Die "Volksabstimmung" - Inszenierung einer "neuen Zeit"

Die Machtübernahme des Nationalsozialismus zielt auf rasche Integration und Stabilisierung der Herrschaft. Neben der Verfolgung politischer Gegner - besonders von Repräsentanten und Funktionären des Ständestaates - tritt ein zweites Instrument der Durchsetzung und Stabilisierung nationalsozialistischer Herrschaft hervor: der Einsatz aller propagandistischen Mittel mit dem Ziel, möglichst breite Bevölkerungsschichten, Zielgruppen unterschiedlichster Art, die bisher dem Nationalsozialismus auch ablehnend oder distanziert gegenüberstanden, wenigstens zur partiellen Identifikation zu bewegen.

Vor allem die Bevölkerung der wirtschaftlich Not leidenden Industriegebiete Oberösterreichs stellte ein besonderes Objekt der Propaganda dar: Sofortmaßnahmen zur Behebung der unmittelbaren Not, Aussicht auf Arbeit und auf einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung, auf Hebung der Lebenschancen und die Signalisierung von "Entschlossenheit" und "Effizienz", die Symbolisierung einer neuen Art von "Solidarität" im Rahmen einer erlebbaren "Volksgemeinschaft" sind die Instrumente einer "überwältigenden" Inszenierung, die alte Identifikationen zurückdrängen und neue Identitäten schaffen soll.

1938
NS-Herrschaft in Österreich


Werbestelle in Linz.

Betriebsappell in den Steyr-Werken

Linzer Elendsviertel

Propaganda auf der Linzer Straßenbahn

Robert Ley spricht



» Inszenierungen des wirtschaftlichen Aufbruches

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