Das 99%ige Abstimmungsergebnis

Das Ergebnis der "Volksabstimmung", die zugleich auch die "Wahl zum Großdeutschen Reichstag" war und sowohl in Österreich als auch im "Altreich" durchgeführt wurde, erbrachte 99 Prozent Ja-Stimmen. Auf vielfältige Weise hatte die Mischung von Terror, Einschüchterung, Versprechungen, Propaganda, Begeisterung und fast perfekter Organisation dieses Ergebnis bewirkt. Es war nicht erforderlich gewesen, das Ergebnis im Großen und Ganzen direkt zu fälschen. 300.000 bis 400.000 Österreicher - überwiegend Juden, Roma und politisch "Verdächtige" - waren von der Teilnahme an der Abstimmung ausgeschlossen. Demnach wurde nach innen und außen der Eindruck vermittelt, als hätten "das ganze Volk" und alle ÖsterreicherInnen dem "Anschluss", der ohnehin nicht mehr rückgängig zu machen war, zugestimmt.

Noch wichtiger als alle zahlenmäßigen Ergebnisse war den nationalsozialistischen Machthabern die Mobilisierung des "Volksganzen" für die bevorstehenden nationalen Kraftanstrengungen an der "Arbeitsfront", im Wochenbett und im totalen Krieg.

1938
NS-Herrschaft in Österreich


Sonderausgabe des Völkischen Beobachters zur Volksabstimmung

Sonderausgabe des Völkischen Beobachters zur Volksabstimmung, S. 4.

Propaganda noch in der Wahlzelle.

Abstimmungsergebnisse.



» Graz - "Stadt der Volkserhebung"

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