen an dieser Diskussion zu beteiligen, die dann in mehreren Veranstaltungen präsentiert und diskutiert werden könnten. Aufgrund eines Vorschlagsverfahrens ähnlich jenem für die Nominierung der Historikerkommission soll ein Redaktionskomitee bestellt werden. Dieses wird beauftragt, bis zum Frühjahr 2007 aus den eingelangten Vorschlägen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein inhaltliches Gesamtkonzept zu erarbeiten, das einer nationalen und internationalen Evaluierung zu unterziehen sein wird. Schließlich könnte bis zum Sommer 2007 ein realisierbares Konzept vorliegen, das im HGÖ umzusetzen ist. Mit dem Aufbau einer virtuellen Präsentation über das Internet kann sehr viel rascher begonnen werden. Diese kann nicht nur bereits wesentliche Inhalte vorweg präsentieren und damit das HGÖ rasch lebendig werden lassen, sondern kann auch den inhaltlichen Diskussionsprozess über die Gestaltung der Dauerausstellung begleiten und effektivieren. In die temporären Aktivitäten (Sonderausstellungen) sollen Wettbewerbselemente Eingang finden. « zurück |