Gedenkstätte für die Opfer des österreichischen Freiheitskampfes

1010 Wien, Salztorgasse 6

Öffnungszeiten:
Montag, Donnerstag und Freitag, jeweils 10-13 und 14-17 Uhr


Hotel Metropol, Wien
Hotel Metropol

1938-1945 Sitz der Gestapoleitstelle Wien

Vom Hotel Metropol zur Gestapoleitstelle

Ein besonders dunkles Kapitel der Geschichte Wiens wurde geschrieben, wo heute der Leopold-Figl-Hof steht, ein moderner Zweckbau, an dem Autos und Straßenbahnen vorbeifahren und Fußgänger vorbeihetzen. Dort stand einst ein Hotel, das den Namen "Metropol" trug. Seine Adresse lautete Wien 1, Morzinplatz. Es war ein gutbürgerliches Hotel, vier Stock hoch, mit einem breiten Portal. Die Zimmer hatten gepolsterte Doppeltüren, damit die Gäste völlig ungestört waren. Als im März 1938 die Nationalsozialisten die Herrschaft in Österreich übernahmen, wurde das Hotel Metropol einem neuen Verwendungszweck zugeführt: Es wurde Sitz der "Gestapoleitstelle" für Wien. Heinrich Himmler, als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern der Hauptverantwortliche für den nationalsozialistischen Terror, war schon am 12. März 1938 am Wiener Flughafen mit einem Stab ausgewählter SD- und Gestapobeamter gelandet, um die Unterdrückungsmaßnahmen sofort einleiten zu können.

Der ersten großen Verhaftungswelle im März und April 1938 fielen vor allem Funktionäre des untergegangenen "vaterländischen" Regimes, Kommunisten, Sozialisten und bekannte Antifaschisten sowie Juden zum Opfer. Dem Tagesrapport der Gestapo Wien vom 10. bis 12. Dezember 1938 ist zu entnehmen, dass von der Wiener Stapoleitstelle "insgesamt 20.973 Schutzhäftlinge behandelt wurden". Allein von den über 22.000 im Zugangsbuch des Konzentrationslagers Dachau 1938 verzeichneten Neuzugängen waren mehr als die Hälfte Österreicher. Aufgabe der Wiener Gestapoleitstelle war es später auch, die Deportationstransporte zusammenzustellen, mit denen jüdische Männer, Frauen und Kinder an Sammelpunkte und dann in die Gaskammern verschickt wurden. Während des Krieges wurden auch viele ausländische Zwangsarbeiter eingeliefert.

Die meisten, die in die Gestapoleitstelle gebracht wurden, kamen nicht durch das Portal in das Haus, sondern durch einen Hintereingang in der Salztorgasse. Von dort gab es einen direkten Abgang in den Keller, in dem sich das Gestapogefängnis befand. Die Häftlinge wurden stunden- und tage-, oft wochenlang zur Erzielung von "Geständnissen" gefoltert, bis sie an den Folgen der Misshandlungen starben, Selbstmord begingen oder weiter in die Lager geschickt wurden. Die Gestapo wurde zum Inbegriff nationalsozialistischen Terrors.


Die heutige Gedenkstätte

1945 wurde das Hotel "Metropol" durch Bombentreffer zerstört. Im Leopold-Figl-Hof, der an seiner Stelle errichtet wurde, erinnert heute eine Gedenkstätte an die Leiden unzähliger Menschen. An der Hauptfront des Gebäudes am Morzinplatz sind in einem Relief die Qualen dargestellt, die Tausende von Gefangenen auf sich nehmen mussten. Der Eingang in den Gedenkraum ist fast genau an der Stelle, an der sich der Hintereingang der Gestapoleitstelle in der Salztorgasse befand. Vom Tor führen stilisierte Fußspuren in den Raum, Fußspuren von Männern, Frauen und Kindern. Die Fußspuren, die in das Haus der Gestapo führen, haben keine Gegenstücke, die wieder hinausführen. Im Gedenkraum befindet sich eine Vitrine mit Dokumenten über die Tätigkeit der Gestapo. Dort sieht man unter anderem die Liste von 150 Personen, die schon wenige Tage nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft am 1. April 1938 mit dem ersten Österreicher-Transport in das Konzentrationslager Dachau verschleppt wurden.

Die Gedenkstätte muss dringend renoviert werden. Derzeit wird an einem Konzept für eine den aktuellen Forschungsstand widerspiegelnde Ausstellung gearbeitet.


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