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ÖsterreicherInnen im Exil. USA 1938-1945 / Remigration 28. AUS: BRIEF VON SIEGFRIED WEYR (N. Y. C.) AN VIKTOR MATEJKA (WIEN) BETREFFEND WEYRS RÜCKKEHR NACH WIEN, 1. 4. 1946 (102)
DÖW E 17.844/2 |
Materialien
Aus: Österreicher im Exil. USA 1938-1945. Eine Dokumentation, hrsg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Einleitungen, Auswahl und Bearbeitung: Peter Eppel, Wien 1995, Bd. 2, S. 730 f. |
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Vor allem eine Frage: Warum geht von Österreich kein Ruf in die Weltpresse an die über alle sieben Meere verstreuten Österreicher heimzukehren? Wir vermissen diesen Ruf schmerzlich. Es wird keinen "rush" nach Österreich geben, keine Angst, nur die wirklichen, die unbedingten Österreicher wollen nach Haus, was eine Bereicherung der Heimat ist, denn ganz abgesehen davon, ob wir was wert sind oder nicht, sind wir integrale Antifaschisten, und von denen kann die Heimat nicht genug haben. [...]
Wir Österreicher haben es nicht notwendig, kulturelle Minderwertigkeitskomplexe zu haben. Was anderes ist es mit den politischen. [...] Wie sind die Aussichten für mich, in Wien Arbeit in der Joumalistik zu finden? [...] Könntest Du beim Ministerium des Äußeren herauskriegen, wie und wo ich einen österreichischen Pass bekomme? [...] Wenn ich in der Blauen Donau, einem Wiener Beisel in der Zweiten Avenue, sitze und ein Beuschel esse, sehne ich mich nach einem Pfiff G'spritzten. [...] Letzthin beobachtete ich in besagtem Beisel eine Gruppe alter Wiener - schon 30 Jahre in den States -, die sich in richtigem Hernalserisch unterhielten [...]. Da öffnete sich die Tür, und ein Neger schaute herein. "Drah die, Murl", sagte einer [...] wohlwollend, aber bestimmt, und der Neger verschwand. Komisch ist das Wiener Leben. Anmerkung 102) Vgl. Korrespondenz Siegfried Weyrs (N. Y. C.) mit Viktor Matejka (Wien) von 22. 1. 1946 bis 8. 1. 1947 (DÖW E 17.844/2). « zurück |
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