Herbert Exenberger / Heinz Riedel Militärschießplatz Kagran Mit einem Beitrag von Maria Fritsche Schriftenreihe des DÖW zur Geschichte der NS-Gewaltverbrechen - 6 Wien 2003 112 Seiten € 5,- Bestellformular Auf dem Gelände der Militärschießstätte Kagran wurden in der NS-Zeit zahlreiche Soldaten - in den meisten Fällen wegen "Fahnenflucht" oder "Wehrkraftzersetzung" zum Tode verurteilt - erschossen. Ein Gedenkstein im Donaupark erinnert daran. Dennoch kam es bisher kaum zu einer historischen und publizistischen Aufarbeitung. DÖW-Bibliothekar Herbert Exenberger und Heinz Riedel haben sich auf Spurensuche begeben. Kernstück ihrer Recherchen sind biographische Angaben zu 129 Personen, die zwischen 1940 und 1945 am Militärschießplatz Kagran hingerichtet wurden. Die Erschießungen fanden mehrmals wöchentlich statt, an manchen Tagen überstieg die Zahl der Opfer zehn: So wurden etwa am 7. Februar 1945 14 Männer wegen Wehrkraftzersetzung - begangen durch "Selbstverstümmelung" - auf dem Militärschießplatz Kagran getötet. Diese Hinrichtung ist ebenso ausführlich dokumentiert wie die Exekution von Wiener Feuerwehrmännern am 31. Oktober 1944, bei der die Männer der Wiener Feuerwehr per Sonderbefehl in Uniform auf dem Militärschießplatz antreten mussten. Von den fünf zum Tod verurteilten Feuerwehrmännern - ihr "Verbrechen": Sammlung von Geldspenden zur Unterstützung von Angehörigen verfolgter, verhafteter und hingerichteter Kollegen sowie Verbreitung von kommunistischen Flugschriften - wurden Hermann Plackholm und Johann Zak erschossen. Im Anschluss daran wurde den übrigen drei (Franz Pascher, Johann Perthold und Oskar Schlaf) ihre Begnadigung zu lebenslänglichem Zuchthaus mitgeteilt; sie wurden wieder in das KZ Mauthausen überstellt. Ebenfalls recherchiert wurden Erschießungen von belgischen Widerstandskämpfern sowie Exekutionen insbesondere von Exekutivbeamten wegen Homosexualität. Die Publikation beinhaltet auch einen Beitrag von Maria Fritsche zum Thema "Militärjustiz als Terrorjustiz - Strafverfolgung ungehorsamer Soldaten im Nationalsozialismus". Auszüge aus dem Kapitel "Lebensläufe": » Ernst HALLINGER, erschossen am 25. Oktober 1944 » Emil IFKOVICS, erschossen am 12. Dezember 1944 » Karl LAUTERBACH, erschossen am 7. Februar 1945 » Erich HOFSTÄTTER, erschossen am 21. März 1945 « zurück |