Der "Anschluss"
Inszenierung und Faszination

Gerhard Botz / Daniella Ellmauer / Alexander Prenninger

Jubelnde Masse, Wien
Der "Anschluss" stellt sich als dreifache Machtübernahme dar:
  • als massive militärische Drohung durch den Einmarsch der Wehrmacht, begleitet von einer noch früher einsetzenden Polizeiaktion von Himmlers Gestapo;


  • als Machtübernahme von einheimischen Nationalsozialisten und Sympathisanten, die sich bereits in niedrigeren wie auch höheren Positionen des Ständestaates befanden; und


  • als demonstrative Machtübernahme "von unten" durch bedrohlich wirkende Straßendemonstrationen, offenen Aufmarsch von bislang verbotenen Parteiformationen und symbolische Aktionen.
Der Propaganda kam hierbei eine besondere Schlüsselrolle zu. Ihre Wirksamkeit ergab sich aus dem Zusammenfließen von Inszenierung und Faszination. Propaganda ersetzte reale Macht, wo sie noch nicht ausgeübt werden konnte, sie übertönte massive Interventionen aus dem deutschen Ausland, schüchterte politische Gegner ein und weckte Hoffnungen bei den Anhängern. Der Aufbau des dazu nötigen Propagandaapparates schuf gleichzeitig Grundlagen für den zukünftigen Parteiapparat der NSDAP als eine die gesamte Gesellschaft durchdringende Organisation.

1938
NS-Herrschaft in Österreich


"Kampf der Systeme"

Symbolische Machtübernahmen

Der "Führer" - die Masse - die Formation

Nationaler "Aufbruch": vom Kosmos zur folkloristischen Idylle

"Sozialismus der Tat"

Regie der Propaganda

Das 99%ige Abstimmungsergebnis



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