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Die Gleichschaltung der Universitäten Gernot Heiß
Die führende Rolle akademischer Eliten in der Rechtfertigung und Ausübung der NS-
Schreckensherrschaft, die willfährige Eingliederung der Universitäten und Hochschulen in den
Nationalsozialismus und nicht zuletzt die Beteiligung einzelner Wissenschaftler an den NS-
Verbrechen bleiben eines der dunkelsten Kapitel der europäischen Kulturgeschichte. 1938, bei
der radikalen Umgestaltung der Universitäten und Hochschulen, konnte ein Schein von
Rechtlichkeit und Normalität nur deshalb gewahrt bleiben, weil die neuen Amtsträger aus dem
Lehrkörper kamen, die Amtsübergaben meistens problemlos in geregelten Bahnen verliefen und
die Neuerungen durch die Verwaltungen selbst durchgeführt wurden. Aus politischen und
rassistischen Gründen entließen einzelne Fakultäten über die Hälfte ihrer Mitglieder. Das
Studium für "Juden" wurde zuerst drastisch eingeschränkt und ab Herbst 1938 verboten.Damals verloren einige österreichische Forschungsstätten ihre führende Position in der Welt. An der Vertreibung ihrer "nichtarischen" Kollegen wie auch ihrer Kollegen aus avantgardistischen, als "jüdisch" beurteilten Forschungsrichtungen haben auch Lehrende und Studierende mitgewirkt. Viele waren von begeisterten Deutschnationalen zu Nationalsozialisten geworden; einige hatten schon bisher in ihren "wissenschaftlichen" Publikationen die Idee von einer geschichtlichen Sendung des deutschen Volkes zur Beherrschung (Mittel-) Europas, einen rassistischen Antisemitismus und/oder Rassenhygiene und Euthanasie propagiert; andere wurden durch die Aussicht auf öffentliche Ehren sowie durch die Eröffnung neuer Karrierechancen zugänglich für die neue Ideologie und ihre Aufgabenstellungen. |
1938
NS-Herrschaft in Österreich "Vorkämpfer der Bewegung" März 1938: Jubel und Ausschluss NS-Normalisierung und Vertreibungen Neue Aufgaben der Lehrenden und der Studierenden |
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