Kinder als Objekte und Handlanger

Kinder haben den "Anschluss" als Augen- und Ohrenzeugen miterlebt: sie waren dabei, als die deutschen Truppen in Österreich einmarschierten; sie standen mit im Spalier der jubelnden Menge; sie registrierten die verschiedenen Reaktionen der Erwachsenen, und sie bekamen sehr bald die politischen Auswirkungen des Nationalsozialismus zu spüren. Sie waren der NS-Propaganda ebenso ausgeliefert wie der Erziehungspolitik und der Jugend-"Wohlfahrt". Sie waren aber auch je nach ihren Möglichkeiten Mitbeteiligte. Die Erinnerungen heute Erwachsener an ihre Jugendzeit im Nationalsozialismus sind widersprüchlich und zwiespältig und geprägt durch die jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Zugehörigkeiten: Den "positiven" Erinnerungen stehen die Erinnerungen jener gegenüber, die den "Anschluss" als Lebensbedrohung erlebten.

1938
NS-Herrschaft in Österreich


Hitler-Jugend in Wien

Marschierende HJ

Marschierender BdM

Fritz Kleinmann

Großkundgebung vor dem Rathaus

HJ bei "Klebeaktionen"



» Die Schule als Institution der NS-Erziehung

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