"Vorkämpfer der Bewegung"

Die Führung des Reichsdozentenbundes in München war 1939 nicht ohne Grund der Meinung, dass "in der Ostmark die Universitäten in höherem Maße als seinerzeit im 'Altreich' Mitträger unserer [d. h. der
NS-] Bewegung waren". Deutschnationalismus, Antiliberalismus und Antisemitismus wurden seit Anfang der zwanziger Jahre von gewichtigen Teilen der Studentenschaft lautstark und gewalttätig vertreten. Hochgeschätzte Universitätslehrer verschiedener Disziplinen behaupteten in ihren Publikationen bereits vor 1938, dass das deutsche Volk "rassisch überlegen" sei und den geschichtlichen Auftrag habe, in (Mittel-)Europa führende Ordnungsmacht zu sein. Sie propagierten mit dem Pathos wissenschaftlicher Autorität eine totalitäre Gesellschaftsordnung, waren Antisemiten und Antidemokraten. Spätestens ab März 1938 verstanden sie sich auch selbst als Vorkämpfer der nationalsozialistischen Weltanschauung.

1938
NS-Herrschaft in Österreich


Studentenproteste 1931

Antisemitischer Aufkleber

Demonstration in Innsbruck, 11. 3. 1938



» März 1938: Jubel und Ausschluss

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